Sulfoximine

Klasse chemischer Verbindungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Sulfoximine (Bezeichnung nach IUPAC Sulfoximide)[1] sind eine Klasse Schwefel-organischer Verbindungen, die sich formal von Sulfonen ableiten, bei denen ein Sauerstoff- durch ein Stickstoffatom ersetzt ist.[2]

Allgemeine Struktur der Sulfoximine
Strukturformel von L-Methioninsulfoximin

Als erster Vertreter dieser Stoffgruppe wurde 1950 Methioninsulfoximin beschrieben.[3][4]

Darstellung und Synthese

Sulfoximine lassen sich durch Umsetzung von Sulfoxiden mit Stickstoffwasserstoffsäure synthetisieren:[5]


Synthese von Sulfooximinen durch Umsetzung
von Sulfoxiden mit Stickstoffwasserstoffsäure

Auch bei der Umsetzung von Sulfonen mit Stickstoffwasserstoffsäure erhält man Sulfoximine. So gelingt die Darstellung von Methioninsulfooximin durch die Reaktion von Methionin mit Natriumazid in Gegenwart von Schwefelsäure in Chloroform als Lösungsmittel:[5]


Synthese von Methioninsulfooximin aus Methionin

Eigenschaften

Sulfoximine sind häufig kristallin und sowohl thermisch als auch hydrolytisch relativ stabil.[2] Vertreter mit unterschiedlichen organischen Resten sind chiral und lassen sich in Enantiomere spalten.

Je nach Struktur zeigen Sulfoximine verschiedene Reaktionsmöglichkeiten: So können sie nukleophile Kohlenstoffatome enthalten. Das nukleophile Cα neben dem Sulfoximin kann mit einem Elektrophil reagieren. Das Gleiche gilt auch für das Kohlenstoffatom neben dem Sulfoximin-Stickstoff. Liegt ein vinyloges Sulfoximin vor, kann auch hier ein Elektrophil angreifen. Es wurden ebenfalls Reaktionen beschrieben, in denen das Sulfoximin als Elektrophil reagiert. Dabei kann die Sulfonimidoyl-Gruppe im Produkt bleiben oder als chirale Austrittsgruppe fungieren.[6]

Verwendungen

Sulfoximine können präparativ als Ausgangsstoffe zur Synthese von chiralen dreigliedrigen Ringverbindungen wie Oxiranen, Aziridinen und Cyclopropanen verwendet werden. Darüber hinaus werden sie in Arznei- und Pflanzenschutzmitteln wie dem Wirkstoff Buthioninsulfoximin oder dem Insektizid Sulfoxaflor und als Tenside, Kunststoffadditive, Bleichmittel usw. eingesetzt. Verwendung finden Sulfoximine als chirale Liganden in der asymmetrischen Synthese Verwendung. Chirale Sulfoximine können darüber hinaus zur Enantiomerentrennung eingesetzt werden.[2]

Einzelnachweise

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