Stella Rollig
österreichische Kulturmanagerin, Autorin und Journalistin
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Stella Rollig (* 5. Juli 1960 in Wien[1]) ist eine österreichische Kunst- und Kulturmanagerin, Autorin und Journalistin. Seit Jänner 2017 ist sie Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin des Belvederes in Wien. Davor war sie zwölf Jahre lang künstlerische Direktorin des Lentos Kunstmuseums Linz und seit 2011 zusätzlich des Stadtmuseums Nordico.

Leben
Stella Rollig, aufgewachsen in Wien, studierte von 1978 bis 1985 an der Universität Wien Germanistik und Kunstgeschichte.[2][3] Zu Beginn ihrer berufliche Laufbahn arbeitete sie als Kulturjournalistin beim ORF-Hörfunk und in der Kulturredaktion des Standard.[1] Als Kunstkritikerin publizierte sie zahlreiche Beiträge in in- und ausländischen Kunstmagazinen.
Von 1992 an war sie immer wieder als Kuratorin tätig, z. B. in Österreich, in den USA, in Kanada und in Russland. 1994 bis 1996[1] war sie, von Minister Rudolf Scholten (SPÖ), Bundeskuratorin für bildende Kunst am Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Ebenfalls 1994 gründete sie das Depot. Kunst und Diskussion im MuseumsQuartier[1] und leitete dieses bis 1996.
Seit 1996 übte sie Lehrtätigkeiten aus, z. B. an der Akademie der Bildenden Künste München, am Banff Centre for Arts im kanadischen Banff, an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, an der FH Joanneum in Graz und an der Zürcher Hochschule der Künste. Als Jurymitglied war sie regelmäßig bei diversen Preisen und Festivals vertreten (u. a. Filmfestival Split, Stuttgarter Filmwinter, Cittadellarte Fondazione Pistoletto, Diagonale, Festival des österreichischen Films, Otto Mauer-Preis, Österreichischer Grafikpreis, Filmfestival Crossing Europe, Friedrich Kiesler Preis).
Von 2004 bis 2016 war sie künstlerische Direktorin des Lentos Kunstmuseums Linz und des Stadtmuseums Nordico. Dort realisierte sie mehr als 120 Ausstellungen und Projekte u. a. mit Gilbert & George, VALIE EXPORT, Kutluğ Ataman, Olafur Eliasson und Cathy Wilkes. Themenbezogene Ausstellungen waren u. a. See this Sound (2009), Der nackte Mann (2012) und Rabenmütter (2015).
Darüber hinaus war sie Mitglied in folgenden Steuerorganen:
- 2008–2013: Mitglied des Universitätsrates der Universität Mozarteum Salzburg
- 2011–2016: Mitglied des Vorstands des IFK (Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften) Wien
- Seit 2011: Mitglied des Kulturbeirats von ORF III
- Seit 2014: Mitglied des Boards Postgraduate Programme in Curating, Zürcher Hochschule der Künste
Seit Jänner 2017 ist Rollig, von Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) bestellt, Generaldirektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien.[4][5] Sie trat damit die Nachfolge von Agnes Husslein-Arco an. Im Oktober 2021 wurde ihr Vertrag als Belvedere-Generaldirektorin für fünf weitere Jahre bis Jänner 2027 verlängert.[6]
Nachdem Rollig im Dezember 2025 auf Anfrage der APA bekannt gab, sich für keine Vertragsverlängerung bewerben zu wollen,[7] wurde im März 2026 von Kunstminister Andreas Babler (SPÖ) bekanntgegeben, dass im Jänner 2027 die Münchner Kunsthistorikerin Nina Zimmer in der Funktion der Generaldirektorin nachfolgen wird.[8]
Rollig steht laut Medienberichten der SPÖ nahe. Almuth Spiegler schreibt in der Tageszeitung Die Presse, dass Rolligs Bestellung „zur neuen wissenschaftlichen Direktorin“ „der bisherige Höhepunkt einer soliden Karriere auf dem SP-Ticket“ sei, „gestartet unter Kunstminister Rudolf Scholten, der Rollig 1994 zu einer der mittlerweile legendären Bundeskunstkuratoren ernannte“.[9] 2013 trat sie öffentlich für die damalige SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger ein und lobte diese als „kluge, kritische, linke, feministische Abgeordnete […] Die SPÖ braucht sie. Wir brauchen sie“.[10] (Hingegen wird Rolligs Vorgängerin Husslein der ÖVP zugerechnet.[11])
Auszeichnungen
- 2000: Radiopreis der Erwachsenenbildung
- 2017: Großes Ehrenzeichen der Stadt Linz, verliehen durch den Bürgermeister Klaus Luger für ihre Verdienste im Bereich Kultur[12]
- 2019: Verleihung des Berufstitels Professorin[2]
- 2024: Österreicherin des Jahres in der Kategorie Kulturerbe[13][14]
Weblinks
- Literatur von und über Stella Rollig im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Stella Rollig ( vom 27. November 2024 im Internet Archive) in der Personendatenbank von basis wien