TSV Siegen
deutscher Fußballverein
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Der Turn- und Sportverein Siegen ist ein Turn- und Sportverein aus der Stadt Siegen. Bundesweite Bekanntheit erreichte die Frauenfußballmannschaft in den späten 1980ern und frühen 1990ern, die sechs deutsche Meisterschaften und fünf Pokalsiege feierte.
| TSV Siegen | |||
| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Name | Turn- und Sportverein Siegen e. V. | ||
| Sitz | Siegen, Nordrhein-Westfalen | ||
| Gründung | 1909 | ||
| 1. Vorsitzender | Steffen Weber | ||
| Website | tsv-siegen.de | ||
| Erste Fußballmannschaft | |||
| Cheftrainer | Christian Rödder, Timo Müller | ||
| Spielstätte | Bezirkssportanlage West | ||
| Plätze | 3500 | ||
| Liga | Kreisliga B1 Siegen-Wittgenstein | ||
| 2025/26 | 6. Platz | ||
| |||
Geschichte
Der TSV Siegen geht auf den am 19. Mai 1909 gegründeten Spielverein 09 Trupbach zurück, der am 23. April 1920 in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen wurde. Im Jahre 1920 kam es zu einer kurzfristigen Fusion mit dem Spielverein Seelbach. Am 30. Mai 1926 wurde mit der Spielvereinigung Seelbach der zweite Stammverein gegründet. Nachdem der Spielverein Trupbach eine Turnabteilung gründete, wurde der Vereinsname am 22. Dezember 1955 in TSV 09 Trupbach geändert. Ein Jahr später traten die Turner aus und gründeten den Turnverein 1957 Trupbach. Doch bereits im Jahre 1962 fusionierten die Trupbacher Vereine wieder zum TSV 09/57 Trupbach. Schließlich fusionierten am 23. Januar 1972 der TSV 09/57 Trupbach und der Spielverein Seelbach zum heutigen TSV Siegen.[1]
Der TSV Siegen bietet neben Fußball noch Turnen, Tennis, Tischtennis, Tanzen und Leichtathletik an. Trupbach und Seelbach sind benachbarte Ortsteile in der Stadt Siegen.
Frauenfußball
Geschichte
Die Wurzeln der Frauenfußballabteilung liegen beim BC Eintracht Siegen. Die Abteilung wechselte zunächst im Jahre 1972 zum Siegener SC.[2] Am 18. Juli 1974 wurde die Abteilung schließlich vom TSV Siegen übernommen. Neben Trainer Manfred Nell wechselten 30 Spielerinnen den Verein, die sich vom Wechsel bessere finanzielle Möglichkeiten erhofften.[3] Im Jahre 1976 gewannen die Siegerinnen erstmals die Westfalenmeisterschaft und qualifizierten sich damit für die deutsche Meisterschaft, wo der vierte Platz erreicht wurde. Zwei Jahre später begann der Blumengroßhändler Gerd Neuser, sich beim Verein zu engagieren, bei dem seine Ehefrau und ehemalige Nationaltorhüterin Rosi Neuser spielte. Gerd Neuser übte neben dem Traineramt auch weitere Funktionen im Verein aus und beschäftigte mehrere Spielerinnen in seinem Betrieb.[2]
