Susanna Fanzun

Dokumentarfilmerin, Regisseurin und Produzentin From Wikipedia, the free encyclopedia

Susanna Fanzun (geboren am 24. Juli 1963 in Scuol, Engadin) ist eine rätoromanische Dokumentarfilmerin, Regisseurin und Filmproduzentin. In ihrem Filmschaffen fokussiert sie ihre Herkunftsregion im Alpenraum und mit globalen Themen bzw. Alltagsthemen.[1]

Susanna Fanzun (2017)

Leben und Wirken

Susanna Fanzun stammt aus dem Kanton Graubünden und ist in Tarasp im Engadin aufgewachsen.[2] Sie absolvierte eine Ausbildung als Primarlehrerin. Nach dem Abschluss startete sie ihre berufliche Laufbahn jedoch im Journalismus und liess sich zur Radio- und Fernsehjournalistin ausbilden. Zwischen 1986 und 2013 arbeitete sie bei Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (Fernsehen und Radio der rätoromanischen Schweiz). Parallel dazu absolvierte sie zahlreiche Weiterbildungen.

Filmschaffen

Ihren ersten Dokumentarfilm erstellte sie 1997, weitere folgten.[3] Im Jahr 2012 gründete Fanzun die Produktionsfirma Pisoc Pictures, in der sie seitdem als freie Filmemacherin Dokumentarfilme entwickelt und produziert. Sie hat inzwischen mehr als 30 Dokumentarfilme realisiert.

Als Filmschaffende interessierte sie sich besonders für die Künstlerfamilie Giacometti, die Eltern Annetta Stampa und Giovanni mit ihren Kindern Alberto, Diego, Ottilia und Bruno, die in einem Nachbartal, dem Bergell, wohnten. Fanzuns Dokumentation hatte nach zehn Jahren aufwendiger Recherche und Dreharbeiten 2023 bei den Solothurner Filmtagen ihre Weltpremiere[4] und war der erfolgreichste Schweizer Dokumentarfilm des Jahres.[5]

Mit ähnlicher Akribie und Ausdauer arbeitete sie an einer Dokumentation über das Tarasper Schloss, in dem Fanzun als Tochter des Schlossverwalters gemeinsam mit ihren Geschwistern aufgewachsen war. Das Werk erzählt nicht nur die turbulente Geschichte des Schlosses, sondern gewährt auch Einblicke in Susanna Fanzuns eigene Familiengeschichte.[5]

Werke (Auswahl)

Regie (Auswahl)

  • 1997: Verstummt, verstaubt, wiederbelebt – Orgeln in Spanien. 25 min.
  • 1998: Der lange Weg zum Licht – 4 Jahreszeiten mit den Nonnen von Müstair. 25 min.
  • 1998: Die Bräute Jesu. 50 min.
  • 2000: El Dorado Samnaun – Ein Märchen von Zwergen und Riesen.
  • 2001: Nos Alberto – Unser Alberto Giacometti. 25 min.
  • 2003: Eine wundervolle Reise. 100 Jahre Albulabahn. 24 min.
  • 2005: Wunschtraum Kinder – Albtraum Adoption. 50 min.
  • 2005: Dumeng Raffainer – constructer da models. 37 min.
  • 2007: La duonna culla corna – ün üert a New York. 25 min.
  • 2008: Visita tar Erica Pedretti cun Esther Krättli. 25 min.
  • 2011: Guarda – Oz sun jau qua da chasa. 25 min.
  • 2012: Pur forever – Carl Jenal, il pli vegl pur svizzer. 25 min.
  • 2015: Kühe, Käse und 3 Kinder. Dokumentarfilm, 93 min
  • 2016: Lana, Dokumentarfilm über den Rohstoff Wolle. 24 min.
  • 2023: I Giacometti, eine aussergewöhnliche Familie aus dem Bergell. Kinodokumentarfilm, 104 min.[4]
  • 2025: Nos chastè – Das Schloss Tarasp und seine märchenhafte Geschichte (mit Oliver Conrad), 60 min.

Drehbuch & Produzentin

  • 2015: 2015: Kühe, Käse und 3 Kinder.
  • 2023: I Giacometti, eine aussergewöhnliche Familie aus dem Bergell.
  • 2025: Nos chastè – Das Schloss Tarasp und seine märchenhafte Geschichte.

Auszeichnungen

  • 2023: I Giacometti – eine ausserordentliche Familie aus dem Bergell war der erfolgreichste Schweizer Dokumentarfilm des Jahres und gewann den Publikumspreis beim Filmfestival im österreichischen Radstadt.[5]
  • 2025: Radio- und Fernsehpreis der Ostschweiz[5]

Ehrenämter und Engagement

Seit 2009 ist Susanna Fanzun Mitglied des Verbandes Cineasts Independents Rumantschs (CIR), seit 2017 als dessen Präsidentin.[3]

Einzelnachweise

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