Stopfen (Gleisbau)

Methode zur Beseitigung von Unebenheiten in Gleisen From Wikipedia, the free encyclopedia

Stopfen (auch als Unterstopfen bezeichnet[1], im Schweizer Fachjargon Grampen[2]) ist eine beim Bau und in der Instandhaltung von Gleisen mit einem Oberbau aus Schotter angewandte Methode. Mit ihr werden vertikale Unebenheiten (Höhe) und horizontale Verschiebungen (Richtung) in der Gleislage durch Anheben und/oder Verschieben des Gleises, von Weichen und Kreuzungen durch Unterfüttern der Bahnschwellen mit Schotter beseitigt.[3] Früher geschah dies händisch mit Winde, Schottergabel und Stopfhacke, heute hingegen zumeist maschinell durch z. T. auch selbstfahrend ausgeführte Nivellier-, Richt- und Stopfmaschinen (im Schweizer Fachjargon auch Gramper oder Grampgerät).

Gleisstopfmaschine vom Typ Plassermatic 08-275/4 ZW-Y
Ungestopftes Neubaugleis mit deutlichen Lagefehlern
Hydraulisch angetriebenes Stopfgerät als Anbaugerät für Zweiwegebagger

Beim maschinellen Stopfen werden bei geringfügig angehobenem Gleis je Schienen-Schwellen-Auflagepunkt vier stählerne Stopfpickel vibrierend von oben in das Schotterbett eingetaucht. Die Pickel schwingen dabei mit 35 Hz Frequenz horizontal in Längsrichtung der Schienen. Kleine Paddel an den Enden der Pickel agitieren den Schotter, der unter die Schwelle rutscht und sich verdichtet, während die vibrierenden Pickel langsam hochgezogen werden. Stopfmaschinen stopfen seit 1965 zwei Schwellen zugleich, heute meist drei, seit 2005 auch vier. Grundlegende Patente für die Asynchrone Druck-Vibrationsstopfung wurden 1953 erteilt.

Moderne Stopfmaschinen nivellieren so das Gleis und stabilisieren es auch dynamisch, während sie kontinuierlich mit 500–1000 Meter pro Stunde bei der Arbeit fortschreiten und dabei auch Bereiche von Weichen und Kreuzungen bearbeiten. Sie können Teil eines Gleisbauzuges sein.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI