Syed Manzoorul Islam
bangladeschischer Schriftsteller und Professor (1951-2025)
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Syed Manzoorul Islam (bengalisch সৈয়দ মনজুরুল ইসলাম, geb. 18. Januar 1951, Sylhet, Ostbengalen, Pakistan; gest. 10. Oktober 2025, Dhaka, Bangladesch) war ein bangladeschischer Kritiker, Schriftsteller und Professor an der University of Dhaka.[1] Als Literaturkritiker verfasste er Rezensionen über Autoren wie Michael Madhusudan Dutt, Kazi Nazrul Islam, Sudhindranath Dutta, Samar Sen und Shamsur Rahman.[2] Im Januar 2018 wurde er Präsident von PEN Bangladesh.[3]

Islam wurde 2018 mit dem Ekushey Padak in der Kategorie Sprache und Literatur ausgezeichnet[4] Zuvor erhielt er 1996 den Literaturpreis der Bangla Academy (Bangla Academy Literary Award),[2] und eine 2005 erschienene Kurzgeschichtensammlung Prem o Prarthanar Galpo wurde von Prothom Alo zum Buch des Jahres gekürt.
Leben
Islam wurde in Sylhet als Sohn von Syed Amirul Islam und Rabeya Khatun geboren. 1966 legte er die Aufnahmeprüfung an der Sylhet Government Pilot High School ab und 1968 die Hochschulreife am Sylhet MC College (Murari Chand College). Seinen Bachelor- und Masterabschluss erwarb er 1971 bzw. 1972 an der Universität Dhaka. Später ging er nach Kanada und promovierte 1981 an der Queen’s University in Kingston mit einer Arbeit über den Einfluss der Philosophie Emanuel Swedenborgs auf die Dichtung von William Butler Yeats. 1989 lehrte er als Fulbright-Stipendiat ein Semester lang an der University of Southern Mississippi in Hattiesburg, Mississippi. Anschließend ging er an der Universität Dhaka in den Ruhestand und trat der University of Liberal Arts Bangladesh bei.[3]
Islam starb am 10. Oktober 2025 im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.[5]
Werk
Islam schrieb bereits in seiner Kindheit. Schon in der sechsten Klasse veröffentlichte er seine Texte in der Zeitschrift „Shikkhok Samachar“.[6] Während seines Studiums erkrankte der Vater eines Freundes schwer und starb qualvoll. Dieses Ereignis berührte Islam tief und veranlasste ihn 1973, seine erste Geschichte „Bishal Mrittu“ zu schreiben.[6] Sie fand positive Resonanz; dennoch veröffentlichte er während seines Aufenthalts in Kanada nichts. Nach seiner Rückkehr nach Bangladesch nahm er das Schreiben wieder auf und schrieb regelmäßig die Kolumne „Olosh Diner Hawa“ für die Literaturseite der Zeitung „Dainik Sangbad“. Er schrieb über Themen wie Kunst und Literatur. 1989 begann Islam für die Zeitschrift „Bichinta“ zu schreiben, in welcher viele seiner postmodernen Geschichten erschienen.

Islam bezeichnete sich selbst als „von Ausbildung her Kritiker und aus Zwang heraus Schriftsteller“ („a critic by training and a writer by compulsion“).[7] Obwohl er in vielen Genres schrieb, schätzte er sein fiktionales Werk höher als seine anderen Schriften.[7] In seine Geschichten verarbeitete er meist seine eigenen Erfahrungen. Er versuchte, sich in seine Figuren hineinzuversetzen, die Welt mit ihren Augen zu sehen und ihren Schmerz und ihr Glück zu beschreiben.[7] Über den surrealistischen Charakter seiner Werke sagte er, dass er in seiner Kindheit Märchen gehört habe, in denen surrealistische Elemente fester Bestandteil waren, was seinem Schreiben eine ähnliche Note verliehen habe.[7] Er glaubte, dass „das Surreale die Kehrseite der Realität ist – es ist das, was unserem Alltag Sinn verleiht“ („the surreal is the flip side of reality - it is what gives meaning to our everydayness“).[7]
Werke
Kurzgeschichten
- Shrestho Golpo (1994)
- Thaka na-thakar Golpo (1996)
- Kach Bhanga Rater Golpo (1998)
- Alo O Ondhokar Dekhar Golpo (2001)
- Prem O Prarthonar Golpo (2005)
- Shukhdukkher Galpo (2011)
- Bela Obelar Galpo (2012)
- The Merman’s Prayer and Other Stories (in English) (2013)
Romane
- Adhakhana Manush (2006)
- Tin Parber Jiban (2008)
- Kanagalir Manushera (2009)
- Ajgubi Rat (2010)
- Dinratriguli (2013)
Essays
- Nandantattwa (1985)
- Katipaya Prabandha (1992)
- Essays on Ekushey: The Language Movement 1952. Bangla Academy Dhaka 1994. ISBN 984-07-2968-3
- Rabindranther Jyamiti o Anyanya Shilpaprashanga (2011)
- Olosh Diner Haowa (2012)