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Stefan Weissenböck

österreichischer Basketballspieler und -trainer From Wikipedia, the free encyclopedia

Stefan Weissenböck (* 25. Juni 1973 in Mistelbach) ist ein ehemaliger österreichischer Basketballspieler. Heute ist er als Trainer für die Spielerentwicklung bei den Bamberg Baskets zuständig, leitet mit dem Pro Skills Campus eine Entwicklungsplattform für Basketballspielerinnen und -spieler und ist ehemaliger Individualtrainer des NBA-Teams der Brooklyn Nets.

Stefan Weissenböck, 2024

Karriere

Spieler

Stefan Weissenböck wurde mit der Jugendmannschaft UKJ Kaufstrasse Mistelbach 1990 österreichischer Staatsmeister, Trainer der Mannschaft war sein Vater Gerhard Weissenböck.[1] Anfang der 1990er-Jahre gelang dem 1,96 Meter großen Weissenböck[2] mit Mistelbach der Aufstieg von der NÖ-Landesliga in die höchste österreichische Basketballklasse, die Bundesliga. Wiederum war sein Vater Trainer der Mannschaft.[3]

Nach einem College-Jahr an der Hawaii Pacific University kehrte er 1996 nach Österreich zurück und erlebte im Dress von UKJ SÜBA St. Pölten seine sportlich erfolgreichste Zeit. Drei nationale Meistertitel, ein Cupsieg und tolle Leistungen im Europäischen Saporta-Cup machten ihn zu dieser Zeit zu einem der erfolgreichsten nationalen Basketballspieler und wohl zum ersten Profi-Athleten seiner Sparte in Österreich. Auch sein Bruder Martin spielte in der Bundesliga.[4]

Nach seinem Wechsel zu Arkadia Traiskirchen, die Meistermannschaft St. Pöltens zerfiel zusehends, gelang ihm mit seiner neuen Mannschaft ein weiterer Cup-Titel. Einem Kurzaufenthalt bei Belenenses Lissabon folgten zwei weitere Saisons bei Arkadia Traiskirchen, ehe es den damals 30-Jährigen im Sommer 2003 zum deutschen Aufstiegsaspiranten Falke Nürnberg zog.[5] Wie so oft in seiner Karriere erwischte ihn dort jedoch das Verletzungspech. Nach einigen schweren Knieoperationen Mitte der 1990er-Jahre musste Weissenböck 2004 wegen eines schwerwiegenden Bandscheibenschadens seine aktive Karriere beenden und wechselte umgehend in die Trainerbranche.

Trainer

Neben seiner zweijährigen Tätigkeit als Ausbildungsleiter und Trainer im Leistungsmodell St. Pölten gelang ihm im Amt des Assistenztrainers der Aufstieg mit Falke Nürnberg in die höchste deutsche Spielklasse (2005). Dort arbeitete Weissenböck zeitweise auch als Interimstrainer in der BBL. Als Sellbytel Baskets Nürnberg erlitt die Mannschaft jedoch Anfang 2007 einen finanziellen Kollaps und stieg in die neugeformte zweite deutsche Liga (2. Bundesliga Pro A) ab, in der man als Dimplex Falke Nürnberg an den Start ging. Es erfolgte jedoch der erneute Abstieg in die dritte Liga, die 2. Bundesliga Pro B, in der man – nach einem Verkauf der Lizenz als Franken Hexer an den Start ging.

Bis 2011 war Weissenböck Individualtrainer beziehungsweise Coach der NBBL-Mannschaft (U19-Bundesliga) beim fränkischen Kooperationskonstrukt Franken1st (Bamberg, Nürnberg) sowie zusätzlich Experten-Kommentator der Österreichischen Bundesliga bei Premiere Austria, später Sky.

Ab der Saison 2010/2011 war Weissenböck zusammen mit Arne Woltmann Assistenztrainer von Chris Fleming bei den Brose Baskets und zudem als Head of Player Development für die Spielerentwicklung zuständig. 2013 gründete Weissenböck darüber hinaus das Pro Skills Camp, ein mehrtägiges Trainingscamp für professionelle Basketballspieler, das sich auf die individuelle Entwicklung von Spiel- und Wurftechnik spezialisiert. Dieses Format wurde später zum Pro Skills Campus erweitert und schließt mittlerweile auch jüngere Spieler mit ein.

Im Juni 2014 wurde er in Bamberg beurlaubt,[6] kehrte im März 2015 aber in den Trainerstab des Bundesligisten zurück und übernahm wieder die Aufgaben des Head of Player Development.[7]

Mit Bamberg gewann Weissenböck insgesamt siebenmal die Deutsche Basketball Meisterschaft und sechsmal den Deutschen Pokal.

Seine Tätigkeit stuft er als seinen Traumberuf ein.[8] „Ich bin bewusst unsichtbar. Die Spieler wissen, dass es mich gibt, der Headcoach weiß, dass ich seine Spieler besser mache. Ansonsten bleibe ich im Hintergrund“, sagte er gegenüber derstandard.at über seine Tätigkeit.[9]

In Bamberg arbeitete er mit mehreren Spielern zusammen, die anschließend den Sprung in die Nationalmannschaft, zu europäischen Spitzenvereinen oder in die National Basketball Association (NBA) schafften, darunter Kyle Hines, Tibor Pleiß, Daniel Theis, Brian Roberts, P.J. Tucker, Nicolo Melli, Fabien Causeur, Brad Wanamaker, Maodo Lo, Marcus Slaughter.[10] Während der Sommerpause erteilte er teils auch den NBA-Spielern Jakob Pöltl und Tomáš Satoranský Einzeltrainingseinheiten und erhielt Angebote aus der NBA, die er jedoch nicht annahm.[11] Im Mai 2018 schließlich unterschrieb er einen Vertrag als Teilzeit-Individualtrainer der NBA-Mannschaft Brooklyn Nets und blieb in Bamberg angestellt.[12][13][14] Vor den 2021 ausgetragenen Olympischen Sommerspielen 2020 arbeitete er für die tschechische Herren-Nationalmannschaft[8] und fungiert seitdem als Expert for Skills and Player Development für den Tschechischen Basketballverband. In dieser Rolle betreut er seit 2023 u. a. auch die tschechische Damennationalmannschaft und seit 2025 den Damen Euroleague-Champion USK Prague.

Nationalteam-EM-Statistiken

Stefan Weissenböck gehörte von 1992 bis 2004 dem Kader der österreichischen Nationalmannschaft an und vertrat seine Farben insgesamt 34-mal international.

In dieser Zeit nahm er an 3 EM-Qualifikationsrunden teil und erzielte in insgesamt 14 Spielen 127 Punkte. Gegen die Tschechische Republik und gegen Weißrussland erzielte er 2001 persönliche Bestleistungen mit 20 erzielten Punkten.

Weitere Informationen Bewerb, Spiele ...
Bewerb Spiele Min./Sp. Punkte P./Sp. Reb./Sp. Ass./Sp.
EuroBasket 2003
Qualifikationsrunde
329.3186.01.71.7
EuroBasket 2001
Semifinalrunde
527.25811.62.61.0
EuroBasket 1997
Qualifikationsrunde
619.5518.51.30.0
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Commons: Stefan Weissenböck – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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