Sylvie Joly

französische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Sylvie Joly (* 18. Oktober 1934 in Paris; † 4. September 2015 ebenda) war eine französische Schauspielerin und Komikerin. Sie war vor allem für ihre Rolle in der Filmfarce Le Miraculé von 1987 bekannt, für die sie mit der Nominierung für einen César belohnt wurde.

Sylvie Joly (1993)

Leben

Grab von Sylvie Joly auf dem Cimetière du Père-Lachais

Joly war die Urenkelin von Jules Carpentier, eines französischen Ingenieurs und Erfinders. Ihr Vater Lucien war von 1947 bis 1963 Bürgermeister von Arromanches-les-Bains. Ihre Schwester ist die Schriftstellerin Fanny Joly, die zahlreiche Sketche für sie schrieb. Joly war das zweite von acht Kindern (sechs Jungen, zwei Mädchen).[1][2]

Vor Beginn ihrer Karriere als Schauspielerin studierte Joly Jura und arbeitete eher widerwillig knapp fünf Jahre als Rechtsanwältin.[3] Sie war die erste Frau in Frankreich, die ein Soloprogramm auf der Bühne präsentierte. Bekannt wurde sie durch ihren bissigen Humor, wie er beispielsweise in einem ihrer berühmtesten Sketche „L’après-diner“ („Nach dem Essen“) zum Ausdruck kam. Joly war die „Patin“ etlicher französischer Komiker wie beispielsweise Dany Boon und Pierre Palmade, deren erste Shows sie inszenierte.[1][2]

Jolys erste Rolle in einem Film war die einer Frau, die den Bus nimmt in der Komödie L’oeuf (deutsch Das Ei) von 1972. In dem französisch-italienischen Spielfilm Mach’s gut, Nicolas von 1973 spielte sie neben Marcello Mastroianni eine kleinere Rolle. Ebenso war sie in Bertrand Bliers Literaturverfilmung Die Ausgebufften wiederum in einer kleineren Rolle zu sehen. Sie verkörperte die Eigentümerin eines Autos, das gestohlen wurde. In der französisch-belgischen Filmkomödie Frau zu verschenken von Bertrand Blier geht es um das Paar Raoul und Solange, das sich auf eine Dreierbeziehung einlässt und um einen blutjungen Mann, auf den Solange sich wider besseres Wissen einlässt. Auch in diesem Film ist Joly wiederum in einer sehr kleinen Rolle als Passantin besetzt.

Als Meilenstein in Jolys Filmkarriere gilt ihre Rolle in Jean-Pierre Mockys Filmfarce Le Miraculé. Für ihre Leistung in diesem Film wurde sie 1987 für einen César nominiert. Sie ist als Ehefrau des misstrauischen, tauben Versicherungsagenten Ronald Fox Terrier, gespielt von Michel Serrault besetzt. Der Film gilt als bissige, turbulente Satire auf den kommerziellen Handel mit dem Glauben und die menschliche Gier allgemein. In der Fantasy-Komödie Les Couloirs du temps: Les Visiteurs II (1998) verkörperte Joly an der Seite von Jacques François die wohlhabende Bürgerin Giséle. Ihre letzte Filmrolle spielte sie 2007 in Gérard Krawczyks Kriminalkomödie L’ Auberge rouge – Mord inklusive. Sie verkörperte darin die Comtesse de Marcillac, eine wohlhabende, aristokratische Dame, die zusammen mit ihrer Familie in einer Postkutsche unterwegs ist. Sie und ihre Familie werden zu potenziellen Opfern eines mörderischen Ehepaares, das es auf das Vermögen reicher Gäste abgesehen hat.[1][2]

Jolys schauspielerisches Schaffen für Film und Fernsehen umfasst mehr als 60 Produktionen.

Im Theater wirkte Joly in Stücken von Eugène Ionesco, Tschechow, Brendan Behan und Pierre Carlet de Marivaux mit, oft unter der Regie von Tania Balachova und Georges Wilson.[1]

Joly war mit dem französischen Atomingenieur Pierre Vitry verheiratet, mit dem sie eine Tochter, Mathilde Vitry, und einen Sohn, Gregoire Vitry hatte.[3] Im Oktober 2010 gab sie bekannt, dass sie an Parkinson litt.[1] Joly starb im Alter von 80 Jahren in Paris an einem Herzinfarkt.[4]

Begraben wurde die Künstlerin in Paris auf dem Cimetière du Père-Lachais.[5]

Filmografie (Auswahl)

Commons: Sylvie Joly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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