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Straßenbahn Botoșani

Ehemaliges Straßenbahnnetz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Straßenbahn Botoșani war das Straßenbahnsystem der Stadt Botoșani (deutsch Botoschan) im Nordosten Rumäniens. Botoșani hat etwa 115 000 Einwohner und besaß seit 1991 ein Straßenbahnsystem. Nach 29 Jahren wurde der Betrieb am 31. Juli 2020 stillgelegt.

Eröffnung6. September 1991
Stilllegung31. Juli 2020
Schnelle Fakten Basisinformationen, Staat ...
Straßenbahn Botoșani
Bild
Tatra T4D (ex Dresden)
Basisinformationen
Staat Rumänien
Stadt Botoșani
Eröffnung 6. September 1991
Stilllegung 31. Juli 2020
Betreiber SC Eltrans SA
Infrastruktur
Streckenlänge 7,4 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 600 Volt DC Oberleitung
Haltestellen 15
Betriebshöfe 1
Betrieb
Linien 2
Linienlänge 10,3 km
Takt in der HVZ alle 10 Minuten
Fahrzeuge 34 Tatra T4D
Netzplan
Ehemaliger Netzplan (Stand 2020)
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Geschichte

Im Zuge der politischen Förderung elektrischer Verkehrsmittel durch die damalige sozialistische Regierung unter Nicolae Ceaușescu gingen sieben neue Straßenbahnsysteme in Betrieb: in Constanța (1984), in Brașov, Craiova, Cluj-Napoca und Ploiești (1987), in Reșița (1988) und in Botoșani. Die Entscheidung, eine Straßenbahn in Botoșani zu bauen, fiel im Jahr 1988. Die erste Strecke der Straßenbahn wurde am 6. September 1991 mit der Liniennummer 101 eröffnet. Die zweite Strecke vom Bahnhof in die Strada Primăverii nahm am 10. November 1993 ihren Betrieb auf und wurde von der Linie 102 befahren. Aus finanziellen Gründen wurde eine ursprünglich geplante weitere Verlängerung der Straßenbahnstrecken aufgegeben, obwohl bereits erste Gleise für einen Ringschluss zwischen den Linien 101 und 102 verlegt waren. Der Betriebshof befand sich in der Nähe der westlichen Endschleife Bariera Cătămărești / Fabrică de mobilă.

Ehemalige Linien

Die Linie 101 verlief in Ost-West-Richtung entlang der Calea Națională durch die Stadt, vom Industriegebiet vorbei am Bahnhof (Gară), Stadion und der Innenstadt zur Schleife Luceafărul unweit der Altstadt. Die Linie 102 fuhr von der westlichen Endstelle zunächst auf der gleichen Strecke wie die 101 und zweigte dann am Bahnhof etwa in der Mitte der Strecke in südlicher Richtung ab. Sie verband das Industriegebiet mit den dicht besiedelten Stadtteilen Primăverii und Bucovina, ohne die Stadtmitte zu berühren.

Weitere Informationen Linie, Linienweg ...
Linie Linienweg Länge
101Fabrică de mobilă ↔ Gară ↔ Luceafărul5,7 km
102Fabrică de mobilă ↔ Gară ↔ Primăverii4,6 km
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Ehemalige Planungen

Für eine Verbindungsstrecke zwischen den Endstellen Luceafărul und Primăverii wurden bereits erste Gleise verlegt, die Bauarbeiten wurden jedoch aus finanziellen Gründen nicht vollendet.

Die Wendeschleife an der Verzweigung der beiden Streckenäste am Bahnhof sollte wieder in Betrieb genommen werden, damit die Linie 102 während der Schwachverkehrszeit nur noch auf dem Abschnitt Gáră – Primăverii verkehren könnte.[1]

Fahrzeuge

Tatra T4D, ursprünglich aus Magdeburg, befand sich im Jahr 2006 im Depot. Er wurde inzwischen verschrottet.

Die ersten Straßenbahntriebwagen wurden 1990 ausgeliefert. Es handelte sich um Wagen des Typs V3A aus rumänischer Produktion, mit den Wagennummern 1 bis 10. Vor Eröffnung der zweiten Linie kamen noch sechs weitere V3A von der Straßenbahn Cluj-Napoca hinzu, die die Nummern 11 bis 16 erhielten.

Als erste deutsche Gebrauchtwagen kamen im Jahr 1997 sechs Tatra T4D aus Magdeburg nach Botoșani. Sie waren bis 2008 im Einsatz und wurden anschließend verschrottet. In den Jahren 2001 und 2002 wurden die rumänischen Wagen durch Gebrauchtfahrzeuge des Typs Tatra T4D bzw. T4D-MI aus Dresden ersetzt. Bei zwei dieser Wagen handelte es sich um Zweirichtungsfahrzeuge, die aber inzwischen beide verschrottet sind. Im Jahr 2009 wurde die Beschaffung von 15 weiteren gebrauchten Straßenbahnen aus Deutschland zum Preis von 350 000 Euro geplant. Im April 2011 erfolgte dann die Lieferung von elf Bahnen des Typs Tatra T4D-MT aus Dresden.

Literatur

  • Wolfgang Kaiser: Straßenbahnen in den ehemaligen Ostblockstaaten. Zwischen Wende und EU, Wien 2008.

Einzelnachweise

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