Wikiwand AI

Städtisches Luisengymnasium München

Gymnasium in München-Maxvorstadt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Städtische Luisengymnasium (kurz: LUG)[2] ist ein sprachliches und musisches Gymnasium im Münchner Stadtbezirk Maxvorstadt. Die 1822 als „Schule für höhere Töchter[3] gegründete und seit 1969 koedukative Schule ist das älteste städtische Gymnasium Münchens[4][5] und eine der wenigen Schulen mit einer eigenen Schulverfassung.

SchulformGymnasium
Schulnummer0192
Gründung1822
AdresseLuisenstr. 7
80333 München
Schnelle Fakten Schulform, Schulnummer ...
Städtisches Luisengymnasium
Luisengymnasium
Schulform Gymnasium
Schulnummer 0192
Gründung 1822
Adresse Luisenstr. 7
80333 München
Ort München
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 8′ 34″ N, 11° 33′ 42″ O
Träger Landeshauptstadt München
Schüler 856 (Schuljahr 2024/25)[1]
Lehrkräfte 86 (Schuljahr 2024/25)[1]
Leitung Gesa Hollauf
Website www.staedtisches-luisengymnasium.de
Schließen
Entwurfszeichnung für die Schule von Theodor Fischer, 1898

Standort

Das Luisengymnasium liegt im Münchner Stadtbezirk Maxvorstadt nördlich vom Hauptbahnhof an der Luisenstraße 7. Die Schule befindet sich in zentraler Lage am Alten Botanischen Garten in der Nähe vom Stachus und Königsplatz. Der Platz zwischen dem Luisengymnasium und dem auch vom Luisengymnasium genutzten Spielhaus[6] und Spielplatz an der Sophienstraße heißt seit 2017 Karl-Stützel-Platz.[7]

Geschichte

Das Luisengymnasium ist auf Umwegen – und nicht wie die vielen anderen Luisenschulen direkt zu Ehren einer Adeligen namens Luise – nach der Prinzessin Ludovika Wilhelmine von Bayern, der späteren Herzogin Luise benannt. Sie war die Tochter von Maximilian I. Joseph (Bayern) und Mutter der legendären Sisi. Sie hatte großen Einfluss und genoss enormes Ansehen. So wurde im Jahr 1812 die damals am Stadtrand gelegene Gartenstraße ihr zu Ehren in Luisenstraße umbenannt.

Als die „Schule für höhere Töchter“ nach mehreren Umzügen[8] 1901 in den neu errichteten Theodor-Fischer-Bau zog, wurde sie von den Münchnern Luisenschule genannt. 1961 wurde der bereits gebräuchliche Name auch formal verliehen, und die Schule konnte sich von nun an Städtisches Luisengymnasium nennen.[9]

Die Schule wurde 1822 von Simon Spitzweg, dem Vater des berühmten Malers Carl Spitzweg, gegründet. 1901 zogen die Schülerinnen in das von Theodor Fischer geplante Schulhaus. Die Friedensaktivistin Marie Zehetmaier war eine der ersten Frauen, die eine Stelle als Physik- und Mathelehrerin bekam. Sie unterrichtete ab 1905 am Luisengymnasium.[10]

Nachdem die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs eine vierjährige Evakuierung notwendig gemacht hatten, zogen die Schülerinnen 1949 wieder in das renovierte Gebäude. 1952 wurde in Pöcking am Starnberger See das Maria-Heldrich-Landheim eingerichtet. 1969 folgte dann die Einführung der Koedukation. 1987 wurde nach dreijähriger Bauzeit der von den Architekten Peter Hartl und Gerhard Wöhr entworfene Klinkerneubau fertiggestellt und mit der Generalsanierung des Altbaus begonnen. 1990 begann der Wiedereinzug in den neu gestalteten Altbau. Seit 2005 ist das Luisengymnasium ein Ganztagsgymnasium. Am 21. April 2009 wurde die neue Mensa eingeweiht.[11][12]

Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt es zusätzlich zum neusprachlichen einen musischen Zweig. Die Schule ist seit 2017 wie alle Schulen in Bayern von dem im Schuljahr 2005/06 eingeführten G8 zum G9 zurückgekehrt. 2026 wurden somit die ersten Prüfungen des Abiturs im G9 abgelegt.

Die Schule ist Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Am 9. Dezember 2019 erhielt das Luisengymnasium die Urkunde zur „Umweltschule in Europa/Internationale Nachhaltigkeitsschule“.

Am 23. November 2022 wurden am Eingang des Altbaus Erinnerungszeichen zur Erinnerung an 20 im Holocaust ermordete ehemalige Schülerinnen im Rahmen einer Gedenkveranstaltung angebracht.[13][14][15] Von den Angehörigen der ermordeten ehemaligen Schülerinnen waren Verwandte von Johanna Felsen[16] anwesend.[17]

Seit 2026 ist das Luisengymnasium Erasmus+ Schule.

Sonstiges

1968 realisierte der Filmemacher Edgar Reitz einen Dokumentarfilm für das Bayerische Fernsehen mit dem Titel Filmstunde. An vier Samstagen begleitete Reitz eine Klasse von Luisenschülerinnen bei der Realisierung eines eigenen Filmes, wobei jedem der etwa 13–14-jährigen Mädchen eine Super8-Kamera zur Verfügung gestellt wurde. 55 Jahre später trafen sich die Klasse und der Filmemacher erneut, um auf die gemeinsame Filmarbeit und ihre Auswirkung auf das Leben der Schülerinnen zu blicken.[18] Daraus entstand der Film Filmstunde_23, der 2025 in die Kinos kam.[19][20]

1996 diente u. a. das Luisengymnasium als Kulisse für das Filmdrama Jenseits der Stille von Caroline Link. In dem Film ist auch das damalige Kammerorchester zu sehen.

Die ehemalige Schülerin und langjährige Lehrerin des Luisengymnasiums Yasemin Hücel[21] betreute die Schülerin, die 2010 als Erste in Bayern Türkisch als Abiturfach belegte.[22]

Vom 5. März 2022 bis zum 15. März 2022 war im Luisengymnasium eine Erstauffangstation für Flüchtlinge aus der Ukraine eingerichtet, die von verschiedenen Hilfsorganisationen betrieben wurde.[23]

Im Herbst 2022 war das Luisengymnasium Drehort der Schulszenen der deutschen Filmkomödie Alles Fifty Fifty des iranischen Drehbuchautors und Filmregisseurs Alireza Golafshan.[24][25] Für diesen Film bekam Golafshan 2024 den Regiepreis des 45. Bayerischen Filmpreises.[26]

Angebote

Sprachenfolge

Sprachlicher Zweig
  • Latein bzw. Englisch (ab Jgs. 5)
  • Englisch bzw. Latein (ab Jgs. 6)
  • Spanisch oder Französisch (ab Jgs. 8)
Musischer Zweig
  • Latein und Musik (ab Jgst. 5)
  • Englisch (ab Jgst. 6)

Fahrten

  • Austausch mit Frankreich (Paris und Montpellier)
  • Austausch mit Spanien (Sevilla)
  • Austausch mit Norwegen
  • Work Experience: Austausch mit Partnerschulen (Coventry bzw. Warwickshire, England)
  • Schullandheim in Pöcking (Jgs. 5, 6, 8)
  • Radlager (Jgs. 7)
  • Studienfahrt (Jgs. 12)

Wahl- und Profilfächer

  • Betriebspraktikum (Jgst. 9, 10)
  • Big Band und Jazz-Combo
  • ICDL
  • Fotokurs
  • Model United Nations
  • Europäisches Jugendparlament
  • Instrumentalunterricht (Klavier, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Gitarre, Trompete, Posaune, Saxophon, Schlagwerk)
  • Theater (7./8. Jgst. und Oberstufe)
  • Orchester (ab Jgst. 7) und Vorochester
  • Chor (5. Jgst.), Chor (6. Jgst.), Chor (7./8. Jgst.), Kammerchor (8.–12. Jgst.)
  • Stimmbildung
  • Licht und Tontechnik
  • Tanz und Choreographie
  • Schülerzeitung
  • Informatik und Robotik
  • Umwelt-AG
  • Russisch und Chinesisch
  • Basketball (Jungen/Mädchen)
  • Fahrradreparatur und Radsport
  • Forschen und Experimentieren

Persönlichkeiten

Schüler

Lehrer

Förderverein

Der 1923 zum 100-jährigen Jubiläum der Schule gegründete „Studiengenossenverband des Luisengymnasiums München e.V.“ ist der gemeinnützige Förderverein des Städtischen Luisengymnasiums.[39] Er ist Eigentümer des Maria-Heldrich-Schullandheimes[40] in Pöcking, wo sich auch ein Museum zu Ehren der berühmten Tochter Sisi der Namensgeberin Luise befindet.[41] Die Landeshauptstadt München München hatte das Schullandheim gemietet.[42] Schülerinnen und seit 1969 auch Schüler der Unter- und Mittelstufe besuchten es regelmäßig bis zur vorläufigen Schließung aus Brandschutzmängeln im Sommer 2024.[43] Seit dem 1. August 2026 mietet und betreibt die Peter-Maffay-Stiftung für 25 Jahre das Schullandheim als Tabaluga-Haus. Das Luisengymnasium darf es vier Wochen im Jahr nutzen.[44]

Der Studiengenossenverband fördert die Schule bei Anschaffungen und Projekten. Außerdem unterstützt er in Not geratene Schüler und sozial schwache Menschen außerhalb der Schule.

Literatur

  • Horst Rückert: Das Luisen. Die Geschichte einer Münchner Schule 1822–2022. Herausgegeben vom Studiengenossenverband des Luisengymnasiums München e. V., München 2021.[45]

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks