Stella Avallone
österreichische Diplomatin
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Stella Avallone (* 7. Mai 1961 in Wien) ist eine österreichische Diplomatin und seit dem 8. November 2020 österreichische Botschafterin in Chișinău (Republik Moldau).

Leben und Ausbildung
Stella Avallone absolvierte die Matura am Bundesgymnasium Rahlgasse und den Handelsakadmie-Abiturientenlehrgang an der Handelsakademie Schönborngasse; zeitgleich mit letzterem begann sie ihr Studium an der Universität Wien und erwarb den akademischen Grad Magistra philosophiae in den Fächern Englisch und Russisch und studierte zusätzlich Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte.
Laut eigenen Angaben verfügt Avallone über umfangreiche Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Polnisch und Slowakisch, sowie Grundkenntnisse in weiteren Sprachen (Lettisch, Spanisch, Türkisch).[1] Vor ihrem Eintritt ins österreichische Außenministerium arbeitet sie kurzzeitig für die VÖEST Alpine Industrieanlagenbau in Linz.
Berufliche Laufbahn
Avallone arbeitete seit den 1980er Jahren für das österreichische Außenministerium und trat bald ihre ersten Auslandsverwendungen an, darunter 1986–1990 als Attaché an der Österreichischen Botschaft in Moskau und ab 1990 Kulturattachée und Leiterin des Kulturzentrums an der Österreichischen Botschaft in Preßburg (Bratislava).
Von 2003 bis 2007 leitete sie das Österreichische Kulturforum in Mailand und engagierte sich in vielfältigen kulturellen Programmen.
Avallone war in mehreren Führungspositionen in der Sektion für Entwicklungszusammenarbeit tätig, unter anderem als Referatsleiterin für bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Mittel- und Osteuropa, Westbalkan und GUS (2001–2003) sowie später in leitenden Referatsfunktionen für Afrika, Asien, Lateinamerika, Mittelmeerraum und Nahen Osten sowie für Ost- und Südosteuropa und Südkaukasus (bis 2018).
Zwischen 2009 und 2014 war sie Stellvertreterin des Missionschefs an der Österreichischen Botschaft in Warschau; seit 8. November 2020 ist sie Leiterin der Österreichischen Botschaft in Chișinău.
Politisches und gesellschaftliches Engagement
Neben ihrer diplomatischen Laufbahn ist Avallone als Ansprechpartnerin bei der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) in Österreich benannt und pflegt damit Verbindungen zur sozialdemokratischen Arbeitsweltorganisation.[2]
Als Leiterin der Botschaft in Chișinău liegen ihre Schwerpunkte in der bilateralen Kooperation in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, institutionelle Kooperation, Wirtschaft, Kultur, Bildung und Good Governance. In ihrer Rolle betont sie die kultur‑ und entwicklungspolitischen Verbindungen zwischen Österreich und der Republik Moldau und unterstützt Projekte in den Bereichen Regionalentwicklung, Umwelt‑ und Wassermanagement sowie Berufsbildung. Im Amt pflegt sie politische Dialoge mit nationalen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, wie etwa Treffen mit Vertretern des moldauischen Gewerkschaftssektors.[3][4]
Avallone trat wiederholt als kulturelle Vermittlerin in Erscheinung; bereits während ihrer Tätigkeit in Italien war sie bei Literatur- und Kulturveranstaltungen präsent, etwa bei den Lyriktagen in Mals[5], wo sie als Vertreterin des Österreichischen Kulturforums Mailand auftrat. Sie beteiligt sich an Foren und wirtschaftspolitischen Gesprächen, etwa im Rahmen des Vienna Economic Forum, wo sie Arbeitsgespräche zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit und regionalen Vernetzung führte.[6]
Auszeichnungen
- 1998: Preis des Bürgermeisters der Stadt Preßburg „für ihren außerordentlichen Beitrag zur Wiederbegründung und Förderung der kulturellen und geistigen Wechselbeziehungen zwischen Österreich und der Slowakei und insbesondere zwischen den Hauptstädten beider Länder Preßburg und Wien“
- 2002: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich nach dem Österreichischen OSZE-Vorsitz 2000
- 2012: Militär-Anerkennungsmedaille des Österreichischen Bundesheeres
Veröffentlichungen
- Auf den Spuren Maria-Theresias. Frauen in Mitteleuropa heute“ (Sammelband zum gleichnamigen Symposium) (Herausgeberin; Verlag Aspekt Bratislava, 1998)
- The role of women in Central Europe after EU enlargement (Sammelband zur gleichnamigen Tagung in Mailand) (Herausgeberin, gemeinsam mit Bianca Valota-Cavallotti; Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2009)
- Safety of Journalistis – Current Challenges (Sammelband zur gleichnamigen Tagung in Warschau) (Herausgeberin; Verlag Scholar, Warschau, 2014)