Synagoge (Mödling)
Synagoge in der niederösterreichischen Stadt Mödling
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Die Synagoge in der niederösterreichischen Stadt Mödling (jiddisch mdljng)[1] wurde 1914 im Zentrum der Stadt errichtet und bei den Novemberpogromen 1938 niedergebrannt.

Geschichte
Eine erste jüdische Gemeinde, eine der größten Niederösterreichs,[2.1] gab es bereits im 14. Jahrhundert, mit einer Synagoge in der Judengasse (heutige Elisabethstraße 7).[3] Die Juden wurden 1420 im Rahmen der Wiener Gesera vertrieben und ermordet.[2.2] Das Synagogengebäude ging in Privatbesitz über.
Bis ins 18. Jahrhundert waren in Wien kaum noch Juden über, und konnten in Niederösterreich erst wieder mit dem 19. Jahrhundert sich ansiedeln. In der Gemeinde Mödling entwickelte sich erst beginnend 1840 wieder eine jüdische Gemeinschaft (ab 1833 gab es jüdischen Besitz in Mödling).[2.3] Die jüdische Bevölkerung in Wien und dem Habsburgreich wuchs in Folge bedeutend, insbesondere durch Pogrome in Russland im ehemaligen polnischen Territorium,[4] so wuchs der Israelitische-Kultusgemeinde-Bezirk Mödling bis 1910 zu einer Größe von 1.287 Mitgliedern und damit zum größten in Niederösterreich,[5] wobei die Stadt selbst ein paar hundert beheimatete[2.4] (Volkszählung 1934: 302)[6]. 1888 wurde ein Grundstück für eine Synagoge erworben; der Bau durch den Architekten Ignaz Reiser begann 1912 und wurde nach zwei Jahren abgeschlossen; am 16. August 1914 fand die Einweihung statt.
Bereits kurz nach dem Anschluss Österreichs wurde im Mai 1938 die Inneneinrichtung verwüstet. Ein weiterer Anschlag fand im September statt, bei dem unter anderem alle Glasfenster zerstört wurden. In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge angezündet. Die Ruine stand dann noch bis 1987, als sie abgerissen wurde.[7.1]
Erhalten ist noch das eiserne Gittertor zum Synagogenvorplatz, es wurde nach dem Abriss von Schülern des Gymnasiums Untere Bachgasse gerettet und hängt seitdem dort in der Schule.
Mit 1988 wurde dann begonnen, die jüdische Geschichte Mödlings systematisch in einer ersten ausführlichen Abhandlung, wegweisend für Niederösterreich, aufzuarbeiten.[8]
Heute steht am Platz der ehemaligen Synagoge ein Denkmal mit einer Mahntafel.[9]
Architektur
Das Gebäude bestand aus einer Mischung verschiedener Stile (Neuromanik, Jugendstil). Der Eingangsbereich auf der Westseite war am prachtvollsten ausgeführt. Über den Türen befand sich ein großes Fenster mit dem Davidstern und darüber waren die steinernen Gesetzestafeln. Die beiden Seitenfassaden hatten auf zwei Etagen je drei schmale Fenster. An der Ostseite befand sich eine Apsis mit zwei Fenstern an den Seiten und einem Rundfenster (ebenfalls mit einem Davidstern).
Das Dach war mit Mansarddächern stark gegliedert; in der Mitte über dem Hauptraum war eine imposante Kuppel.
Vom Eingang trat man zunächst in einen Vorraum ein, und von dort in den (quadratischen) Hauptraum, dem Gebetsraum der Männer. Ob es zu der Frauengalerie im ersten Stock ein oder zwei Treppenaufgänge gab, ist nicht bekannt. Die Frauengalerie befand sich entlang drei Seiten (außer an der Ostwand).
Der Toraschrein befand sich in der Apsis an der Ostseite; vor diesem stand die Bima.[7.2]
Siehe auch
Weblinks
- „Nazizeit in Mödling […] ZUM NACHLESEN: Bücher, Diplomarbeiten, Gutachten & Sonstiges zum Thema“, zusammengestellt von Gerhard Metz (link).
- Foto der Rückseite der zerstörten Synagoge.