Bis 1985 gewannen die Siegenerinnen vier weitere Male die Westfalenmeisterschaft und dreimal den Westfalenpokal. Bei den deutschen Meisterschaften sowie beim ab 1980 ausgetragenen DFB-Pokal war zumeist schon in der ersten Runde Schluss. 1983 wechselte Rosi Neuser zum Konkurrenten SSG 09 Bergisch Gladbach. Zwei Jahre später erfährt Gerd Neuser, dass es bei den Gladbacherinnen interne Spannungen zwischen den Spielerinnen und der Trainer Anne Trabant-Haarbach gibt. Daraufhin verpflichte er mit Silvia Neid, Petra Bartelmann, Andrea Haberlaß und seiner Ehefrau gleich vier Nationalspielerinnen vom Konkurrenten und dazu Sissy Raith vom FSV Frankfurt. Gleichzeitig etablierte Neuser professionellere Strukturen im Verein.[2]
Im Jahre 1985 wurde mit der Regionalliga West die erste verbandsübergreifende Spielklasse Deutschlands eingeführt. Der TSV Siegen wurde zur dominierenden Mannschaft und gewann vier der fünf ersten Meisterschaften. 1987 gewann die Mannschaft ihren ersten deutschen Meistertitel durch einen 2:1-Sieg über den FSV Frankfurt. Der zweite Titel folgte 1990 durch ein 3:0 im Finale gegen Bergisch Gladbach. Martina Voss traf zweimal. Darüber hinaus gewann die Mannschaft zwischen 1986 und 1989 viermal in Folge den DFB-Pokal. Als Meister der Regionalligasaison 1989/90 qualifizierten sich die Siegenerinnen für die neu geschaffene Bundesliga und verstärkte sich mit Marion Isbert und Jutta Nardenbach mit zwei weiteren Nationalspielerinnen. Der Verein erhielte den Beinamen „FC Bayern München des Frauenfußballs“, wurde von der Konkurrenz gleichzeitig als „zusammengekaufte Truppe“ verspottet.[2]
In der Bundesliga sicherte sich der Verein gleich die beiden ersten Meistertitel, verloren aber überraschend das DFB-Pokalfinale 1991 gegen den Zweitligisten Grün-Weiß Brauweiler. 1993 reichte es nur zur Vizemeisterschaft, nachdem das Endspiel beim TuS Niederkirchen mit 1:2 nach Verlängerung verloren wurde. Doch nach dem fünften Meistertitel 1994 kam es zu einem Bruch. Das Finanzamt forderte im Rahmen einer Steuerprüfung detaillierte Belege, die Gerd Neuser nicht liefern konnte. Daraufhin wurde Neuser vom Vereinspräsidenten Wren entlassen. Gerd Neuser zog sich daraufhin aus dem Fußball zurück. Zahlreiche Spielerinnen wollten daraufhin den Verein verlassen, erhielten aber keine Freigabe. Einige Fälle gingen vor das Arbeitsgericht.[2] Als Tabellendritter der Saison 1994/95 verpasste die Mannschaft die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Ein Jahr später war die von Dieter Richard trainierte Mannschaft erfolgreicher. Die Mannschaft erreichte das Finale, welches mit 1:0 bei der SG Praunheim gewonnen wurde. Michaela Kubat erzielte das Tor des Tages. Aus finanziellen Gründen wechselte die komplette Abteilung Frauenfußball am Saisonende auf Vermittlung von Emmi Winkler zu den Sportfreunden Siegen und bildet seitdem dessen Frauenfußballabteilung, die sich bis 2001 in der Bundesliga hielt.[2]
Erfolge
- Deutscher Meister 1987, 1990, 1991, 1992, 1994, 1996
- Deutscher Vizemeister 1993
- DFB-Pokalsieger 1986, 1987, 1988, 1989, 1993
- DFB-Pokalfinalist 1991, 1992, 1994, 1995
- DFB-Supercupsieger 1992
- DFB-Supercupfinalist 1993, 1994, 1995
- DFB-Hallenpokalfinalist 1994, 1996
Im Jahre 1987 gelang es dem TSV sogar, das Double (Meisterschaft und Pokal) zu gewinnen.
