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Tabankort

Gemeinde und Ort in der Region Gao From Wikipedia, the free encyclopedia

Tabankort ist ein Ort im Nordosten von Mali in der Region Gao[1][2]. Tabankort ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Bezirks und Kreis Tabankort.[3][4]

Schnelle Fakten Gemeinde, Basisdaten ...
Gemeinde
Tabankort
Tabankort (Mali)
Tabankort (Mali)
Tabankort
Koordinaten 17° 51′ N,  19′ O
Basisdaten
Staat Mali
Region Gao
Kreis Tabankort
Einwohner 1259 (2023)
Postleitzahl 07140101
Politik
Bürgermeister Omar Ould Hamady
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Geografie

Tabankort liegt in einer Wüstenregion im Wadi Tilemsi am südlichen Rand des Adrar n Ifoghas Gebirgsmassivs an der Tanezrouftpiste.

Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus halbsesshaften Tuareg; die überwiegend den Clans der Ifoghas und der Idnan angehören. Die Nomaden leben hauptsächlich von Handel und der Haltung von Schafen, Ziegen und Kamelen.

Im Jahr 2023 wurden 1.259 Einwohner gezählt.[5]

Klima

Die niedrigste Durchschnittstemperatur liegt im Januar bei 21 °C, die höchste im Juni bei 35 °C. Die Regenzeit dauert in guten Jahren von Juli bis September. In schlechten Jahren fällt überhaupt kein Niederschlag.

Geschichte

Trans-Sahara-Routen

Entlang des Wadi Tilemsi führt mit der Tanezrouft eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen durch die Sahara.[6] Tabankort liegt zudem am Einstieg zu Routen durch schwer zugängliche Wüsten- und Berglandschaften des Adrar des Ifoghas, die sich für Schmuggel und Rebellenbewegungen eignen. Die Lage von Tabankort ist somit ein wichtiger Knoten des trans-saharischen Handelsnetzwerks im Übergang zwischen Sahel und Sahara.

Früher transportierten die Kamelkarawanen wichtige Handelsware, wie:[6]

  • Salz aus Taoudenni,
  • Gold aus dem Nigerbogen,
  • Datteln,
  • Stoffe,
  • Bücher und Manuskripte,
  • Werkzeuge und Messer,
  • Sklaven
  • Vieh

Später wurden Zigaretten, Waffen oder Drogen geschmuggelt.[7]

Die Gegend um Gao und Tabankort ist ein strategischer Übergangsraum für Wasserstellen und Schutzlager und dient als Treffpunkt nomadischer Clans oder für Kontrollpunkte bewaffneter Gruppen und Zugang zu den Routen-Einstiegen zu Gebirgspässen.

Bis heute folgen Verkehrs-, Schmuggel- und Milizrouten denselben geographischen Korridoren, wie die alten Karawanenwege und die traditionellen Nomadenpfade.

Kämpfe um Tabankort in den Jahren 2014 und 2015

Aufgrund der strategisch wichtigen Lage gehörte Tabankort auch während des Kriegs in Mali zu den mehrfach umkämpften Orten. Internationale Bekanntheit erreichte Tabankort durch die bewaffneten Auseinandersetzungen im Verlauf der Jahre 2014 und 2015. Dabei standen sich zunächst vor allem ein regierungsnahes Bündnis und ein Verband separatistischer und autonomer Milizen gegenüber. Auf beiden Seiten waren rivalisierende Tuareg-Gruppen beteiligt. Das verdeutlichte die Komplexität des Machtkampfs in Nordmali.[8]

Gleichzeitig unterstützten Frankreich und die U.N. mit der Mission MINUSMA die malische Regierung im Kampf gegen dschihadistische Gruppen in derselben Region.

Im Januar 2015 flammten die Kämpfe erneut auf. Es wurden Pickups mit schweren Waffen, Raketen und Mörser eingesetzt. Ein niederländischer Hubschrauber der UN-Mission MINUSMA, der hauptsächlich für medizinische Einsätze im Gebiet unterwegs war, griff ein,[9] nachdem die Rebellen laut Radio France International (RFI) versucht hatten, die Blauhelme aus Tabankort zu vertreiben.[10] Die Rebellen warfen der MINUSMA-Mission den Tod von fünf Kämpfern und 20 Verletzten vor.[11]

200 Demonstranten besetzten am nächsten Tag den Flugplatz von Kidal und warfen Steine auf die Blauhelm-Soldaten. Lokale Verantwortliche beruhigten die Lage.[12]

Infrastruktur

Die kommunalen Einrichtungen wurden im Rahmen einer MINUSMA Evaluierung im Jahr 2018 bewertet und erfasst.[13] Es gibt

  • drei Wasserstellen
  • ein kommunales Gesundheitszentrum
  • eine Grundschule
  • einen Militär-Stützpunkt

Siehe auch

Einzelnachweise

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