Stark Defence
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SKD SE, im Außenauftritt Stark Defence (Eigenschreibweise STARK), ist ein deutsches Verteidigungstechnologieunternehmen mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen entwickelt unbemannte Systeme für mehrere Einsatzbereiche, darunter Loitering Munition, unbemannte Überwasserfahrzeuge und Führungssoftware für militärische Missionen.[1][2] Zu den Kunden gehören die Bundeswehr und weitere NATO-Staaten.[3][4]
| SKD SE | |
|---|---|
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft |
| Gründung | 2024 |
| Sitz | Berlin, |
| Leitung | Uwe Horstmann (Geschäftsführer) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 400 (2026) |
| Branche | Rüstungsindustrie |
| Website | https://stark-defence.com/ |
Geschichte
Stark wurde 2024 von einer Gruppe deutscher Technologieunternehmer gegründet, darunter Florian Seibel, Uwe Horstmann und Johannes Schaback.[5] Die Gründung erfolgte vor dem Hintergrund des durch den russischen Überfall auf die Ukraine gestiegenen Bedarfs an schnell entwickelbaren unbemannten Waffensystemen.[6]
Anfang 2025 stellte das Unternehmen mit der OWE-V Virtus eine eigene Loitering Munition sowie mit Minerva eine Softwarelösung zur Missionsführung vor.[7] Im Laufe des Jahres eröffnete Stark eine Produktionsstätte in München.[8] Im selben Zeitraum bestellte das Bundesministerium der Verteidigung laut Medienberichten Systeme zur erweiterten Erprobung der Virtus durch die Bundeswehr.[7][9]
Im Juli 2025 kündigte Stark die Eröffnung einer rund 40.000 Quadratfuß großen Produktionsstätte im britischen Swindon an.[10] Im selben Monat übernahm das Unternehmen das Berliner KI-Startup Pleno, das Software für autonome Navigation und Schwarmfähigkeit von Drohnen entwickelt.[11] Im August 2025 sammelte Stark in einer von Sequoia Capital angeführten Wagniskapital-Finanzierungsrunde 62 Millionen US-Dollar ein; die Bewertung des Unternehmens wurde dabei mit rund 500 Millionen US-Dollar angegeben.[12][13]
2025 führte Stark nach Handelsblatt-Angaben gemeinsam mit Quantum-Systems eine koordinierte Aufklärungs- und Angriffsfähigkeit in der Ukraine vor.[14] Ende Oktober 2025 berichtete die Financial Times, Stark habe bei Versuchen mit britischen und deutschen Streitkräften vier Angriffsdrohnen vom Typ Virtus eingesetzt, ohne dass eine der Drohnen ihr Ziel getroffen habe. In Deutschland sei eine Drohne außer Kontrolle geraten und in einem Wald abgestürzt, in Kenia habe sich nach dem Aufprall die Batterie einer Drohne entzündet. Stark erklärte dazu, Abstürze seien Teil des Erprobungsprozesses; während der Entwicklung seien Drohnen bereits „hundertmal“ abgestürzt.[15]
Im Dezember 2025 berief Stark Jan-Patrick Helmsen, zuvor bei Rheinmetall, als Chief Sales Officer und Martin Rost, zuvor bei Zalando, als Chief Operating Officer in den Vorstand. Helmsen übernahm ab Januar 2026 die Verantwortung für globalen Vertrieb, Markterschließung und neue Geschäftsfelder; Rost wurde mit der Skalierung von Produktions- und Betriebsprozessen beauftragt.[16]
Im Januar 2026 eröffnete Stark einen Standort in Stockholm, der sich auf elektronische Kampfführung und elektromagnetische Technologien für unbemannte Systeme konzentrieren soll.[17] Im Februar 2026 kündigte das Unternehmen außerdem ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Ukraine sowie ein Regionalbüro in Griechenland an. Der ukrainische Standort sollte nach Unternehmensangaben rund 200 Fachkräfte aufnehmen und Forschung, Integration, Training und Unterstützung für unbemannte Systeme leisten.[18]
