Stephan von Bar

Bischof von Metz From Wikipedia, the free encyclopedia

Stephan von Bar (auch Stephan von Metz) († 29. Dezember 1163) war von 1120 bis 1163 Bischof von Metz.

Herkunft und Anfänge

Stephan stammte aus dem Haus Scarponnois und war ein Sohn des Dietrich von Mousson und der Ermentrude von Burgund, einer Tochter des Grafen Wilhelm I. von Burgund. Er wurde bereits früh für den Dienst in der Kirche bestimmt und von seinem Onkel mütterlicherseits, Guido von Burgund, Erzbischof von Vienne und späterer Papst Calixt II., erzogen.

1107 wurde er zum primicerius – einer Funktion innerhalb des Domkapitels – von Toul gewählt.

Bischof

Nachdem Guy von Burgund 1119 zum Papst gewählt worden war, machte er Stephan 1120 zum Bischof von Metz.[1] Hierbei versicherte er sich der Zustimmung des Trierer Erzbischofs Bruno der als geschickter Diplomat und einflussreicher Berater Kaiser Heinrichs IV. galt.[2] Der Investiturstreit verhinderte vorübergehend die Inbesitznahme seiner Diözese, was erst nach dem Abschluss des Wormser Konkordates 1122 und der kaiserlichen Bestätigung durch Heinrich V. möglich war.[3] Er musste mit Hilfe seines Bruders einige Güter seiner Diözese zurückerstreiten, um seine Autorität zu festigen.

1125 war er an der Wahl Lothar III. zum deutschen König in Mainz beteiligt und in der Folgezeit auf mehreren Reichsversammlungen, die der König einberief, anwesend. Nach der Wahl Konrad III. zum deutschen König 1138 war er der erste Bischof aus Oberlothringen, der zu dem neuen König stand.[4] In der Folgezeit besuchte Bischof Stephan auch mehrere Reichsversammlungen des neuen Königs.[5] Erst ab 1141 ist eine Entfremdung des Bischofs vom König festzustellen und er scheint Reichsversammlungen ferngeblieben zu sein.[6]

Bischof Stephan nahm mit seinem Bruder Rainald I. dem Einäugigen, Graf von Bar, Mousson und Altkirch, Bischof Heinrich von Toul und Hugo von Dagsburg 1147 am Zweiten Kreuzzug teil. Dabei kam es offensichtlich zu Spannungen zwischen dieser Gruppe und der Mehrheit der deutschen Kreuzzugteilnehmer, so dass sie zu den Kreuzzugsteilnehmern um König Ludwig VII. von Frankreich wechselten.[7] Während der Bischof sich auf dem Kreuzzug befand, verwaltete Albero von Montreuil, Erzbischof von Trier und zuvor Archidiakon von Metz, Toul und Verdun, das Bistum Metz.[8]

Bischof Stephan gründete mehrere Kirchen und Klöster, darunter die Abtei Notre-Dame d’Autrey.[9]

Stephan wurde in der Kathedrale von Metz „iuxta chori“ begraben.[10]

Literatur

  • Fritz Ruperti: Bischof Stephan von Metz: 1120–1162. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde, Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, Druckerei der Lothringer Zeitung, 1911.
  • Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008. ISBN 978-3-205-77647-5, S. 253–256.

Einzelnachweise

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