Statistik
| Saison | Liga | Platz | S | U | N | Tore | Punkte | Meisterschaft | DFB-Pokal |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1974/75 | Bezirksliga Südwestfalen | 1. | nicht ausgetragen | nicht ausgetragen | |||||
| 1975/76 | Bezirksliga Südwestfalen | 1. | Vierter | nicht ausgetragen | |||||
| 1976/77 | Bezirksliga Südwestfalen | 1. | nicht qualifiziert | nicht ausgetragen | |||||
| 1977/78 | Bezirksliga Südwestfalen | 1. | Viertelfinale | nicht ausgetragen | |||||
| 1978/79 | Landesliga Westfalen, Gr. 1 | 1. | Viertelfinale | nicht ausgetragen | |||||
| 1979/80 | Landesliga Westfalen, Gr. 1 | 2. | nicht qualifiziert | nicht ausgetragen | |||||
| 1980/81 | Landesliga Westfalen, Gr. 1 | 1. | nicht qualifiziert | Achtelfinale | |||||
| 1981/82 | Verbandsliga Westfalen | 1. | Achtelfinale | Achtelfinale | |||||
| 1982/83 | Verbandsliga Westfalen | 1. | Achtelfinale | nicht qualifiziert | |||||
| 1983/84 | Verbandsliga Westfalen | 2. | nicht qualifiziert | Achtelfinale | |||||
| 1984/85 | Verbandsliga Westfalen | 2. | nicht qualifiziert | nicht qualifiziert | |||||
| 1985/86 | Regionalliga West | 1. | 20 | 2 | 0 | 69:10 | 42:2 | Halbfinale | Sieger |
| 1986/87 | Regionalliga West | 1. | 17 | 2 | 1 | 82:7 | 36:4 | Meister | Sieger |
| 1987/88 | Regionalliga West | 2. | 16 | 1 | 3 | 72:19 | 32:8 | Finale | Sieger |
| 1988/89 | Regionalliga West | 1. | 18 | 1 | 3 | 66:13 | 37:7 | Viertelfinale | Sieger |
| 1989/90 | Regionalliga West | 1. | 17 | 5 | 0 | 66:9 | 39:5 | Meister | Achtelfinale |
| 1990/91 | Bundesliga Nord | 1. | 15 | 3 | 0 | 85:7 | 33:3 | Meister | Finale |
| 1991/92 | Bundesliga Nord | 1. | 18 | 2 | 0 | 49:6 | 38:2 | Meister | Finale |
| 1992/93 | Bundesliga Nord | 2. | 16 | 1 | 1 | 61:6 | 33:3 | Vizemeister | Sieger |
| 1993/94 | Bundesliga Nord | 1. | 15 | 2 | 1 | 74:11 | 32:4 | Meister | Finale |
| 1994/95 | Bundesliga Nord | 3. | 11 | 3 | 4 | 64:23 | 26:10 | – | Finale |
| 1995/96 | Bundesliga Nord | 1. | 14 | 3 | 1 | 70:10 | 45 | Meister | Halbfinale |
Ehemalige Spielerinnen
Herrenfußball
Die Fußballer des TSV Trupbach stiegen im Jahre 1963 in die Bezirksklasse auf,[4] mussten aber sofort wieder absteigen. Der zweite Aufstieg folgte dann 1966.[5] Fünf Jahre später wurden die Trupbacher dort Meister und stiegen in die seinerzeit fünftklassige Landesliga auf. In der folgenden Saison 1971/72 stieg die nunmehr als TSV Siegen auflaufende Mannschaft als Tabellenletzter prompt wieder ab.[6] Vom 10. Juni bis 17. Juli 1975 weilte durch eine persönliche Bekanntschaft die Jordanische Fußballnationalmannschaft zu Besuch beim TSV Siegen. Der Gegenbesuch vom 16. bis 24. November 1975 bedeutete eine Premiere, da erstmals eine deutsche Fußballmannschaft in Jordanien spielte. 1978 verlor der TSV Siegen das Wiederholungsspiel des Entscheidungsspiels um die Vizemeisterschaft gegen den TSV Weißtal mit 1:2. Ein erstes Spiel endete nach Verlängerung torlos. Damit verpasste der TSV Siegen die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Landesliga.[7] Vier Jahre später stieg der TSV Siegen in die Kreisliga A ab.[8]
Stadion
Der TSV Siegen trägt seine Heimspiele auf der Bezirkssportanlage Siegen-West im Ortsteil Trupbach aus, welche im Jahr 2007 mit einem Kunstrasen versehen wurde. Während der Glanzzeit des Frauenfußballs spielte die Mannschaft im Leimbachstadion in Siegen.