Suh Yun-bok

südkoreanischer Marathonläufer From Wikipedia, the free encyclopedia

Suh Yun-bok (koreanisch 서윤복; * 9. Januar 1923 in Seoul; † 27. Juni 2017 ebenda)[1] war ein südkoreanischer Marathonläufer, der vor allem für seinen Sieg beim Boston-Marathon 1947 bekannt ist.[2]

Boston-Marathon 1947

Da Suh Yun-bok und der südkoreanische Leichtathletikverband in der Zeit nach der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft nicht über das Geld verfügten, um die Reise nach Boston zu finanzieren, spendeten amerikanische Soldaten, die in Korea stationiert waren, den Fehlbetrag.[3] Mit ihm reisten seine Trainer Sohn Kee-chung, der Olympiasieger von 1936, und Nam Sung-yong, der Bronzemedaillist von 1936. Kurz vor dem Ziel stolperte Suh über einen Hund, der auf die Strecke gelaufen war und zog sich dabei eine Schnittwunde zu.[4] Suh kämpfte sich zurück ins Rennen, überholte den in Führung liegenden Finnen Mikko Hietanen und gewann den Boston Marathon mit einer Weltbestzeit von 2:25:39 h. Mit dieser Zeit unterbot er den Weltrekord, den Sohn Kee-chung 1935 beim Meiji-Schrein-Sportfest in Tokio mit 2:26:42 h aufgestellt hatte. Die Ereignisse von 1947 wurden 2023 unter dem Titel "1947 보스톤" bzw. "Road to Boston" mit Im Si-wan und Ha Jung-woo in den Hauptrollen verfilmt.[5]

Olympische Spiele 1948

Suh qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in London im folgenden Jahr. Das koreanische Marathon-Team war am Tag des Rennens allerdings vom Pech verfolgt. Suh wurde seiner Favoritenrolle nicht gerecht und schloss auf dem 27. Platz mit einer Zeit von 2:59:36 h ab, während sein Landsmann Hong Jong-oh den 25. Platz belegte und Choi Yun-chil nach 35 Kilometern in Führung liegend mit einer Verletzung abbrechen musste. Suh beendete ein Jahr später seine aktive Karriere.

Nach dem aktiven Sport

Parallel zu seiner Sportlerlaufbahn hatte Suh an der Korea University ein Studium der Betriebswirtschaftslehre begonnen. Er kehrte 1957 als Trainer des südkoreanischen Teams zum Boston-Marathon zurück. Danach war er in verschiedenen Funktionen als Trainer und Manager für den südkoreanischen Leichtathletikverband aktiv. 1971 erhielt er den zivilen Verdienstorden Dongbaekjang für sein Engagement im Sportbereich, 1987 den Kulturpreis der Stadt Seoul.[6]

Karriereüberblick

  • Mai 1946: Sieger des ersten gesamtkoreanischen Marathons (전조선 마라톤 선수권대회)
  • September 1946: Sieger bei den ersten koreanischen Leichtathletikmeisterschaften (전국육상선수권대회)
  • Oktober 1946: Sieger beim Koreanischen Nationalen Sportfest (전국체육대회)
  • April 1947: Weltbestzeit mit 2:25:39 h beim 51. Boston-Marathon
  • Juni 1948: Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1948 in London

Siehe auch

Einzelnachweise

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