Am 25. Februar 2026 billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Beschaffung von Loitering-Munition der Hersteller Stark und Helsing für die Bundeswehr. Nach Reuters-Angaben plante die Bundesregierung zunächst Aufträge im Wert von 536 Millionen Euro als Teil eines größeren Rahmenabkommens von 4,3 Milliarden Euro; die Systeme sollten zunächst die deutsche Panzerbrigade 45 in Litauen unterstützen.[19] Die taz berichtete, das Parlament habe den Beschaffungsrahmen zunächst auf 2 Milliarden Euro begrenzt; für die erste Beschaffung seien rund 540 Millionen Euro vorgesehen gewesen.[20]
Stark gab am 26. Februar 2026 den Abschluss eines Rahmenvertrags mit der Bundeswehr zur Lieferung des Systems Virtus bekannt. Die Auslieferung sollte 2026 beginnen; der Rahmenvertrag sah nach erfolgreicher Qualifikation die Lieferung mehrerer tausend Systeme innerhalb von zwei Jahren vor.[21]
Ende April 2026 nahm Stark nach eigenen Angaben an Bundeswehr-Erprobungen KI-gestützter Drohnenschwärme teil. Dabei seien die Loitering-Munition Virtus und die Führungssoftware Minerva gemeinsam mit der Aufklärungsdrohne Vector von Quantum Systems in eine Aufklärungs- und Wirkkette integriert worden.[22]
Im Juni 2026 sammelte Stark weitere 500 Millionen Euro ein. An der Finanzierungsrunde waren unter anderem Sequoia Capital, Founders Fund, der NATO Innovation Fund, Project A, Air Street Capital, 201 Ventures, Advent und Döpfner Capital beteiligt. Medienberichte bezifferten die Unternehmensbewertung anschließend auf rund 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro.[23][24]
Produkte
Das Kernprodukt von Stark ist die OWE-V Virtus, eine elektrisch angetriebene, senkrecht startende und landende Loitering Munition. Nach Unternehmensangaben erreichte das System 2026 eine Reichweite von mehr als 130 Kilometern und eine Einsatzdauer von bis zu 90 Minuten; es ist mit einem deutschen Gefechtskopfsystem ausgestattet und kann für Ausbildung und Übungszwecke wiederverwendet werden.[25] Frühere Angaben beschrieben die Virtus als System mit rund 120 km/h Reisegeschwindigkeit, bis zu 250 km/h im Sturzflug, einer Nutzlast von etwa 5 kg und einer Einsatzdauer von rund 60 Minuten.[26][27]
Die Softwareplattform Minerva ist eine Führungs- und Einsatzsoftware für unbemannte Systeme an Land, in der Luft und auf See. Sie unterstützt nach Angaben des Unternehmens automatische Zielpriorisierung, Auswahl von Wirkmitteln, Schwarmmissionen und die Steuerung kombinierter Einsätze von einer Bodenstation aus. Stark betont dabei eine „Human-in-the-loop“-Architektur, bei der die Entscheidung über einen Waffeneinsatz beim menschlichen Bediener verbleibe.[28]
Zu den maritimen Systemen des Unternehmens gehören die unbemannten Überwasserfahrzeuge Vanta-4 und Vanta-6, die für Aufklärungs- und Einsatzmissionen auf offener See vorgesehen sind.[29] Daneben entwickelte Stark weitere Wirkmittel wie Gambit, eine tragbare Kurzstrecken-Loitering-Munition, und die Dohne Cascade, ein rohrgestartetes System für skalierbare Präzisionsschläge, die zur „Jedermannswaffe“ der Bundeswehr ausgebaut werden soll.[30][31]
Zusätzlich bietet Stark angepasste unbemannte Luft- und Überwassersysteme für Aufklärung, Überwachung und Präzisionseinsätze sowie eigene Befehls-, Kontroll- und Datenverbindungen an.[27][32]