Stürmechopf
Bewaldeter Hügel auf dem Gemeindegebiet von Wahlen im Kanton Baselland in der Schweiz.
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Der Stürmechopf (auch Stürmenchopf, hochdeutsch Stürmenkopf) ist ein 769 m ü. M. hoher, bewaldeter Berg des Juragebirges auf dem Gemeindegebiet von Wahlen im Kanton Baselland in der Schweiz. Der im Süden und im Osten von Felswänden umschlossene Gipfel bietet einen guten Ausblick über das weite, von Siedlungen und Kulturland geprägte Laufner Becken mit den Ortschaften Laufen, Zwingen, Brislach, Breitenbach, Büsserach und Wahlen.
| Stürmechopf | ||
|---|---|---|
| Stürmenchopf von Norden, im Vordergrund der Wasserfall von Laufen | ||
| Höhe | 769 m ü. M. | |
| Lage | Basel-Landschaft, Schweiz | |
| Gebirge | Jura | |
| Dominanz | 1,75 km → Looberg | |
| Schartenhöhe | 193 m | |
| Koordinaten | 604349 / 248802 | |
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| Gestein | Kalkstein | |
| Erschliessung | Forststrasse bis zu einer Hütte auf 620 m Höhe, dann Wanderweg mit durchschnittlich 25 % Steigung | |
| Normalweg | Wanderweg T1/T2 | |
| Besonderheiten | Archäologie: Überreste einer römischen Befestigung aus dem 3. Jahrhundert nach Christus | |
Geografie
Der isolierte, kegelförmig aufragende Stürmechopf dominiert eine fünf Kilometer lange Gebirgszone südlich von Laufen zwischen dem Tal der Birs im Westen und der Lüssel im Osten. Die Bergreihe gehört zur Bueberg-Falte des Faltenjuras. Die benachbarten Erhebungen sind der Rüdliberg (703 m ü. M.), die Challholle (651 m ü. M.), der fast gleich hohe Chienberg (768 m ü. M.), der Hesliberg (754 m ü. M.) und die Burgholle (632 m ü. M.). Durch die tiefen Erosionstäler, welche die Berge trennen, fliessen der Stritterenbach, der Wahlenbach und der Modlenbach gegen Norden zur Birs. Die Berghänge des Stürmechopfs werden von kleineren Bächen entwässert: Der Mittler-Stürmenbach, der Nettenbergbach und der Eschenbrunnenbach fliessen gegen Westen zum Stritterenbach, das Stürmenweidbächli, das Neuensteinbächli und das Riedmetbächli gegen Osten zum Wahlenbach.[1]
Der Berg mit Teilen der Umgebung ist als kantonales Naturwaldreservat «Stürmen-Eggfels-Bännli» geschützt.[2]
Geologie
Geschichte
Auf dem Stürmechopf befinden sich Überreste eines römischen Bauwerks. Der Wissenschaftler, Ingenieur und Politiker Auguste Quiquerez (1801–1882) erkannte 1839 die archäologische Bedeutung des Ortes. Er fand bei Ausgrabungen im Jahr 1861 Fundamentreste, Eisenschlacken, Knochen und Terra Sigillata. 1919 bis 1931 führte Alban Gerster erneut Grabungen durch und fand die Überreste einer römischen Mauer, welche die ungeschützten West- und Nordseiten des Berggipfels umschlossen, Überreste eines Wachturmes mit der Grundfläche von 8,1 m × 6,25 m, eine Bronzemünze aus der Zeit von Kaiser Aurelian (270 bis 275 n. Chr.) und weitere Gegenstände.[4]
Nicht weit vom Stürmechopf entfernt liegen die Ruine Bännlifels (1,3 km östlich), die Burgruine Neuenstein (in der Schlucht des Wahlenbachs östlich des Berges) und Überreste eines römischen Landhauses (1,1 km ostnordöstlich am Hangfuss).
In einer Rodungslichtung am Westhang des Berges liegt der Landwirtschaftsbetrieb Unterer Stürmenhof, am westlichen Berghang ein Waldbezirk Mittler Stürmen und in einer Lichtung auf der Ostseite die Stürmeweid. Die ursprüngliche Bedeutung des Lokalnamens Stürmen ist nicht geklärt.[5]
1912 und nochmals 1918 errichtete der Verkehrsverein Laufen Aussichtstürme auf dem Berg, die aber nach kurzer Zeit durch starke Stürme wieder zerstört wurden.[6]
Literatur
- Kiki Lutz: Stürmenkopf, Wahlen. In: Lexikon des Jura (diju.ch).
- Albin Fringeli: Rings um den Stürmen. In: Jurablätter. 26. Jahrgang 1964, S. 49–57.
Weblinks
- Stürmenchopf - Römische Warte 761 m auf hikr.org
