Surbahar

Musikinstrument From Wikipedia, the free encyclopedia

Surbahar [s̪urbəhɑːr] (Urdu سوربہار, Hindi सुरबहार, älter sur-vahara, etwa „schön klingend“[1] oder „klingender Frühling“[2]) ist eine gezupfte Langhalslaute, die in der nordindischen klassischen Musik gespielt wird. Die surbahar ist eine größere und tiefer klingende Version der sitar („Bass-Sitar“). Sie ist ungefähr eine Quarte oder Quinte tiefer gestimmt als die sitar.

Surbahar
Surbahar-Spieler in Ann Arbor, 2005

Die surbahar wurde in den 1820er Jahren vom sitar-Spieler Ghulam Muhammad Khan in Lucknow erfunden und gehört in eine Reihe von im 19. Jahrhundert eingeführten Instrumenten: Um 1800 wurde aus der in der Mogulzeit beliebten rabāb die sursingar und um 1860 aus der afghanischen rubāb die sarod entwickelt.

Da die surbahar ähnlich wie die vina einen längeren Nachklang als die sitar besitzt, wird sie meistens im alten majestätischen Dhrupad-Stil beim einen Raga einleitenden Alap eingesetzt. In anderen indischen Musikstilen spielt die surbahar dagegen kaum eine Rolle. Es kam nie zu einer industriellen Vereinheitlichung der Form des Instruments und es existieren eine Fülle unterschiedlicher Größen, Ausstattungen und Designs.

Etymologie

Bei sur handelt es sich um einen indischen musikalischen Fachausdruck, der den Wohlklang eines einzelnen Tones (svara) innerhalb eines musikalischen Kontexts beschreibt[3]. Da die indische Musik nicht polyphon, sondern melodisch ist, wäre statt harmonisch eine Übersetzung mit tonal vorzuziehen. Die Begriffe sur und svara sind im Namen mehrerer indischer Musikinstrumente enthalten, so im Namen der nordindischen Langhalslaute sursingar, der südindischen Langhalslaute swarabat und der Kastenzither swarmandal.

Der zweite Bestandteil bahār stammt aus dem Persischen und bedeutet „Frühling, Blüte“. Im Urdu hat das Wort eine Reihe weiterer Konnotationen, darunter „schön, elegant“.

Beide Elemente sind nach Art eines Kompositums zusammengesetzt. Semantisch deutbar ist die Struktur entweder als Tatpurusha-Kompositum („Frühling des Wohlklangs“), als Karmadharaya-Kompositum („wohlklingender Frühling“) oder als Bahuvrihi-Kompositum („die Eigenschaften eines wohlklingenden Frühlings aufweisend“).

Musiker

Wichtige Musiker, die Surbahar spielen, sind:

  • Imdad Khan (1848–1920)
  • Enayat Khan (1894–1938)
  • Wahid Khan (1895–????)
  • Imrat Khan (1935–2018)
  • Irshad Khan (1963–)
  • Rameshwar Pathak (1938–2010)
  • Pushparaj Koshti (1950–)
  • Kushal Das (1959–)
  • Baluji Shrivastav (1959-)
  • Jagdeep Singh Bedi

Literatur

  • Alastair Dick: Sūrbahār. In: Laurence Libin (Hrsg.): The Grove Dictionary of Musical Instruments. Band 4, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, S. 654
  • Lars-Christian Koch: Sitar and Surbahar Manufacturing. The Tradition of Kanailal & Brother, Kolkata. (Veröffentlichungen des Ethnologischen Museums Berlin, Neue Folge 80) Abteilung Musikethnologie, Medien-Technik und Berliner Phonogramm-Archiv XIII, Berlin 2011, ISBN 9783-88609-719-7
Commons: Surbahar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI