T Cloud Public
Infrastructure-as-a-Service-Dienstleistung
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Die T Cloud Public (bis Februar 2026 Open Telekom Cloud, kurz OTC) der Deutschen Telekom ist ein Infrastructure-as-a-Service-Angebot aus der Public Cloud. Sie basiert auf OpenStack-Technologie und wird in den Rechenzentren der Tochtergesellschaft T-Systems in Biere und Magdeburg sowie seit 2021 im niederländischen Almere und Aalsmeer nach deutschen Datenschutzstandards betrieben.[1][2] Seit 2022 ist eine weitere Community Cloud in der Schweiz mit Rechenzentren in Bern und Zollikofen verfügbar.[3] Im Februar 2026 wurde das Angebot in T Cloud Public umbenannt und der konzernweiten Produktfamilie „T Cloud“ zugeordnet.[1]
| T Cloud Public | |
| Europe No 1 - formerly Open Telekom Cloud | |
| Cloud Computing | |
| Sprachen | Deutsch, Englisch |
|---|---|
| Betreiber | Deutsche Telekom AG |
| Online | seit 14. März 2016 |
| (aktualisiert 19. Juni 2026) | |
| https://t-cloud-public.com/ | |
Konzept
T Cloud Public ist ein Public-Cloud-Angebot für Geschäftskunden, das am 14. März 2016 unter dem Namen Open Telekom Cloud erstmals auf der CeBIT in Hannover von der Deutschen Telekom vorgestellt wurde.[4] Die IaaS-Lösung beruht auf deutschen Datenschutzrichtlinien und bietet Unternehmen individuell konfigurierbare Cloud-Services.[2] Vorstandsvorsitzender Timotheus Höttges begründete das Angebot zum Start mit dem Bedarf an einer „deutschen Antwort“ auf US-Anbieter, nachdem die NSA-Affäre viele Kunden verunsichert habe.[2] Die Telekom positioniert die Plattform als europäische Alternative zu US-amerikanischen Hyperscalern wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud und hebt die europäische Kontrolle über Daten, Infrastruktur und Betrieb hervor.[1]
Geschichte
Nach der Vorstellung 2016 wurde der Betrieb des Rechenzentrums und das Cloud-Management von der Telekom-Tochter T-Systems übernommen; die zugrunde liegende Hardware steuerte zum Start der chinesische Hersteller Huawei bei.[2] 2021 erweiterte T-Systems das Angebot um eine zweite Region mit Rechenzentren im niederländischen Almere und Aalsmeer,[5] 2022 kam eine in der Schweiz betriebene Community Cloud mit Standorten in Bern und Zollikofen hinzu.[3] Das Rechenzentrum in Biere bestand 2024 seit zehn Jahren.[6]
Im Februar 2026 benannte die Deutsche Telekom die Open Telekom Cloud nach rund zehn Jahren in T Cloud Public um; der neue Name soll die Zugehörigkeit zur Produktfamilie „T Cloud“ verdeutlichen.[1] Nach Angaben des Unternehmens hatte die Plattform zu diesem Zeitpunkt mehr als 4000 Geschäftskunden; für Bestandskunden änderten sich Services, Service-Level-Agreements und Ansprechpartner nicht.[1] Begleitend kündigte die Telekom einen Funktionsausbau an, mit dem bis Ende 2026 die Funktionslücke zu US-Anbietern geschlossen und ein automatisiertes Migrationswerkzeug ergänzt werden soll.[7][8] Im Rahmen ihrer Cloud-Strategie betonte die Telekom 2025, beim Aufbau ihres KI-Rechenzentrums und des sogenannten „Deutschland Stack“ keine chinesischen Komponenten zu verwenden.[9]
Aufbau
Das Public-Cloud-Produkt basiert auf dem Softwareprojekt OpenStack, das eine offene Architektur für Cloud Computing bereitstellt.[10] Die skalierbaren IT-Ressourcen lassen sich über ein Self-Service-Portal oder über programmierbare Schnittstellen (API) administrieren; einzelne Komponenten wie CPU, RAM, Storage und Netzwerk können ausgewählt und konfiguriert werden.[11] Neben den IaaS-Angeboten wird die Plattform um Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS) erweitert; integriert sind unter anderem ein relationaler Datenbank-Service (RDS) und virtuelle Desktop-Infrastrukturen. Bis 2018 erschienen jährlich drei Releases, seit 2019 werden Neuerungen monatlich veröffentlicht.[11]
Services
Die Leistungen umfassen neben Rechenleistung und Speicher auch Sicherheits-, Management-, Netzwerk- und Datenbank-Services sowie Big-Data-Werkzeuge und den KI-Service ModelArts.[11]
Rechenleistung
Der Elastic Cloud Server setzt sich als virtuelle Maschine primär aus den Komponenten Prozessor (virtuelle CPU), Arbeitsspeicher (virtueller RAM) und Betriebssystem (OS-Image) zusammen. Die Server sind wahlweise mit 1 bis 208 vCPU ausgestattet, der Arbeitsspeicher reicht von 1 bis 2932 Gigabyte.[11] Daraus ergeben sich über 60 Kombinationen für verschiedene Einsatzszenarien, etwa In-Memory-Computing, Grafikanwendungen oder virtuelle Desktops. Mit Dedicated Hosts und Bare-Metal-Servern ohne Virtualisierung steht auch kundenspezifische Hardware zur Verfügung. Als Betriebssysteme stehen unter anderem Ubuntu, CentOS, Oracle Linux, SUSE Enterprise, Microsoft Windows, Debian, Fedora und Red Hat zur Auswahl. Über einen Auto-Scaling-Service können Server automatisch skaliert werden.[11]
Speicher
Mit dem Object Storage Service steht eine objektbasierte Datenspeicherung für Dateien von bis zu 5 Terabyte bereit, die verschlüsselt werden können. Der Elastic Volume Service stellt Block-Level-Speicher in den Leistungsstufen SATA, SAS und SSD bereit; Volume Backup Service und Cloud Server Backup Service sichern System- und Speicherdaten. Mit dem Scalable File Service ist zudem eine NAS-ähnliche Speicherlösung auf Basis von OpenStack Manila verfügbar.[11]
Sicherheit und Management
Nutzerdaten und Berechtigungen werden über ein Identity und Access Management (IAM) verwaltet. Anti-DDoS schützt vor Distributed-Denial-of-Service-Angriffen, Cloud Eye dient als Monitoring mit Alarmfunktion. Hinzu kommen eine Auditierungsfunktion, Messaging-Dienste, ein Managementsystem für Sicherheitsschlüssel, die Verschlüsselung von Block- und Object-Storage sowie Heat als Orchestrierungswerkzeug.[11]
Netzwerk
Zur Netzwerkkommunikation wird eine Virtual Private Cloud (VPC) aufgebaut, die Netzwerke verschiedener Tenants voneinander isoliert. Für die Anbindung an das Internet stehen Elastic IPs (EIP) zur Verfügung; die Verbindung mit dem Unternehmensnetz erfolgt über ein VPN-Gateway auf IPsec-Basis, auch IP-VPN per MPLS wird unterstützt.[11]
Datenschutz und Zertifizierungen
Die Public-Cloud-Services werden in den Zwillingsrechenzentren in Biere/Magdeburg sowie im niederländischen Almere/Aalsmeer bereitgestellt, die über umfangreiche Sicherheitsanlagen verfügen.[11] Da die Verarbeitung ausschließlich in europäischen Rechenzentren erfolgt, hebt die Telekom die Unabhängigkeit von außereuropäischen Zugriffsregelungen wie dem CLOUD Act hervor.[1] Das frühere Datenschutzabkommen EU-US Privacy Shield wurde 2020 vom Europäischen Gerichtshof für ungültig erklärt (Urteil „Schrems II“) und 2023 durch das EU-US Data Privacy Framework ersetzt.[12]
Die Plattform wird vom Bundesministerium für Wirtschaft als Trusted Cloud gelistet und erfüllt branchenspezifische Bestimmungen für die Verarbeitung von Daten von Berufsgeheimnisträgern (§ 203 StGB) sowie von Trägern von Sozialleistungen (§ 35 SGB I).[13][14][15] Nach Anbieterangaben ist sie unter anderem nach dem Kriterienkatalog C5 des BSI, nach ISO/IEC 27001 und nach TISAX zertifiziert.[16]
Anwendungsbeispiele
Das Angebot wird unter anderem in Forschung und öffentlicher Verwaltung eingesetzt. Die Deutsche Telekom testete gemeinsam mit CERN die Verarbeitung wissenschaftlicher Daten in der Cloud,[17] und die Plattform diente als Basis für die Mundi Web Services zur Bereitstellung von Daten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.[18]
