Sueius
römischer Dichter
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Sueius war ein römischer Dichter, der vermutlich in der späten römischen Republik des 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. lebte.
Über seine Person ist nur sehr wenig bekannt. Die Hauptquelle für Sueius ist der spätantike Dichter Macrobius, der ihn in den Saturnalia als vir longe doctissimus („sehr gelehrter Mann“) bezeichnet.[1] In der handschriftlichen Überlieferung erscheint sein Name in unterschiedlichen Formen, darunter Sueius, Suevius, Suetius und Seuis. In der Forschung wird überwiegend die Form Sueius als wahrscheinlich angesehen.
Macrobius überliefert aus einem als Moretum bezeichneten Idyll acht Hexameter. Das Gedicht schildert eine ländliche Szene und wird bereits von Lucian Müller als ein früher Vertreter idyllischer bzw. bukolischer Dichtung eingeordnet.[2] Daneben wird Sueius ein Gedicht mit dem Titel Pulli („Jungvögel“) zugeschrieben, das in trochäischen Septenaren verfasst war und sich mit der Aufzucht junger Vögel beschäftigte; Fragmente sind bei Nonius Marcellus überliefert.[3] Zudem lassen Stellen bei Macrobius auf ein annalistisches Gedicht schließen.[4] Die Zuschreibung der einzelnen Werke ist jedoch unsicher.
Möglicherweise ist er mit einem bei Cicero und Varro erwähntem Marcus Seius zu identifizieren, der im Besitz eines ländlichen Anwesens war und sich unter anderem mit Tierzucht beschäftigte.
Literatur
- Lucian Müller: Der Dichter Sueius. In: Rheinisches Museum für Philologie. Neue Folge. Band 34, 1879, S. 553–557.
- Martin Schanz: Geschichte der römischen Literatur bis zum Gesetzgebungswerk des Kaisers Justinian. Teil 1: Die römische Literatur in der Zeit der Republik. 4., von Carl Hosius neu bearbeitete Auflage. C. H. Beck, München 1979 (Nachdruck der Ausgabe von 1927).
- Wilhelm Kroll: Sueius. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV A,1, Stuttgart 1931, Sp. 580 f.