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Steinfurt (Herbstein)

Stadtteil von Herbstein From Wikipedia, the free encyclopedia

Steinfurt ist ein Stadtteil von Herbstein im mittelhessischen Vogelsbergkreis im Tal der Schwarza.

Schnelle Fakten Stadt Herbstein ...
Steinfurt
Stadt Herbstein
Koordinaten: 50° 31′ N, 9° 24′ O
Höhe: 415 m ü. NHN
Fläche: 4,19 km²[1]
Einwohner: 176 (31. Dez. 2025)[2]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36358
Vorwahl: 06643
Blick auf Steinfurt
Blick auf Steinfurt
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Ortsgeschichte

Lage von Steinfurt (Steinfort) auf einer Kartes des Hochstifts Fulda von 1574

Mittelalter

Die älteste erhaltene Erwähnung von Steinfurt stammt aus dem Jahr 1273 und nennt den Namen „Steinfort“.[3] Der Ortsnamen findet sich in einem Kopiar aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals gehörte Steinfurt zum Hochstift Fulda. Dieses vergab das Dorf als Mannlehen an die Freiherren von Riedesel zu Eisenbach. In zwei Urkunden aus dem Jahre 1338 wird der Ort als „Steinfuorte“[4] und „Steynfurt“[5] erwähnt.

Neuzeit

Eine Akte von 1538 nennt „Steynfort“.[6] Der Ortsname Steinfurth findet sich ebenfalls in Wetterau. Die Deutung des Ortsnamens lautet: Siedlung an der Furt mit natürlichem oder künstlichem Steingrund.[7] Im 16. Jahrhundert besaß das Kloster Neuenberg Zinseinkünfte in den Dörfern Steinfurt, Heistorff, Windischmess, Bannerod, Weidenau und Schlirf, welche der Fuldaer Fürstabt Johann III. von Henneberg-Schleusingen in mehreren Briefen an alle Riedesel zu Eisenbach anforderte.[8] Das Kloster war während der Bauernkriege 1525 geplündert und zerstört worden.

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Steinfurt angehört(e):[1][9]

Recht

Materielles Recht

In Steinfurt galten die Riedesel’schen Verordnungen aus dem 18. Jahrhundert als Partikularrecht. Das Gemeine Recht galt nur, soweit diese Verordnungen keine Bestimmungen enthielten. Dieses Sonderrecht behielt theoretisch seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen im 19. Jahrhundert, in der gerichtlichen Praxis wurden aber nur noch einzelne Bestimmungen angewandt. Das Partikularrecht wurde zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.[13]

Gerichtsverfassung seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Schlechtenwegen ab 1806 das „Riedeselsche Patrimonialgericht Altenschlirf“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Altenschlirf“ war daher von 1821 bis 1853 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Altenschlierf das für Steinfurt zuständig war. 1853 erfolgte die Verlegung des Landgerichts nach Herbstein.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Herbstein und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[14] Ab 1943 wurde das Amtsgericht Herbstein nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Lauterbach betrieben, bis es 1968 endgültig aufgelöst wurde und dem Amtsgerichtsbereich von Lauterbach zugeschlagen wurde.

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

  • 1961: 228 evangelische und 31 katholische Einwohner
Steinfurt: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
232
1840
  
235
1846
  
241
1852
  
215
1858
  
224
1864
  
219
1871
  
209
1875
  
201
1885
  
196
1895
  
209
1905
  
212
1910
  
225
1925
  
233
1939
  
243
1946
  
287
1950
  
279
1956
  
246
1961
  
261
1967
  
233
1970
  
220
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Politik

Ortsvorsteher ist Boris Schaaf (Stand Juni 2022).[15]

Vereine

Das dörfliche Leben in Steinfurt wird von folgenden Vereinen geprägt:

  • Männergesangverein Frohsinn Steinfurt (Gründung 1907)
  • Freiwillige Feuerwehr mit Jugendfeuerwehr
  • Dorfclub (Gründung 1985)

Anmerkungen und Einzelnachweise

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