Sulindac

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Sulindac ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Indenderivate und wirkt als nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR).

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Sulindac
Allgemeines
Name Sulindac
Andere Namen
  • (Z)-5-Fluor-2-methyl-1-[(p-methylsulfinyl)benzyliden]-1H-inden-3-essigsäure
  • [(1''Z'')-5-Fluor-3-[[4-[(''RS'')-methansulfinyl]phenyl]methyliden]-2-methyl-3''H''-inden-1-yl]essigsäure
Summenformel C20H17FO3S
Kurzbeschreibung

gelblich bis brauner Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 253-819-2
ECHA-InfoCard 100.048.909
PubChem 1548887
ChemSpider 1265915
DrugBank DB00605
Wikidata Q963093
Arzneistoffangaben
ATC-Code

M01AB02

Eigenschaften
Molare Masse 356,41 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,258 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt
Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301361317334
P: 261201280342+311304+340301+310+330[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Sulindac kann durch eine mehrstufige Reaktion beginnend mit der Reaktion von 4-Fluorbenzylchlorid[S 2] mit Diethylmethylmalonat gewonnen werden.[4][5]

Synthese von Sulindac
Synthese von Sulindac

Eigenschaften

Sulindac ist ein gelblich bis braunes Pulver, das praktisch unlöslich in Wasser ist.[1] Die Verbindung kommt in drei polymorphen Kristallstrukturen vor, die die Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 bzw. Pbca (Nr. 61)Vorlage:Raumgruppe/61 und eine noch nicht bestimmte Struktur aufweisen.[6] Ihr Natriumsalz ist sehr gut löslich in Wasser.[7]

Sulindac hat ein Stereozentrum an der Sulfoxidfunktion und weist cis-trans-Isomerie auf. Die Isomere sind:

Der Arzneistoff ist ein Gemisch der cis-(R)- und cis-(S)-Formen.

Verwendung

Sulindac wurde in den späten 1970er Jahren als Analgetikum, Antiphlogistikum und Antirheumatikum entwickelt. Als Analogon von Indomethacin zeigt es ähnliche Nebenwirkungen.[8][9] Es wurde 1978 von MSD in den USA als Arzneimittel auf den Markt gebracht.[10][11] In Deutschland sind keine Präparate im Handel.[12] Es wird auch für andere Anwendungen untersucht. Es kann kolorektale Polypen (Darmpolypen) bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis zur Regression (Rückbildung) bringen, reduziert aber das Auftreten dieser Polypen und damit auch das Karzinomrisiko nicht besser als Placebo.[13]

Regulierung

Über den Safe Drinking Water and Toxic Enforcement Act of 1986 besteht in Kalifornien seit dem 29. Januar 1999 eine Kennzeichnungspflicht für Produkte, die Sulindac enthalten.[14]

Einzelnachweise

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