Steven Henikoff
US-amerikanischer Molekularbiologe
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Steven Henikoff (* 1946[1] in Chicago) ist ein US-amerikanischer Molekularbiologe am Fred Hutchinson Cancer Center.
Leben und Wirken
Steven Henikoff erwarb 1968 an der University of Chicago einen Bachelor in Chemie und 1977 bei Matthew Meselson an der Harvard University einen Ph.D. im Biochemie und Molekularbiologe. Als Postdoktorand arbeitete er bei Charles Laird und Benjamin Hall an der University of Washington. Seit 1981 ist er am Fred Hutchinson Cancer Research Center, seit 1988 als Professor für Grundlagenforschung (Basic Sciences). Seit 1990 forscht Henikoff zusätzlich für das Howard Hughes Medical Institute. Außerdem hat er eine Gastprofessur (Affiliate Faculty) an der University of Washington inne.
Henikoff und Mitarbeiter erforschen Struktur, Funktion und Evolution der DNA-Moleküle, der Chromosomen. Er entwickelte Werkzeuge zum Vergleich von Gensequenzen, zur Bestimmung der Genanordnung in lebenden Zellen und zum Verständnis der biologischen Funktionen von Genen. Henikoff hat maßgeblich zum Aufbau der Infrastruktur für die Analyse des menschlichen Genoms beigetragen hat und erkannte als einer der Ersten das Potenzial von Computertechnologie und Internet für die biologische Forschung. Das Henikoff-Labor konzentriert sich auf die Vererbung, die nicht von der DNA-Sequenz abhängt. Dazu werden genomische Werkzeuge auf die Untersuchung von Proteinen des Epigenoms angewendet: Histone, Transkriptionsfaktoren, Nukleosomen-Remodellierer und RNA-Polymerase II.[2]
Henikoff und seine Frau Jorja Henikoff entwickelten 1992 BLOSUM, eine evidenzbasierte Substitutionsmatrix, die für Sequenzalignment von Proteinen benutzt wird und eine wichtige Rolle in der Bioinformatik spielt.
Henikoff hat laut Google Scholar einen h-Index von 158,[3] laut Datenbank Scopus einen von 131[4] (jeweils Stand Februar 2026).
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2005 Mitglied der National Academy of Sciences[5]
- 2012 Fellow der American Association for the Advancement of Science[6]
- 2015 Genetics Society of America Medal[7]
- 2022 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences[2]
- 2025 Rosenstiel Award[8]
Literatur
- Beth Azar: Profile of Steven Henikoff. In: National Academy of Sciences (Hrsg.): PNAS. Band 50, Nr. 104, 11. Dezember 2007, S. 19665–19667, doi:10.1073/pnas.0710322104.
Weblinks
- Steven Henikoff, PhD, Henikoff Lab und Lebenslauf (PDF; 326 kB; Stand November 2025) beim Fred Hutchinson Cancer Center
- Steven Henikoff, PhD beim Howard Hughes Medical Institute (hhmi.org)
- Informationen zu und akademischer Stammbaum von Steven Henikoff bei academictree.org