Suzan Şekerci

türkische Journalistin und Filmemacherin From Wikipedia, the free encyclopedia

Suzan Şekerci (* 1976 in Marburg (Lahn)) ist eine türkisch‑deutsche Filmemacherin, Autorin und Executive Producerin. Sie arbeitet im deutschsprachigen Dokumentarfilm mit Schwerpunkt auf gesellschaftlich relevanten Themen, kultureller Identität und Perspektiven, die im klassischen Medienkontext oft unterrepräsentiert sind.

Leben und Ausbildung

Suzan Şekerci wuchs in Deutschland auf und absolvierte ein Grundstudium der Wirtschaftswissenschaften an der Gesamthochschule Kassel. Anschließend machte sie in Hamburg eine Ausbildung zur staatlich geprüften Mediengestalterin für Bild und Ton und bildete sich als Online‑Redakteurin weiter.

Karriere

Şekercis beruflicher Werdegang umfasst Tätigkeiten in Redaktion, Casting, Regie, Kamera, Schnitt und Produktionsleitung. Im Laufe ihrer Karriere etablierte sie sich als Regisseurin und Executive Producerin mit Schwerpunkt auf dokumentarische Erzählformen sowie auf die Entwicklung und Drehbucharbeit für fiktionale Stoffe.

Ihr erstes abendfüllendes Werk, Djangos Erben (2008), dokumentiert das Leben der Nachfahren des Jazzmusikers Django Reinhardt und gibt Einblicke in das Leben einer Sinti-Familie in Hamburg.[1] Für Buch und Regie erhielt sie das Eberhard-Fechner-Stipendium der VG Bild-Kunst, und der Film war für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.[2]

Mama Coca (2012) entstand im Rahmen internationaler Dreharbeiten in Kolumbien. Suzan Şekerci übernahm Buch, Regie, Kamera, Schnitt und die Rolle als Executive Producerin. Der Film wurde international auf mehreren Festivals gezeigt und erhielt von der Deutschen Film- und Medienbewertung das Prädikat »wertvoll«.[3][4]

Zusätzlich wird der Film im Katalog von German Documentaries gelistet.[5][6]

Neben dokumentarischen Projekten entwickelt Suzan Şekerci fiktionale Stoffe und schreibt Drehbücher für fiktionale Projekte.

Ihre Arbeit zeichnet sich durch enge Zusammenarbeit mit den Beteiligten, intensive Recherche, Casting und erzählerische Authentizität aus.

Soziales Engagement

Suzan Şekerci ist ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig und unterstützt Geflüchtete in Hamburg. 2015 organisierte sie eine Benefizveranstaltung für Geflüchtete in Kooperation mit dem Thalia Theater, unterstützt von der Kulturstiftung Hamburg und Volkswagen.[7]

Filmografie (Auswahl)

  • Kiosk (2021) – Autorin, Drehbuchentwicklung
  • Mama Coca (2012) – Buch, Regie, Kamera, Schnitt, Casting, Executive Producerin, Dokumentarfilm[8]
  • Soul Kitchen – Making Of (2010) – Regie, Kamera
  • Djangos Erben (2008) – Buch, Regie, Kamera, Dokumentarfilm[9]
  • La Tarotista (2008) – Regie, Kurzfilm
  • Alles Obst und Gemüse (2004) – Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt, Kurzfilm
  • Spiel 21 (2003) – Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt, Kurzfilm

Festivals und Auszeichnungen

  • Filmfest Hamburg – Mama Coca
  • Bogocine Film Festival, Bogotá – Mama Coca (International Competition: Documental Social)
  • Thessaloniki Documentary Festival – Mama Coca (View of the World)
  • Dokumentarist Istanbul – Mama Coca
  • Turkey/Germany Film Festival, Nürnberg – Mama Coca
  • 2009: Eberhard-Fechner-Stipendium der VG Bild-Kunst für Djangos Erben
  • 2009: Nominierung Adolf-Grimme-Preis für Djangos Erben
  • 2012: Prädikat »wertvoll«, Deutsche Film- und Medienbewertung, für Mama Coca

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI