Steffi Zachmeier
fränkische Musikerin, Volkslied- und Volkstanz-Vermittlerin
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Werdegang
Steffi (Stefanie) Zachmeier wuchs in Stein (Mittelfranken) in einer musikalischen Familie auf. Ihr Vater Erwin Zachmeier war Volkmusikpfleger für Franken beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege. Er musizierte mit den Loonharder Musikanten, war im Trachtenverein aktiv. Als Referent für fränkisches Singen, Tanzen und Musizieren nahm der Vater seine Frau und seine drei Töchter oft mit zu Musikveranstaltungen. Mit neun Jahren erlernte Steffi Zachmeier das Akkordeon, das auch ihr Vater spielte. Daneben lernte sie Schlagzeug, Kontrabass und sang. Sie trat mit dem Vater als Staaner Harmonikaduo (1975–1977), als Staaner Musikanten, später als Staaner Dreig‘sang mit ihrer Schwester und ihrer Mutter auf. Schon als Schülerin experimentierte sie mit der volkstümlichen Musik in der Ronhofer Bock- und Leiermusik. Dabei verbanden die Musiker Klarinettenmelodik mit quasi wiederentdeckten Instrumenten wie Dudelsack und Drehleier. An der Otto-Friedrich-Universität Bamberg studierte Zachmeier Ethnomusikologie bei Max Peter Baumann, Volkskunde und Kommunikationswissenschaften. Mit der Magisterarbeit im Jahre 1990 zum Thema Untersuchungen zur Entwicklung der Volkstanzpflege in Franken nach 1945 schloss sie das Studium ab.[2] Ab 1991 war sie kommissarische Leiterin der Beratungsstelle für Volksmusik in Franken, bevor sie sich für die freiberufliche Tätigkeit als Musikerin entschied. Volksmusik versteht Zachmeier nicht nur im herkömmlichen Sinne, also in einer irgendwie alten ursprünglichen Form, sondern durch Wandlung sich erneuernd. Sie mischt unter volkstümliche Klänge auch mal einen Tango. Sie rekonstruiert und lehrt alte Tänze, wie z. B. die Lance, ein Formationstanz der Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nürnberger Region bei vielen festlichen Anlässen mit Begeisterung getanzt wurde. Neben musikalischen Auftritten arbeitet Zachmeier auch als Moderatorin beim Hörfunk des Bayerischen Rundfunks.
Musikgruppen
- 1981: Mitgründerin der Gruppe Die Fränkischen Straßenmusikanten
- 1999: Mit der Gruppe „Allerweil“ spielt Zachmeier fränkische Wirtshausmusik
- 2000: Steffis kleine Zachmusik
- 2009: Duo Phlox mit der Gitarristin Wilgard Hübschmann
- 2012: Sextett „Ollapodrida“
Auszeichnungen
- 2009 Kulturpreis des Frankenbundes
- 2016 ausgezeichnet mit dem Frankenwürfel.[3]
Ausgewählte Publikationen
- Wanderlieder aus Franken. In: Zwiefach 68, Fuchstal 2025, Heft 3, S. 42–47 und S. 67
- 50 Jahre Blaskapelle Steinach/Ens. In: Fränkische Volksmusik Blätter 48, Eibelstadt 2024, Heft 190, S. 18–19
- Heimatspiegel auf Bayern2 wegreformiert. In: Fränkische Volksmusik Blätter 48, Eibelstadt 2024, Heft 189, S. 19
- Ha, ha, ha, ha … Oskar Seifert als Komponist der Lach-Polka? In: Zwiefach 67, Fuchstal 2024, Heft 1, S. 30–31
- Ein Rauschgoldengel plaudert. Selbstverlag, Nürnberg 2022
- Volksmusikpflege woher – wohin? Ein Rück- und Ausblick auf Ziele, Methoden und Ideen. In: Elmar Walter (Hg.). Alter Trott – Neue Wege? Volksmusikforschung und -pflege in Bayern. Grundlagen. Ideen. Projekte: 25. Seminar für Volksmusikforschung und -pflege in Bayern. München 2022, S. 15–35
- Mundart-Texte ‘Erdung’ und ‘Liebestraum’. In: Wortlaut. Zeitschrift für Literatur in Franken 28, Nürnberg 2022, S. 141–142
- Die Redowa – Ein Tanz mit Potenzial. In: Fränkische Volksmusik Blätter 46 (Eibelstadt 2022), Heft 180, S. 8–16
- Als Musikantin in der Corona-Zeit. In: Fränkische Volksmusik Blätter 44, Eibelstadt 2020, Heft 173, S. 9–11
- Fränkische Weihnacht: Wo sich “Strouh” auf “Bou” reimt. In: Nürnberger Nachrichten, Advents-Beilage, 28.11.2019, S. 4
- Festvortrag. 40 Jahre Beratungsstelle für Volksmusik in Franken. In: Fränkische Volksmusik Blätter 42, Eibelstadt 2018, Heft 167, S. 4–11
- C3S – Eine Alternative zur GEMA? In: Zwiefach 56, München 2013, Heft 1, S. 8
- Probleme der Pflege traditioneller Musikkultur in Franken. In: Marianne Bröcker (Hrsg.): Berichte aus dem ICTM-Nationalkomitee Deutschland II, Bamberg 1993, S. 103–110
- Volkstanzpflege in Franken. In: Marianne Bröcker (Hrsg.): Tanz und Tanzmusik in Überlieferung und Gegenwart, Bamberg 1992, 369–392
- Stefanie Zachmeier, Karlheinz Fischer: Brauchgebundenes Singen aufgezeigt am Beispiel der Almoshofer Kerwa. In: Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V. (Hrsg.): Volksmusik. Forschung und Pflege in Bayern. Zehntes Seminar. Singen in Bayern. Alte und neue Singformen “überlieferter Lieder”, München 1991, S. 65–79
- Untersuchungen zur Entwicklung der Volkstanzpflege in Franken nach 1945. Magister-Arbeit. Nürnberg/Bamberg 1990
- Texte und Melodien im Vergleich, In: Max Peter Baumann und Mitarbeiter: Zum Osterbrauch des Ratschens in der Rhön – Ergebnisse einer Feldforschung, S. 269–287 In: Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V. (Hrsg.): Volksmusik. Forschung und Pflege in Bayern. Siebtes Seminar. Volksmusiklandschaft Unterfranken (Schwarzach am Main 1984). München 1987, S. 227–287