Streiflicht
Beleuchtung von Objekten in einem flachen Winkel
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Streiflicht ist Licht, das stark von der Seite auf eine Fläche oder ein Objekt einfällt.

Beschreibung
Streiflicht kann diffuses Licht sein oder ein scharfer Strahl, der einen Schlagschatten erzeugt. Durch den Einfallswinkel des Lichtkegels und den Schattenwurf werden die vorhandenen Konturen überdeutlich dargestellt. Es entsteht ein starker Kontrast zur angeleuchteten Oberfläche. Natürliches Streiflicht entsteht beispielsweise bei einem tiefen Stand der Sonne oder einem schrägen Lichteinfall in einem Raum. Streiflicht kann ebenso mit technischen Mitteln inszeniert werden. In der Baubranche wird Streiflicht zur Überprüfung der Oberflächenbeschaffenheit genutzt.[1]
Bei den Lichtern im Vorspann[2] von 20th Century Filmen handelt es sich nicht um Streiflichter, sondern Suchlichter.
Bei der Süddeutschen Zeitung heißt die tägliche Glosse auf Seite 1 Streiflicht.[3]
Anwendung
Fotografie

Die Fotografie setzt Licht zur Erzeugung der Bildwirkung ein. Die Lichtstimmung bestimmt die Charakteristik des Bildes.[4] Frontales Licht lässt ein Motiv flach erscheinen. Beispielsweise treten Vor- und Rücksprünge sowie Unregelmäßigkeiten einer Häuserfassade im frontalen Licht wenig in Erscheinung und wirken neutraler. Die Strukturen und Details einer Fläche treten erst im seitlichen Licht deutlich hervor. Motive lassen sich so durch die gezielte Inszenierung im Streiflicht interpretieren.[5] Auch Streiflicht von hinten kann die Silhouette des Modells effektvoll in Szene setzen.[6]
Museale Nutzung, Restaurierung

Bei Untersuchungen von Gemälden wird Streiflicht benutzt, um Oberflächendetails zu erkennen und fotografisch dokumentieren zu können.[7] Durch das Herausarbeiten der Oberflächenstruktur können Knicke und Falten in historischen Dokumenten sichtbar gemacht und ebenfalls dokumentiert werden.[8] Verwitternde Inschriften auf Steinen werden im Streiflicht lesbarer, Schäden treten deutlicher hervor.
Architektur und Handwerk
Oberflächen wie Wände und Decken sollen über eine gleichmäßige Beschichtung verfügen. Nachträgliche Ausbesserungsstellen z. B. durch unsachgemäße, grobe Nachbearbeitung mechanischer Beschädigungen zeichnen sich bei alltagsüblichen Lichtverhältnissen mit Streiflicht deutlich ab. Bei Abnahmen von Handwerkerleistungen im Bereich von Wand- und Deckenflächen ist deshalb für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen.[9]
Die Oberflächenbeschaffenheiten von Putz werden in vier Qualitätsstufen unterteilt. Streiflicht kann bei der Einordnung in die jeweilige Qualitätsstufe Q1 bis Q4 helfen. Die Normen sagen jedoch wenig über visuelle Wirkungen aus.[10]
In der modernen Architektur gehören besonders glatte Wand- und Deckenflächen oftmals zur Gestaltungsabsicht. Bei flach auftretendem Streiflicht wirken Unebenheiten, Ansätze und Überlappungen der Beschichtungen leicht störend. Deshalb entwickeln die Hersteller spezielle, ausgleichende Produkte für diesen Anwendungsbereich.[11]