Symplektisches Thom-Spektrum
Thom-Spektrum der unendlichen symplektischen Gruppe Sp
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Das symplektische Thom-Spektrum ist im mathematischen Teilgebiet der Theorie der Spektren das Thom-Spektrum der unendlichen symplektischen Gruppe (auch ). Dazu gibt es auch die symplektischen Thom-Spektren der symplektischen Gruppen , welche jedoch von untergeordnetem Interesse sind. Eine wichtige Anwendung des symplektischen Thom-Spektrums sind quaternionisch orientierte Kohomologietheorien (welche durch Spektren dargestellt werden). Benannt ist das symplektische Thom-Spektrum nach René Thom, der die zugrundeliegenden Thom-Räume in seiner Doktorarbeit im Jahr 1954 eingeführt hat.
Definition
Das Thom-Spektrum der symplektischen Gruppe ist das Einhängungsspektrum des Thom-Raumes des universellen Vektorbündels , also gegeben durch:[1]
Die Verschiebung kommt vom reellen Rang von und sorgt dafür, dass Whitney-Summen mit trivialen Vektorbündeln keine Auswirkung haben. Es gilt und dadurch .) Die kanonische Inklusion induziert eine stetige Abbildung und durch Rückzug einen Vektorbündelhomomorphismus . Durch Anwendung des Thom-Raums folgt eine stetige Abbildung [2] und dadurch (wofür die Verschiebung auch notwendig ist) ein Spektrumhomomorphismus . Deren Grenzwert ist:
Beispiele
ist die triviale Gruppe, daher ist ihr Thom-Spektrum das Sphärenspektrum (beide sind jeweils die initialen Objekte in der Kategorie der Gruppen und Kategorie der Ringspektren):
Die kanonische Inklusion ergibt sich dabei auch durch Anwendung von auf die kanonische Inklusion .
Wegen bestehen zudem der Zusammenhang:
Verbindungen
Durch die Komposition des Nullschnitts und der kanonischen Projektion gibt es eine kanonische Abbildung:
Durch die Inklusion einer Faser (beschrieben durch den Rückzug entlang einer Punktinklusion ) gibt es zudem eine kanonische Abbildung:
Eigenschaften
- ist -zusammenhängend.
Beweis: Allgemein ist für eine -zusammenhängende Kofaserung der Quotientenraum ebenso -zusammenhängend. ist als Inklusion einer abgeschlossenen Teilmenge eine Kofaserung und zudem homotopieäquivalent zum Faserbündel . (Für das Scheibenbündel ergibt sich das dadurch, dass der Nullschnitt und die kanonische Projektion eine Homotopieäquivalenz herstellen, da es faserweise zusammenziehbar ist.) Dieses ist -zusammenhängend, da der klassifizierende Raum die Homotopiegruppen hinauf verschiebt und die kanonische Inklusion entsprechend -zusammenhängend ist, was sich direkt aus der langen exakten Sequenz für Homotopiegruppen für das Faserbündel ergibt.
- Die kanonische Abbildung ist eine schwache Homotopieäquivalenz. (Insbesondere passt diese Aussage mit zur vorherigen Eigenschaft.)
Beweis: Allgemein bilden der Nullschnitt und die kanonische Projektion eine Homotopieäquivalenz, da das Scheibenbündel faserweise zusammenziehbar ist.
- Es gibt eine kanonische schwache Homotopieäquivalenz zum unendlichen quaternionischen projektiven Raum:[3]
Beweis: Folgt direkt aus der vorherigen Eigenschaft mit der Homotopieäquivalenz . Alternativ lässt sich die Aussage explizit ausdrücken, da der Thom-Raum mit Limiten kommutiert und für quaternionische tautologische Geradenbündel genau die quaternionischen projektiven Räume gleicher Dimension ergibt, also .[3] Insgesamt ist:
Ringspektrumstruktur
hat die Struktur eines Ringspektrums. Das Einselement ist der kanonische Spektrumhomomorphismus . Die kanonische Inklusion induziert eine stetige Abbildung und durch Rückzug einen Vektorbündelhomomorphismus . Durch Anwendung des Thom-Raums folgt eine stetige Abbildung und dadurch (wofür die Verschiebung auch notwendig ist) ein Spektrumhomomorphismus . Dessen Grenzwert ist eine Verknüpfung:
Siehe auch
Literatur
- René Thom: Quelques propriétés globales des variétés différentiables. In: Comment. Math. Helv. Band 28, 1954, S. 17–86, doi:10.1007/BF02566923 (französisch, ed.ac.uk [PDF]).
- Sergei Novikov: Homotopy properties of Thom complexes. In: Mat. Sbornik. Band 57, Nr. 4, 1962, S. 407–442 (englisch, mi-ras.ru [PDF]).
- Pierre Conner und Edwin Floyd: The Relation of Cobordism to K-Theories. In: Lecture Notes in Mathematics. Band 28, 1966, doi:10.1007/BFb0071091 (englisch, ed.ac.uk [PDF]).
- Frank Adams: Stable homotopy and generalised homology. In: Chicago Lectures in Mathematics. University of Chicago Press, 1974 (englisch, rochester.edu [PDF]).