Steinsee (Hohenstein)
Ortsteil von Hohenstein
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Der Weiler Steinsee ist ein Ortsteil von Hohenstein im Landkreis Nordhausen.
Steinsee Gemeinde Hohenstein | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 32′ N, 10° 40′ O |
| Höhe: | 250 m ü. NN |
| Einwohner: | 19 (4. Okt. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1950 |
| Eingemeindet nach: | Liebenrode |
| Postleitzahl: | 99755 |
| Vorwahl: | 036336 |
Blick auf das Rittergut. | |
Geografie
Der Weiler Steinsee befindet sich zwei Kilometer südöstlich vom Dorf Liebenrode entfernt, das die kommunale Leitung über den Weiler mit innehat. Auf einer Ortsverbindungsstraße erreichen die Bewohner Liebenrode und die Landesstraße 2062, über die zum Umfeld Verbindung besteht. Zwischen Steinsee und Liebenrode in der Senke zwischen Helme- und Wiedatal liegen einige Erdfallseen der Harzer Karstlandschaft.[2]
Geschichte
Bereits am 15. Februar 1287 wurde die Ansiedlung Steinsee erstmals urkundlich erwähnt.[3] Die Gemarkung blieb lange ein Teil der Grafschaft Hohenstein, oder stand in Lehensabhängigkeiten.[4][5]
Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis um 1795 war das örtliche Gut im Besitz der uradeligen Familie von Tettenborn, deren örtliche Vertreter Militärs und Forstmeister waren, und deren Nachfahren mehrere Generäle stellten. Genealogisch belegt sind fünf Tettenborn-Generationen auf Steinsee.[6] Letzter Gutsherr der Familie am Ort wurde der Oberst und markgräflich badische Oberforstmeister Karl Joseph von Tettenborn, verheiratet mit der Gräfin Marie Anna F. T. von Artz. Ihre Nachfahren entschieden sich für eine rein militärische Karriere, ohne Gutsbesitz. Der Sohn Karl Friedrich von Tettenborn wurde Generalleutnant in Baden, der Enkel Karl Alexander von Tettenborn kaiserlich russ. General.
Steinsee wurde am 1. Juli 1950 zu Liebenrode eingemeindet und mit diesem Ort dann in die Gemeinde Hohenstein übernommen. Das Rittergut im Dörfchen gehört wieder der Familie Linsenhoff und dient jetzt als Sommersitz und Feriendomizil.[7]
Nachdem im Sommer 2016 das ehemalige „Theuerkauf-Haus“ gegenüber dem Rittergut abgerissen wurde, gab es in Steinsee nur noch 6 dauerhaft bewohnte Häuser. Durch einen zwischenzeitlichen Neubau besitzt Steinsee seit 2018 nun wieder 7 Häuser, die ständig bewohnt werden.
Kultur
Durch die Einwohner von Steinsee wird jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt das Stietzelfest ausgerichtet, was seinen Namensursprung durch die bei diesem Fest verkauften, mit Pflaumenmus bestrichenen Teigwaren (Stietzel) erhalten hat.
Literatur
- Steinsee, ein Weiler mit Rittergut, In: Carl August Noback (Hrsg.): Ausführliche geographisch-statistische-topographische Beschreibung des Regierungsbezirk Erfurt. Theil 2: Regierungsbezirk Erfurt, II. Der Kreis Nordhausen. Expedition der Thüringer Chronik, Erfurt 1841, S. 83 f.