Superfloppy
Disketten, die mehr Speicherkapazität als die 1,44-MB-„HD“-3½″-Diskette aufweisen
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Als Superfloppy werden Disketten (englisch floppy disks) bezeichnet, die mehr Speicherkapazität als die 1,44-MB-„HD“-3½″-Diskette aufweisen.[1] Eine solche Superfloppy war z. B. die 2,88-MB-„ED“-3½″-Diskette von 1991.[2] Aber auch andere wechselbare Speichermedien, die wie Disketten verwendet werden können und deutlich mehr Speicherkapazität als diese aufweisen, werden teils im Superfloppy-Format angesprochen: davon spricht man, wenn ein Datenträger unpartitioniert direkt verwendet wird und somit keine Partitionierung (Partitionstabelle, Partition) vorhanden ist.
Verwendung
Beispiele für Superfloppies der 1990er Jahre:
Neben Disketten unterstützte auf historischen Systemen meist auch die Treiber-Software von Magneto Optical Disks das Superfloppy-Format.[3] Aber auch auf USB-Sticks kann das Superfloppy-Format Anwendung finden.[4][5] „Superfloppy“ wird hier meist als Synonym für die partitionslose Nutzung eines Datenspeichers verstanden – „wie eine Floppy-Diskette“ – und einer partitionierten Nutzung gegenübergestellt – „wie eine Festplatte“.
Superfloppy-Format
Da der Begriff „Superfloppy“ auch für die verwendete Formatierung genutzt wird, was über Zip- und Jaz-Disketten sowie SuperDisks hinaus geht, steht er auch allgemein für das Superfloppy-Format. Disketten, englisch floppies, sind auf Betriebssystemen insofern ein Sonderfall, da sie keine Partitionierung verwenden – stattdessen wird direkt ein Dateisystem verwendet. So können unter Linux u. a. Zip-Disketten entweder partitioniert verwendet werden, oder als Superfloppy – also unpartitioniert wie Floppy-Disketten.[6]
Dass man überhaupt daran interessiert war, Speichermedien ohne Partitionstabelle zu verwenden, liegt an der Art und Weise, wie historisch PC-kompatibles DOS, allen voran MS-DOS, und OS/2, mit Speichermedien umgehen, die eine primäre Partition im MBR definiert haben: DOS vergibt primären Partitionen beim Laufwerksbuchstaben den Vorzug. Da auf internen Festplatten meist erweiterte Partitionen definiert waren, und da man nie wissen kann, ob ein Wechseldatenträger eine Primärpartition definiert hat oder nicht, würde sich so die Zuordnung der Laufwerke (nach dem Systemlaufwerk C:) beim Startvorgang verschieben, siehe Partition (Datenträger) #Besonderheiten erweiterter Partitionen.[7]
Probleme
Spätere Betriebssysteme haben mit Superfloppies (inklusive z. B. USB-Sticks ohne Partitionierung, also im Superfloppy-Format) teils Probleme, da die automatische Erkennung nicht immer richtig funktioniert.[8] Auf modernen Systemen ist es generell besser, wenn auf Datenträgern ein Partitionsschema eingerichtet ist.
Gefahr für die Sicherheit der Daten
Die Partitionierung in einem dem jeweiligen System bekannten Partitionsschema (im Regelfall eine Partitionstabelle) ermöglicht die Zuordnung unterstützter Dateisysteme. Während die Partitionierung also einerseits die nötige Information über den Inhalt des jeweiligen Volumes (Formatierung, Dateisystem) enthält, was das automatische Einbinden durch das Betriebssystem erleichtert, ermöglicht sie gleichzeitig das Erkennen von belegten aber vom laufenden System nicht unterstützten Partitionen. Diese werden im Allgemeinen ignoriert, um die darauf enthaltenen Daten nicht zu gefährden – eine Schutzfunktion, die bei der Superfloppy-Formatierung fehlt.
Unter manchen Betriebssystemen, etwa die meisten Unix- und Unix-artigen Betriebssysteme wie Linux, kann jeder Massenspeicher mit direktem Zugriff prinzipiell ohne Partitionierung verwendet werden. Bei Wechseldatenträgern hat dies jedoch den entscheidenden großen Nachteil, dass andere Systeme, die das verwendete Datenformat (in den meisten Fällen das zur Formatierung verwendete Dateisystem) nicht erkennen, den Datenspeicher dann nicht als bereits in Verwendung befindlich erkennen können und eventuell zum Formatieren (oder Partitionieren, manchmal auch „Initialisieren“) auffordern. Für die Datensicherheit ist das Superfloppy-Format daher eine Gefahr und eine Partitionierung mit üblichen und weit verbreiteten Partitionstabellen in jedem Fall vorzuziehen.[9]
Konkret lässt sich dies anhand des Beispiels eines Multi-Boot-Systems mit dem verbreiteten PC-Betriebssystem Windows und Linux illustrieren. Windows ignoriert die meisten von Linux genutzten Partitionen, da die üblichen Linux-Dateisysteme unter Windows ohne zusätzliche Dateisystem-Treiber nicht verfügbar sind. Durch die Partitionstabelle ist Windows allerdings darüber informiert, dass sich in diesem Datenbereich (der durch die Partition definiert ist, und als „Volume“ verfügbar ist) von einem anderen System verwendete Daten befinden. Dies ist auf einer Superfloppy anders: auch hier kann Windows das Linux-Dateisystem nicht erkennen, hat aber auch keine Information über den Inhalt der Daten auf dem Superfloppy-Volume. Für Windows sieht der Datenbereich (das Volume, das der Datenspeicher ohne Nutzung einer Partition bietet) somit wie ein unformatierter Datenträger aus. Auch wenn sich darauf (aus der Sicht von Windows:) Zufallsdaten einer anderen (aus der Sicht von Windows: vorherigen) Nutzung befinden, zeigt Windows den Datenbereich als „frei“, „ungenutzt“ und „unformatiert“ an. Je nach Einstellungen bietet das Betriebssystem eventuell von sich aus an, den Datenträger zu formatieren, was dem Verlust aller unter Linux auf dem Dateisystem gespeicherten Daten gleichkommt.