Stibiocolusit

Mineral aus der Gruppe der Sulfosalze From Wikipedia, the free encyclopedia

Stibiocolusit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu26V2( Sb,Sn,As)6S32 und bildet bis zu 40 μm große rundliche Körner von dunkelgrauer Farbe.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Stibiocolusit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1991-043[1]

IMA-Symbol

Sclu[2]

Chemische Formel Cu26V2(Sb,Sn,As)6S32
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.10-045

2.CB.30
03.01.01.04
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol 43m
Raumgruppe P43n
Gitterparameter a = 10,705 Å Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Formeleinheiten Z = 1 Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4 bis 4,5
Dichte (g/cm3) 4,66
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Bruch; Tenazität muschelig
Farbe dunkelgrau
Strichfarbe grau
Transparenz opak
Glanz metallisch
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Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1992 von E.M. Spiridonov, A.S. Badalov und V.V. Kovachev in der Khayragatsch-Goldlagerstätte im Tschatkal- und Quramagebirge (östliches Usbekistan) sowie der Chelopech-Au-Cu-Mine bei Panagjurischte in Bulgarien gefunden. Sie benannten es nach der Ähnlichkeit zum Mineral Colusit sowie dem enthaltenen Element Antimon (lat. stibium).

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Stibiocolusit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.10-045. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Stibiocolusit zusammen mit Colusit, Germanit, Germanocolusit, Maikainit, Morozeviczit, Nekrasovit, Ovamboit, Polkovicit, Renierit, Sulvanit und Vinciennit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/C.10 bildet.[3]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[4] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Stibiocolusit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden, wo es zusammen mit Colusit, Germanit, Germanocolusit, Maikainit, Nekrasovit und Ovamboit die „Germanitgruppe“ mit der Systemnummer 2.CB.30 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Stibiocolusit die System- und Mineralnummer 03.01.01.04. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis z/y > 4 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j [ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ in der „Colusitgruppe (Isometrisch: P43n) mit Cu und V“, in der auch Colusit, Germanocolusit und Nekrasovit eingeordnet sind.

Bildung und Fundorte

Stibiocolusit bildet sich in goldhaltigen Quarz-Sulfid-Adern. Es ist vergesellschaftet mit Nekrasovit, Mawsonit, Luzonit, Enargit, Bornit und Goldfieldit.

Vom sehr seltenen Mineral sind nur drei Fundorte (Stand Juli 2010) bekannt. Neben den beiden Typlokalitäten fand man Stibiocolusit nur noch in der Nähe von Sapporo in Japan.[5]

Kristallstruktur

Stibiocolusit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe mit dem Gitterparameter a = 10,705 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.

Siehe auch

Literatur

  • E.M. Spiridonov, A.S. Badalov, V.V. Kovachev: Stibiocolusite, Cu26V2( Sb,Sn,As)6S32, A: new mineral. In: Doklady Akad. Nauk. 1992, 324, 2, S. 411–414 (russisch), Abstract in: John Jambor, .Edward Grew: New Mineral Names. In: American Mineralogist. 1994,79, S. 186–187 (pdf).

Einzelnachweise

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