Stephane Grabli
französischer Spezialeffektekünstler
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Stephane Grabli (* 1977) ist ein französischer Spezialist für visuelle Effekte, der unter anderem für seine Arbeit in dem Kriminalfilm The Irishman bei der Oscarverleihung 2020 für den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte und den British Academy Film Awards 2020 für den BAFTA in der Kategorie Beste visuelle Effekte sowie sechs weitere Filmpreise nominiert war.
Leben
Stephane Grabli begann 1996 ein Studium der Fächer Mikroelektronik und Signalverarbeitung an der École nationale supérieure d’électronique et de radioélectricité de Grenoble (ENSERG), das er 1999 mit einem Bachelor of Science beendete. Während dieser Zeit absolvierte er 1998 ein einmonatiges Praktikum beim Unternehmen iMAGIS/GRAVIR-IMAG und arbeitete daraufhin zwischen März 1999 und August 2000 als Softwareentwickler sowie Forschungs- und Entwicklungsingenieur bei Dassault Systèmes, dem führenden CAD/CAM-Unternehmen und war dort im CATIA 3D-Grafikteam an der Entwicklung in C++ unter Windows und UNIX beteiligt. Ein darauf folgendes postgraduales Studium im Fach Computergrafik an der dortigen École nationale supérieure d’informatique et de mathématiques appliquées (ENSIMAG) beendete er 2001 mit einem Master. Im September 2001 begann er sein Promotionsstudium am Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung INRIA (Institut national de recherche en informatique et en automatique), das er im April 2005 mit einer Dissertation zum Thema „Zeichnungsbasierte stilisierte Darstellung“ unter der Betreuung von François Sillion abschloss. Während dieser Zeit arbeitete er zeitweise als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Computergrafik an der Universität Grenoble sowie zwischen 2002 und 2003 als Gastwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT).
Nach seiner Promotion zog Grabli in die USA und arbeitete zunächst zwischen Oktober 2005 und August 2008 als Softwareentwickler bei Auryn, Inc. in Los Angeles. Im August 2008 wechselte er zu Industrial Light & Magic (ILM), ein am 26. Mai 1975 von George Lucas gegründetes Unternehmen,[1] das visuelle Effekte für Filme, Fernsehserien, Werbespots und Musikvideos erschafft.
Er war dort zunächst zwischen August 2008 und Dezember 2015 Ingenieur für Forschung und Entwicklung und Mitarbeiter an den physikalisch basierten Schattierungs- und Beleuchtungswerkzeugen, die bei ILM für Filmproduktionen eingesetzt wurden. Während dieser Zeit wirkte er an den Spezial- und visuellen Effekten von Rango (2011), Transformers 3 (2011), Red Tails (2012), Noah (2014), Transformers: Ära des Untergangs (2014), Strange Magic (2015), Jurassic World (2015) und Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) mit. Während er zwischen Januar 2016 und Februar 2021 Senioringenieur für Forschung und Entwicklung bei ILM war, arbeitete er an den Filmprojekten Rogue One: A Star Wars Story (2016), Jurassic World: Das gefallene Königreich (2018) und den Kriminalfilm The Irishman mit, für den er gemeinsam mit Pablo Helman, Leandro Estebecorena und Nelson Sepulveda-Fauser bei der Oscarverleihung 2020 für den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte[2][3] und den British Academy Film Awards 2020 für den BAFTA in der Kategorie Beste visuelle Effekte nominiert war. Darüber hinaus waren sie jeweils 2020 in der Kategorie Beste visuelle Effekte noch für den Online Film & Television Association-Award, den Circuit Community-Award, den Gold Derby Award, den Hollywood Critics Association-Award, den Chicago Indie Critics-Award sowie bereits 2019 für den Seattle Film Critics Society-Award nominiert. Neben seiner Tätigkeit als Supervisor für Gesichtserfassung für The Irishman, arbeitete er in diese Zeit auch als Leitender Ingenieur des Flux-Systems, eines markerlosen Systems zur Gesichtserfassung am Set. Zuletzt war er zwischen Februar 2021 und August 2022 bei ILM Leitender Ingenieur für Forschung und Entwicklung und zugleich Leiter des Teams für bildbasierte Erfassung sowie Verantwortlicher für Layout- und Gesichtserkennungstechnologie. Während dieser Zeit wirkte er an Film- und Fernsehprojekten wie Das Buch von Boba Fett (2022) und The Witcher: Blood Origin (2022) mit.
Nach seinem Ausscheiden bei ILM ist Stephane Grabli seit August 2022 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Forschung bei META beschäftigt.
Filmografie (Auswahl)
- 2007: In Winter Still (Video)
- 2013: G.I. Joe – Die Abrechnung (G.I. Joe: Retaliation)
- 2013: Star Trek Into Darkness
- 2013: Lone Ranger
- 2013: Pacific Rim
- 2014: The Return of the First Avenger (Captain America: The Winter Soldier)
- 2019: The Irishman
- 2023: Indiana Jones und das Rad des Schicksals (Indiana Jones and the Dial of Destiny)
Weblinks
- Stephane Grabli bei IMDb
- Stephane Grabli. zerply.com, 9. Februar 2020, abgerufen am 3. Januar 2026 (englisch).