Surjo R. Soekadar
deutscher Arzt und Entwicklungshelfer
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Leben
Soekadar studierte Medizin in Mainz, Heidelberg sowie Baltimore und promovierte bei Herta Flor, ZI Mannheim, zu neuronaler Plastizität und Phantomschmerzen. Von 2005 bis 2018 arbeitete er als Arzt an der Universität Tübingen und leitete dort ab 2011 die Arbeitsgruppe Angewandte Neurotechnologie. Im Jahr 2018 wurde er zum deutschlandweit ersten Professor für Klinische Neurotechnologie an die Charité – Universitätsmedizin Berlin berufen.[1][2] Die Professur wird von der Einstein-Stiftung Berlin unterstützt.
Wissenschaftlich untersucht Soekadar die Anpassung des Gehirns an sich ändernde Umweltbedingungen (Neuronale Plastizität). Hierbei beschäftigt er sich unter anderem mit Gehirn-Computer-Schnittstellen (englisch brain-computer interface, BCI) und deren klinischem Einsatz in der Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Im Rahmen eines Research Fellowships am National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) ist es ihm und seinen Kollegen 2011 erstmals gelungen, neuromagnetische Hirnaktivität im Millisekundenbereich messbar zu machen, während das Gehirn eines menschlichen Probanden von elektrischen Strömen durchflossen wurde. Es wird angenommen, dass diese neue Methode wesentlich dazu beitragen wird, den klinischen Erfolg elektrischer Hirnstimulation besser zu verstehen und zahlreiche neurowissenschaftliche Grundfragen aufzuklären.[3] Hierfür wurde er u. a. mit dem BIOMAG und dem NARSAD Young Investigator Award ausgezeichnet.[4] Erwartet werden dadurch langfristig bessere Behandlungsmethoden von neuronalen Störungen sowie vor allem noch feinere und genauere Steuerungen durch Gehirnströme (Biohand, Überwindung von Schlaganfallsymptomen, Verringerung von Depressionen, Angststörungen und chronischen Schmerzen).
Soekadar engagiert sich seit Jahren im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere für den Aufbau von Jugend-Gesundheitszentren in Afrika, Südamerika und Asien. Seit 2001 ist er Mitgründer und -stifter der Global Contract Foundation, Hamburg, seit 2004 Vorstandsmitglied der Organisation Lebenschancen International und der Stiftung Weltvertrag. 2004 wurde er zum jüngsten Kreativ-Mitglied des Club of Budapest ernannt[5], nachdem er im Jahr zuvor ein erstes Konzept der Global Marshall Plan Initiative entworfen sowie maßgeblich an der Stuttgarter Erklärung vom Oktober 2003 mitgewirkt hatte.[6]
Die Stiftung unterstützt die wichtigen Forschungen erneut, indem Soekadar ab 2026 eine weitere Einstein-Professur erhält. Neben seinem normalen Hochschullehrer-Einkommen stehen dann über zwei Jahre weitere 500.000 Euro Fördergeld bereit. Das Hauptziel ist, in Berlin ein NeuroTech Open Innovation Hub zu etablieren, eine Plattform für Start-ups, Industriepartner und gezielte Talenteförderung.[7]
Auszeichnungen
Im Jahr 2012 erhielt er zusammen mit Niels Birbaumer den International Annual BCI Research Award.[8]
Literatur
- Uwe Möller, Franz Josef Radermacher, Josef Riegler, Surjo R. Soekadar, Peter Spiegel: Global Marshall Plan. Mit einem Planetary Contract für eine Ökosoziale Marktwirtschaft weltweit Frieden, Freiheit und nachhaltigen Wohlstand erreichen. Ein Statement der Global Marshall Plan Initiative. Stuttgart, 2004.
