Streitkräfte Madagaskars
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Die Streitkräfte Madagaskars (französisch Forces armées de Madagascar, Malagasy Tafika Malagasy) bilden mit 13.500 Soldaten und 8100 Gendarmen die Streitkräfte der Republik Madagaskar.
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| Führung | |||
|---|---|---|---|
| Oberbefehlshaber: | Staatsoberhaupt von Madagaskar | ||
| Verteidigungsminister: | Manantsoa Rakotoarivelo Deramasinjaka[1] | ||
| Militärische Stärke | |||
| Aktive Soldaten: | 13.500[2] | ||
| Wehrpflicht: | 18 Monate[3] | ||
| Wehrtaugliche Bevölkerung: | 5,4 Mio. (Männer und Frauen, Alter 15–24; 2020)[3] | ||
| Wehrtauglichkeitsalter: | 18. – 25. Lebensjahr[3] | ||
| Paramilitärische Kräfte: | 8.100[2] | ||
| Haushalt | |||
| Militärbudget: | 112 Mio. Dollar (2020)[2] | ||
| Anteil am Bruttoinlandsprodukt: | 0,8 % (2020)[2] | ||
| Geschichte | |||
Sie gliedern sich in Heer mit 12.500 Soldaten, Luftwaffe mit 500 Soldaten, Marine mit 500 Soldaten und Gendarmerie National mit 8100 Angehörigen.[2]
Geschichte
Gründung
Madagaskar erlangte 1960 seine politische Unabhängigkeit von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich und damit auch die Souveränität über sein Militär. Seitdem war Madagaskar nie wieder in einen bewaffneten Konflikt verwickelt, weder gegen einen anderen Staat noch innerhalb seiner eigenen Grenzen. Allerdings waren Einheiten der Madagassischen Streitkräfte seit 2000 in zwei Staatsstreiche involviert.
Unter Didier Ratsiraka
Als Präsident Philibert Tsiranana zum Rücktritt gezwungen wurde, kam Didier Ratsiraka als „Roter Admiral“ 1975 an die Macht. Er errichtete im darauffolgenden Jahr eine sozialistische Regierung der „Zweiten Republik“ und gründete die Partei „Vorhut der Madagassischen Revolution“ (FNDR). Ratsiraka führte die Wehrpflicht oder Pflicht eines Zivildienstes für alle jungen Bürger unabhängig vom Geschlecht ein. Die Mehrheit wurde in den Zivildienst geschickt, der unter anderem in der Landwirtschaft und in Bildungsprogrammen zur ländlichen Entwicklung nach sozialistischem Sowjetmodell stattfand.
Ratsirakas Befehl, 1989 auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen, war der Auslöser seines Sturzes und für den Übergang zur demokratischen „Dritten Republik“ im Jahr 1992. Während der langwierigen Pattsituation zwischen dem Amtsinhaber Ratsiraka und seinem Herausforderer Marc Ravalomanana bei den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2001 blieb das Militär weitgehend neutral.

Putsch 2009
Massenproteste und ein Eingreifen der Armeeeinheit CAPSAT veanlassten Marc Ravalomanana 2009 zum Rücktritt; mit Hilfe der Streitkräfte wurde Andry Rajoelina, bis dato Bürgermeister der Hauptstadt Antananarivo, als Präsident eingesetzt.[4]
Proteste 2025
Ab Ende September 2025 protestierten junge Madagassen nach vielfachen Ausfällen der Wasser- und Stromversorgung gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und die Regierung von Andry Rajoelina. Demonstranten warfen der paramilitärischen Gendarmerie der ehemaligen französischen Kolonien vor, sehr gewaltsam gegen die Protestierenden vorzugehen; nach Medienberichten erschoss ein Gendarm auch einen Capsat-Soldaten.[5][6]
CAPSAT verurteilte daraufhin den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten durch andere Sicherheitseinheiten. Am 12. Oktober 2025 erklärte Staatspräsident Andry Rajoelina, die Streitkräfte versuchten im Land die Macht illegal und mit Gewalt zu übernehmen. Kurz darauf ließ die Armeeeinheit CAPSAT verlauten, sie habe die Führung des Generalstabs übernommen und kontrolliere nun alle Teilstreitkräfte.[4] Zudem habe man General Demosthene Pikulas zum Armeechef ernannt. Dieser Posten war seit der Ernennung des bisherigen Armeechefs zum Minister der Streitkräfte Anfang Oktober 2025 unbesetzt gewesen.[5]
Landstreitkräfte
Das Heer wird von einem Brigadegeneral geführt. Zu ihm gehört die Eliteeinheit Corps d’armée des personnels et des services administratifs et techniques CAPSAT. Es verfügt unter anderem über folgende Waffensysteme:[2][7]
| Typ | Herkunft | Funktion | Version | Anzahl |
|---|---|---|---|---|
| PT-76 | Leichter Panzer | 12 | ||
| BRDM-2 | Spähpanzer | ca. 35 | ||
| Ferret | Spähpanzer | Mk 1 | 10 | |
| M3 | Spähpanzer | A1 | ca. 20 | |
| M8 Greyhound | Spähpanzer | 8 | ||
| M3 | Mannschaftstransporter | ca. 30 | ||
| Panthera T4 | Mehrzweckfahrzeug | 6 | ||
| M40 | Rückstoßfreies Geschütz | A1 | ||
| M101 | Haubitze | 5 | ||
| D-30 | Haubitze | 12 | ||
| M-37 | Mörser | |||
| M-43 | Mörser | 8 | ||
| ZPU-4 | Maschinengewehr | 50 | ||
| M-1939 | Flugabwehrkanone | 20 |
Seestreitkräfte

Die Marine verfügt über 8 Patrouillenboote und ein Landungsboot.
Luftstreitkräfte

Die Armée de l’Air Malgache wird vom Oberst Salifou Mainassara geführt und betreibt folgendes Fluggerät:[2][8]
| Luftfahrzeuge | Herkunft | Verwendung | Version | Aktiv |
|---|---|---|---|---|
| Flugzeuge | ||||
| Antonow An-26 | Transportflugzeug | 1 | ||
| Cessna 172 | Transportflugzeug | 4 | ||
| Cessna 310 | Transportflugzeug | 1 | ||
| Cessna 337 | Transportflugzeug | 2 | ||
| CASA CN-235 | Transportflugzeug | M | 1 | |
| J300 Joker | Transportflugzeug | 2 | ||
| Piper Aztec | Transportflugzeug | 1 | ||
| Tétras | Transportflugzeug | 1 | ||
| Jakowlew Jak-40 | Geschäftsreiseflugzeug | 2 | ||
| Boeing 737 | Passagierflugzeug | 2 | ||
| Hubschrauber | ||||
| MBB/Kawasaki BK 117 | Mehrzweckhubschrauber | 1 | ||
| Airbus Helicopters H125 | Mehrzweckhubschrauber | 3 | ||
| Aérospatiale Alouette II | Mehrzweckhubschrauber | SA.318C | 3 | |