Surya Gied
deutsch-koreanische multimediale Künstlerin
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Leben
Surya Gied ist in Deutschland und Südkorea aufgewachsen.[2] Ihre Mutter Chonook Gied-Lee war in den 1970ern als Arbeitsmigrantin nach Köln gekommen, wo sie als Pflegefachkraft arbeitete. Surya Gied verbrachte die erste Hälfte ihrer Kindheit in Südkorea und kam mit 8 Jahren zurück nach Deutschland.[3] 2008 schloss sie ihr Studium der Malerei an der Universität der Künste Berlin unter Valérie Favre als Meisterschülerin ab.[4] Seit 2009 arbeitet sie als Kuratorin in verschiedenen Projekten, darunter der Kunstraum Kreuzberg in Berlin oder die Unity Gallery in Iowa.[2] Seit dem Abschluss ihres Masters ist sie außerdem wiederholt an Hochschulen als Lehrbeauftragte tätig, 2017–2019 als Künstlerische Mitarbeiterin von Dierk Schmidt an der Kunsthochschule Kassel.[5]
Werk
Surya Gied arbeitet multimedial und vereint Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Performance, Video und Klang in raumgreifenden Installationen. Die Malerei nutzt sie dabei als Ausgangspunkt für eine Migration der Materialien, die in einem Zwischenraum der Abstraktion und Refiguration stattfindet. Durch diese Splitter der Farben, Oberflächen und Räume versucht sie, sowohl persönliche und kulturelle Narrative deutlich zu machen, als auch das Fragmentarische, Unausgesprochene und Vieldeutige zu erkunden. Thematischen Hintergrund liefert dabei ihre eigene Migrations- und Familiengeschichte zwischen Korea und Deutschland, besonders soziale und politische Strukturen, feministische Perspektiven und patriarchale Linien.[1] Als deutsch-koreanische Künstlerin kreisen ihre Arbeiten um das Annähern an die eigene verloren gegangene kulturelle Herkunft und das Leben zwischen ihren kulturellen Identitäten, wobei sie sich eher einer bildlichen als sprachlichen Kommunikation bedient.[3]
Die Serie Looking into the Distance Becomes Difficult thematisiert seit 2015 Fragmente der Gewalt in Krisensituationen in den Massenmedien. Die Hypervisualität des fotojournalistischen Materials aus dem Internet wird hier mit der Frage konfrontiert, wie man diese Realitäten thematisieren kann, ohne erneut gewaltvolle Bilder zu zirkulieren und zu reproduzieren.[6]
In der Serie Godori untersucht sie seit 2022 die Lebensgeschichte ihrer weiblichen Vorfahren in einem durch militärische und patriarchale Normen geprägten Südkorea. Das gleichnamige Koreanische Kartenspiel, das während der Kolonialzeit eingeführt und zu einem alltäglichen Ritual ihrer Familie wurde, fungiert hier als ein Symbol der Verbundenheit und des stillen weiblichen Widerstandes durch Gedächtnismechanismen.[7]
Ausstellungen
Einzelausstellungen
- This Is Original Korean Paper, Infernoesque, Berlin, 2012
- Sei a jode Jung! (Be a good boy!), Unity Gallery, Fairfield (Iowa), 2014
- Looking into the Distance Becomes Difficult I, Hillyer Art Space, Washington, D.C., 2015
- Looking into the Distance Becomes Difficult II, Galerie Wedding, Berlin, 2017
- Seeking Clarity in the Midst of Density, Recitation Gallery, University of Delaware, Delaware, 2019
- Godori – Battle of Flowers, Museum Reinickendorf, Berlin, 2022
- 집 – how quickly leaving had been and how slow returning is, Kunstverein Kassel, 2025
Gruppenausstellungen (Auswahl)
- The Door Gallery, Seoul, 2009
- Alte Post Neukölln, Berlin, 2009
- SNO, Sydney, 2010
- workspace, Los Angeles, 2010
- Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin, 2011
- Märkisches Museum Witten, 2012
- Savvy Contemporary, Berlin, 2013
- PyeongChang Biennale, Pyeong Chang, 2015
- Lovey Town, Madison (Wisconsin), 2016
- SPACE Gallery, Pittsburgh, 2017
- Alte Münze, Berlin, 2018
- Kreuzberg Pavillon, Berlin, 2019
- Romanian Academy, Rome, 2023
- Rathaus Galerie Reinickendorf, Berlin, 2023
- Galerie Hyle, Hamburg, 2024
- Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 2024
- Kunstverein Arnsberg, 2025
- Jean-Claude Maier Gallery, Frankfurt, 2025
- Kunsthalle Recklinghausen, 2026
Auszeichnungen und Stipendien
- 2009: DAAD-Stipendium, Seoul
- 2013: Projektstipendium, Goethe Institute Seoul
- 2013: Künstlerinnenresidenz, Seoul Art Space Geumcheon
- 2015: Ausstellungsprojekt, Förderung der Robert Bosch Stiftung, Washington, D.C.
- 2020: Recherchestipendium des Berliner Senats
- 2021: Dieter-Ruckhaberle-Förderpreis
- 2021: Stipendium, Neustart Kultur, VG Bild-Kunst
- 2022: Jahresstipendium, Pollock-Krasner Foundation, New York City
- 2022: Stipendium der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi[4]
- 2022: Stipendium, Neustart Kultur, Kunstfond Bonn
- 2026: Stipendium, KUNSTFONDS_Publikation, Stiftung Kunstfond
Weblinks
Website der Künstlerin https://suryagied.com/, zuletzt abgerufen am 11. April 2026
