Stuttgarter ERC
Sportverein in Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland
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Der Stuttgarter Eis- und Rollsportclub 1911 (kurz Stuttgarter ERC oder SERC) ist ein Sportverein aus Stuttgart. Er war Pionier im deutschen Rollhockey und, einschließlich seiner Vorgängervereine, 13-facher deutscher Rollhockeymeister.
Seine Sportlerinnen und Sportler errangen sieben Weltmeistertitel, vier Europameistertitel und 40 deutsche Meistertitel im Rollkunstlauf sowie 16 deutsche Meistertitel im Eiskunstlauf.
Vereinsgeschichte
Die Eröffnung der Stuttgarter Rollsporthalle am 25. November 1910 gab der Entwicklung des Rollsports in Stuttgart einen großen Schub.[1] Am 1. Juni 1911 wurde der 1. Stuttgarter Rollschuhklub gegründet. Mit dem Rollerclub Schwaben am 1. Oktober 1911 und dem Rollschuhverein Stuttgart (RSV) am 7. November 1912 wurden rasch weitere Rollsportvereine gegründet.
Die drei Vereine fusionierten 1924 zum Rollschuh- und Eislaufverein (RSEV) und 1934 mit dem 1930 gegründeten Schlittschuhclub zum Stuttgarter Schlittschuh- und Rollsportclub (SSRC). 1937 wird die allererste Europamesterschaft im Rollkunstlauf ausgerichtet. 1957 wird der heutige Name Stuttgarter Eis- und Rollsportclub (SERC) angenommen. 1971 machte sich ein Teil der Eishockeyabteilung als EHC Stuttgart selbständig; die Eishockeyabteilung des SERC wird 1974 endgültig aufgelöst. 1972 macht sich ein Teil der Eisschützen im heute noch bestehenden ESC Stuttgart selbständig. Nachdem die Rollsporthalle in der Mercedesstraße 2004 abgerissen wird, kann Rollkunstlauf nur noch in Winnenden trainiert werden. 2013 muss die Rollkunstlaufabteilung schließlich aufgelöst werden.
Stand 2026 bestehen noch die Eiskunstlaufabteilung und die Inline-Skaterhockey-Abteilung, die aus dem 2009 aufgelösten Club Espanol entstand.
Rollhockey
Bereits 1910 nahm eine Stuttgarter Rollhockey-Mannschaft als erste deutsche Mannschaft an einem internationalen Turnier in Montreux statt.[2] 1920 wurde der RSV Stuttgart erstmals deutscher Meister. In den zehn Jahren von 1927 bis 1936 holte der Verein acht deutsche Meistertitel, anfangs als RESV, später dann als SSRC. 1937 richtet er die erste Rollhockey-Weltmeisterschaft aus.[2] Die beiden ersten deutschen Meisterschaften nach dem Zweiten Weltkrieg gewann ebenfalls der SSRC. Zuletzt gelang dem jetzt SERC genannten Club 1958 und 1959 noch der Gewinn der deutschen Meisterschaft, womit man insgesamt auf sieben Titel kommt. 1967 war der SERC Gründungsmitglied der Rollhockey-Bundesliga, 1990 und 1992 stieg man erneut in die Bundesliga auf.
Eis- und Rollkunstlauf
In der über 100-jährigen Geschichte konnte der Stuttgarter ERC im Eis- und Rollkunslauf zahlreiche nationale und internationale Erfolge feiern. Mit Anuschka Gläser / Axel Rauschenbach im Paarlauf verbuchte der SERC 1994 auch eine Olympia-Teilnahme in Lillehammer. 1982 wurde Claudia Bruppacher 2-fache Weltmeisterin im Rollkunstlauf, 1965 und 1966 wurden Uta Keller und Dieter Fingerle Weltmeister im Paarlauf auf Rollen, 1955 wurde Helene Kienzle Weltmeisterin im Rollkunstlauf und Sportlerin des Jahres. 1981 richtete man die Europameisterschaften im Rollkunstlaufen auf der Waldau aus, bei denen Gabi Beck / Jochen Stahl Europameister im Paarlauf wurden[1].
