Wikiwand AI

Sveinn Bergsveinsson

isländischer Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Sveinn Bergsveinsson (* 23. Oktober 1907 auf einem Bauernhof Aratunga im Staðardalur; † 17. Oktober 1988 in Berlin-Ost) war ein isländischer Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]

Leben und Wirken

Der aus einer Bauernfamilie im Nordwesten Islands stammende Sveinn Bergsveinnson legte seine Reifeprüfung 1932 am Gymnasium in Akureyri ab. Anschließend studierte er Isländische Sprache und Literatur an der Universität Islands und schloss dieses Studium 1936 mit der Prüfung zum „cand. mag“ ab. Seine Studien setzte er dann an der Universität Berlin und der Universität Kopenhagen fort. Von 1940 bis 1944 arbeitete er am Spracharchiv in Braunschweig. In Kopenhagen promovierte er 1941 mit einer Dissertation über „Grundfragen der isländischen Satzphonetik“. In Island unterrichtete er als Gymnasiallehrer bzw. Lektor an der Universität Islands (1947/48). Sveinn war stark kommunistisch orientiert. Im Jahre 1953 übernahm er eine Gastprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrte dort als Hochschullehrer bis zu seiner Emeritierung 1974, zuletzt als Ordinarius für Nordische Philologie. Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand führte er noch Kurse und Lehrveranstaltungen durch.

Sveinn beschäftigte sich in seinen Veröffentlichungen vor allem mit der Phonetik. Die meisten erschienen in Form von Aufsätzen in Fachzeitschriften. Besonders bekannt wurde er aber durch sein „Isländisch-deutsches Wörterbuch“, das 1967 erschien.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Grundfragen der isländischen Satzphonetik (= Phonometrische Forschungen, Reihe A, Bd. 2). Metten, Berlin 1941 (= Dissertation Universität Kopenhagen).
  • Sprachnormen und sprachliche Homogenität. In: Language typology and universals, Bd. 7/8 (1954), S. 392–403.
  • Die Vokaldehnung in isländischen Fremdwörtern. In: Phonetica, Bd. 1 (1957), H. 3, S. 129–145.
  • Zum Abhörproblem bei fremden und vertrauten Sprachen. In: Language typology and universals, Bd. 12 (1959), S. 9–22.
  • Isländische Phonetik. In: Phonetica, Bd. 5 (1960), H. 1, S. 43–64.
  • Prinzipielles zur Lautklassenlehre. In: Language typology and universals, Bd. 18 (1965), S. 379–394.
  • Isländisch-deutsches Wörterbuch. Verlag Enzyklopädie, Leipzig 1967.
  • Die Stellung des Adverbs im Isländischen. In: Folia linguistica, Acta Societatis Linguisticae Europaeae, Bd. 3 (1969), H. 3/4, S. 307–332.
  • Die funktionelle Satzphonetik. In: Eberhard Zwirner (Hrsg.): Phonometrie. Bd. 2 (= Bibliotheca Phonetica, Bd. 5). Karger, Basel 1968, S. 278–305.
  • Experimentalphonetik und Phonometrie. In: Ebd., S. 306–315.
  • Über die Bedeutung und die Auswertung der Satzmelodie. Ein phonometrischer Beitrag zur allgemeinen Satzphonetik. In: Eberhard Zwirner (Hrsg.): Phonometrie. Bd. 3 (= Bibliotheca Phonetica, Bd. 7). Karger, Basel 1969, S. 257–302.

Festschrift

  • Tomas Milosch (Hrsg.): Beiträge zur nordischen Philologie. Sammelpublikation in honorem Sveinn Bergsveinsson (23.10.1907 – 17.10.1988) (= Linguistische Studien, Reihe A, Bd. 187). Akad. der Wiss. der DDR, Zentralinst. für Sprachwiss., Berlin 1988 (mit Bibliographie der Veröffentlichungen von Sveinn Bergsveinsson), S. 2–7.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks