Subvigilanz-Syndrom

Form der Schlafsucht From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Subvigilanz-Syndrom, von lateinisch sub unter und lateinisch vigilantia Wachsamkeit, ist eine seltene Form einer idiopathischen Hypersomnie, einer Schlafsucht. Ansonsten gesunde Betroffene fühlen sich tagsüber nicht richtig wach, obwohl sie genug geschlafen haben.[1][2]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
F51.1 Nichtorganische Hypersomnie
G47.1 Krankhaft gesteigertes Schlafbedürfnis, Hypersomnie
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Es handelt sich um ein vorgeschlagenes, (bislang) nicht anerkanntes Krankheitsbild,[3] es könnte sich auch um eine Variante einer anderen Schlafsuchterkrankung wie die idiopathische Hypersomnie handeln.[1][4]

Synonyme sind: englisch subvigilance syndrome; Subwakefulness syndrome; Sub-Wakefulness syndrome

Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1972 durch Michel Jouvet und J. F. Pujol.[5][6]

Verbreitung

Die Erkrankung gilt als sehr selten, bislang wurde über etwa 50 Betroffene berichtet.[6] Beide Geschlechter sind gleich häufig erkrankt, eine familiäre Häufung ist nicht bekannt.[1]

Ursache

Die Ursache, auch auslösende Faktoren sind nicht bekannt. Es wird eine Störung in der Wachheitssteuerung[1] oder während des Non-REM-Schlafes vermutet.[7] Auch die Neurotransmitter Monoamine sind in der Diskussion.[8]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[1]

Diagnose

Zur Diagnosestellung müssen obligat folgende Kriterien vorliegen:[1][9]

  • A: Der Betroffene klagt über Müdigkeit oder übermäßiges Schlafbedürfnis.
  • B: Die Beschwerden bestehen seit mindestens sechs Monaten.
  • C: Die Schlafneigung ist mild und weder häufig noch unwiderstehlich.
  • D: Während der letzten 18 Monate hat kein Schädel-Hirn-Trauma stattgefunden.

Zusätzliche Kriterien sind:

  • E: In der Polysomnographie findet sich ein normales Schlafbild, im Multiplen Schlaflatenztest eine Latenz von mindestens 5 Minuten.
  • F: In der 24-Stunden-Polysomnographie intermittierende Müdigkeit mit Stadium I Schlafstadien an- und abschwellend über den Tag verteilt.
  • G: Keine organische erklärende Ursache wie Hypothyreose, Diabetes mellitus, Depression.

Differentialdiagnose

Abzugrenzen sind andere Ursachen wie idiopathische Hypersomnie, Narkolepsie, rekurrierende Hypersomnie und menstruationsbezogene Schlafstörungen, ebenso wie Schlafmangel und Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörung, Schlaflosigkeit aufgrund psychophysiologischer Störungen, Depression, Schlafapnoe-Syndrom oder Periodic Limb Movement Disorder.[1] Schließlich kommt noch das Kleine-Levin-Syndrom infrage.

Literatur

  • B. Roth: Narcolepsy and Hypersomnia. Translated by M. Schierlova (Prague). Revised and edited by Broughton, R. (Ottawa). 1980, ISBN 978-3-8055-0490-4, ISBN 978-3-318-05312-8, doi:10.1159/isbn.978-3-318-05312-8
  • B. Roth: Narcolepsy and hypersomnia: review and classification of 642 personally observed cases. In: Schweizer Archiv für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie = Archives suisses de neurologie, neurochirurgie et de psychiatrie. Band 119, Nummer 1, 1976, S. 31–41, PMID 981985.
  • Bedřich Roth: L'EEG dans la narcolepsie-cataplexie. In: Electroencephalography and Clinical Neurophysiology. 16, 1964, S. 170, doi:10.1016/0013-4694(64)90036-7.

Einzelnachweise

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