Folgende Deutsche Meistertitel konnten errungen werden
(Quelle: [1])
- 2001: Christian von Känel Rollkunstlauf
- 2000: Susanne Stadlmüller Eiskunstlauf, Ralyn Suarez Rollkunstlauf
- 1994: Anuschka Gläser / Axel Rauschenbach Paarlauf Eiskunstlauf
- 1990: Anuschka Gläser / Stefan Pfrengle Paarlauf Eiskunstlauf
- 1989: Anuschka Gläser / Stefan Pfrengle Paarlauf Eiskunstlauf
- 1986: Anuschka Gläser Rollkunstlauf
- 1984: Claudia Bruppacher Rollkunstlauf
- 1983: Claudia Bruppacher Rollkunstlauf
- 1982: Claudia Bruppacher Rollkunstlauf; Gabi Beck / Jochen Stahl Paarlauf Rollkunstlauf
- 1981: Gabi Beck / Jochen Stahl Paarlauf Rollkunstlauf
- 1980: Gabi Beck / Jochen Stahl Paarlauf Rollkunstlauf
- 1979: Gabi Beck / Jochen Stahl Paarlauf Rollkunstlauf
- 1968: Waltraud Isengard / Brigitte Maier / Heidi Stoof / Claudia Nischwitz Gruppenlauf Eiskunstlauf; Waltraud Isengard / Brigitte Maier / Heidi Stoof / Claudia Nischwitz Gruppenlauf Rollkunstlauf
- 1967: Waltraud Isengard / Brigitte Maier / Heidi Stoof / Gabi Strohscher Gruppenlauf Eiskunstlauf; Waltraud Isengard / Brigitte Maier / Heidi Stoof / Claudia Nischwitz Gruppenlauf Rollkunstlauf; Uta Keller / Dieter Fingerle Paarlauf Rollkunstlauf
- 1966: Uta Keller / Dieter Fingerle Paarlauf Rollkunstlauf
- 1965: Uta Keller / Dieter Fingerle Paarlauf Rollkunstlauf
- 1964: Uta Keller / Dieter Fingerle Paarlauf Rollkunstlauf
- 1963: Uta Keller / Dieter Fingerle Paarlauf Rollkunstlauf
- 1955: Helene Kienzle Rollkunstlauf
- 1953: Ehepaar Trauth Eistanz
- 1935: Paula Renner Rollkunstlauf
- 1934: Paula Renner Rollkunstlauf
- 1932: Paula Renner / Adolf Walker Paarlauf Rollkunstlauf
- 1929: Käthe Dimmler Rollkunstlauf; Adolf Walker Rollkunstlauf; Käthe Dimmler / Herr Steinemann Paarlauf Rollkunstlauf
- 1928: Käthe Dimmler Rollkunstlauf; Adolf Walker Rollkunstlauf; Käthe Dimmler / Herr Steinemann Paarlauf Rollkunstlauf
- 1927: Käthe Dimmler Rollkunstlauf; Adolf Walker Rollkunstlauf; Käthe Dimmler / Herr Steinemann Paarlauf Rollkunstlauf
- 1920: Sylvia Rutz Rollkunstlauf; Adolf Walker Rollkunstlauf; Sylvia Rutz / Adolf Walker Paarlauf Rollkunstlauf
- 1919: Adolf Walker Rollkunstlauf
Eishockey
Bereits in den 1920er Jahren wurde in Stuttgart auch Eishockey gespielt. 1926 nahm der RESV am Eishockeywettbewerb der Deutschen Kampfspiele im Schwarzwald teil, besiegte den gastgebenden WSV Titisee mit 6:1, unterlag aber dem Deutschen Meister Berliner Schlittschuhclub mit 0:11. Als HC Stuttgart wurde er 1927 und 1928 Süd(west)deutscher Meister.
1947 wurde der SSRC südwestdeutscher Meister und süddeutscher Vizemeister. 1964 konnte der SERC durch die Aufstockung der Liga in die drittklassige Gruppenliga Süd aufrücken. Auch 1965/66 spielte der SERC in der dritten Liga, jetzt als Regionalliga Mitte. Nach der Auflösung der Regionalliga Mitte spielt der SERC im Landesverband, bis er 1970/71 in die neue Regionalliga Süd/West aufgenommen wurde. Danach ging der Stuttgarter ERC eine Spielgemeinschaft mit dem EHC Stuttgart ein – der sich 1969 vom SERC abgespalten hatte. 1974 wurde die Eishockeyabteilung aufgelöst.