Stinkende Hundskamille

Art der Gattung Hundskamillen (Anthemis) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Stinkende Hundskamille (Anthemis cotula) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hundskamillen (Anthemis) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Herbarexemplar
Stinkende Hundskamille zusammen mit Klatschmohn als Ackerwildkraut
Blütenstand
Früchte
Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Stinkende Hundskamille

Stinkende Hundskamille (Anthemis cotula), Illustration

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Hundskamillen (Anthemis)
Art: Stinkende Hundskamille
Wissenschaftlicher Name
Anthemis cotula
L.
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Beschreibung

Die stark verzweigte einjährige Pflanze wird bis zu 45 Zentimeter hoch und weist sowohl an den unregelmäßig fiederspaltigen Blättern als auch am Stängel eine zerstreute Behaarung auf. Die anfangs flachen, später kegelförmigen, gefüllten Blütenköpfchen setzen sich aus weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten zusammen. Letztere besitzen Spreublätter ohne Stachelspitze. Von der von Juli bis September blühenden Pflanze geht ein unangenehmer Geruch aus.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet umfasst Europa, Nordafrika, Westasien, Kasachstan, den Kaukasusraum und die Arabische Halbinsel. Außerdem ist die Stinkende Hundskamille in Nord- und Südamerika, im südlichen Afrika, in Makaronesien, in Indien und Ostasien, Australien und Neuseeland ein Neophyt.[2] In Deutschland wächst sie zerstreut bis selten bevorzugt auf Schuttunkrautfluren und Äckern. Sie gedeiht auf mäßig frischen bis frischen, nährstoffreichen und basenreichen, neutralen, humosen Lehm- und Tonböden. Sie ist eine Art der Secalietea-Klasse, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Sisymbrion vor.[1] In der Schweiz ist sie in ihrem Bestand sterk gefährdet.[3]

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[3]

Allergene Wirkung

Vermutlich beruhen Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen, die häufig der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) zugeschrieben werden, vor allem auf Verwechslungen und Verfälschungen mit der Stinkenden Hundskamille. Das in ihr enthaltene Sesquiterpenlacton Anthecotulid führt äußerlich bei empfindlichen Personen zu starken Hautreizungen, Bindehautentzündungen und allergischen Reaktionen der Atemorgane. Als Tee eingenommen werden häufig die Schleimhäute gereizt, was als Magenbrennen wahrgenommen wird und bis hin zum anaphylaktischen Schock führen kann.

Taxonomie

Der wissenschaftliche Name Anthemis cotula wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 894–895 erstveröffentlicht.[4] Das Epitheton hatte Linné als alten Pflanzennamen „Cotula“ von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen.

Trivialnamen

Für die Stinkende Hundskamille sind oder waren, zum Teil nur regional, auch die Bezeichnungen Crotuntille (althochdeutsch), Dickkopp (Altmark), Gänsekropf (Thüringen), Hillige Dille (Schlesien), Hundsblom (Mecklenburg), Hundsblume, Hundsdyl, Hundskamelle, Hundsdille, Hundskamillen (Schlesien), Hundsroney (Ostpreußen), Hunneblomen (Unterweser), Hunssblumen (mittelniederdeutsch), Kröttenblume, Krottendill, Kühblumen (mittelhochdeutsch), Kühdill (mittelhochdeutsch), Kuhdistel (mittelhochdeutsch), Kuhtistel (mittelhochdeutsch), Paddeblom, wäld Zäckwih (Siebenbürgen) und Stinkkamille gebräuchlich.[5]

Quellen

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