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Synagoge (Kitzingen)

Synagoge in Kitzingen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die ehemalige Synagoge in Kitzingen, Regierungsbezirk Unterfranken des Freistaats Bayern, wurde 1883 erbaut. Die Synagoge befindet sich in der Landwehrstraße 1 und steht als Baudenkmal unter Schutz.

Synagoge in Kitzingen
Synagoge in Kitzingen

Geschichte

Im 16. Jahrhundert befand sich eine Synagoge hinter dem Stadtgraben im Haus Nr. 6 der Oberen Bachgasse. Seit Mitte der 1870er Jahre sammelte die jüdische Gemeinde mit Hilfe einer Synagogenbaukasse für den Neubau einer Synagoge. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 31. Juli 1882 statt. Die Pläne für die Synagoge im historistischen Rundbogenstil mit Sandsteinquadern und Backstein stammen vom Bautechniker Schneider aus Kitzingen. Die Bauarbeiten führte Baumeister Korbacher aus. Die Einweihung der Synagoge fand vom 7. bis 9. September 1883 statt.

Die Synagoge wurde am 10. November 1938 während der Novemberpogrome in Brand gesetzt. Ein kleiner Andachtsraum erinnert an ihre Vergangenheit.

Heutiger Zustand

Am 19. Mai 1993 wurde im Rahmen eines Besuchsprogrammes ehemaliger Kitzinger Juden das restaurierte Synagogengebäude wiedereröffnet. Das Gebäude dient seitdem als Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge und Ausstellungen. Im Gebäude befindet sich eine Bibliothek zu jüdischen Themen.

Architektur

Die ursprüngliche Synagoge entstand in Baustilen verschiedener Epochen und lehnte sich in ihrer Ausführung eng an andere in Bayern erbaute Synagogen an. Dominierend war der Rundbogenstil. Im Inneren überwog der maurische Stil.

Eindeutige Hinweise auf die Nutzung des Gebäudes als jüdisches Gotteshaus gaben die beiden Gesetzestafeln an den Giebeln und die Inschrift „Israelitisches Gebetshaus“ über dem Portal.[1] Die Gestaltung des Gebetsraums war zwischen Rabbiner Adler und anderen Gemeindemitgliedern umstritten. Position der Bima, Abtrennung der Frauengalerie (Mechiza) und Anordnung der Frauen-Mikwe spalteten die Kitzinger Gemeinde.

Von außen sieht die Synagoge heute fast wieder so aus, wie sie ursprünglich erbaut wurde. Die beige-grauen Mauern aus Kalkstein, in die zur Verzierung Buntsandsteinquader eingelassen sind, überstanden den Brand.

Rituelles Bad

Die Mikwe der Kitzinger Gemeinde entstand mit der Synagoge und befand sich an einer Seite des Gebäudes. Ihr Bau machte das bisherige Provisorium in der Oberen Kirchgasse 11 überflüssig. Nun konnte Grundwasser wegen des nahen Mains angezapft werden. Die Mikwe blieb beim Brand 1938 zwar unbeschädigt, wurde aber 1942 bei der Einrichtung eines Kriegsgefangenenlagers beseitigt.[2]

Literatur

Einzelnachweise

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