Susanne Simonis

deutsche Konsulin (1904-1977) From Wikipedia, the free encyclopedia

Susanne Simonis (* 29. Januar 1904 in Charlottenburg; † 28. Dezember 1977) war eine deutsche Journalistin und Diplomatin.

Werdegang

Simonis legte das Abitur als Externe ab und studierte anschließend sechs Semester lang Rechts- und Staatswissenschaften, ohne einen Abschluss abzulegen. Von 1930 bis 1941 leitete sie die Redaktion der Frauenzeitschrift Fürs Haus. Dort verwaltete sie unter anderem die Rubrik Fragen Sie Frau Ursula. Ab 1941 leitete sie den Haushalt ihres Cousins Erich Kordt, der von 1941 bis 1943 Botschaftsrat in Tokio und von 1943 bis 1945 Botschaftsrat in Nanjing war. In Tokio wurde sie Mitglied der NS-Frauenschaft der Auslandsdeutschen und hielt über das deutschsprachige Radio Tokio Reden an deutsche Frauen in Japan. Sie kehrte erst 1947, zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, nach Deutschland zurück.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Simonis über die Kontakte der Brüder Erich und Theodor Kordt (der mit ihrer Schwester Thea verheiratet war) zum deutschen Widerstand informiert; gemeinsam mit beiden verfasste sie im Februar 1941 in Rigi Kaltbad das so genannte „Rigi-Kaltbad-Memorandum“, das von Erich Kordt an Ludwig Beck weitergeleitet wurde. Bereits 1938 war sie mit einer Nachricht von Erich an Theodor Kordt (der zu dieser Zeit an der Londoner Botschaft tätig war), die sie auswendig gelernt hatte und die zur Durchkreuzung der Kriegspolitik Hitlers bestimmt war, nach London geschickt worden.[1]

Im Nachkriegsdeutschland war Simonis zunächst im Deutschen Büro für Friedensfragen in Stuttgart tätig, bevor sie 1948 nach Bonn berufen wurde, wo sie vorerst die Bewerbungen von Frauen als Dolmetscherinnen und Sekretärinnen im diplomatischen Dienst zu bearbeiten hatte. Ab 1950 leitete sie das Frauenreferat in der Personalabteilung der „Dienststelle für auswärtige Angelegenheiten“ im Bundeskanzleramt. 1952 wurde sie als Sozialreferentin an der diplomatischen Vertretung in London.[2] Von 1956 bis 1960 leitete sie die Konsulate in Edinburgh und Glasgow. Anschließend war sie in der Kulturabteilung in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn tätig. Von 1965 bis 1969 leitete sie das Konsulat in Vancouver.

Simonis war katholisch und blieb ledig. Sie verwaltete den Nachlass von Erich und Theodor Kordt, der später in den Bestand des Instituts für Zeitgeschichte überging. 1969 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Literatur

Einzelnachweise

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