Tahitimonarch

Art der Gattung Pomarea From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Tahitimonarch (Pomarea nigra) ist eine Vogelart aus der Familie der Monarchen (Monarchidae). Er ist endemisch auf Tahiti in Französisch-Polynesien. Der Gesamtbestand wird auf noch zwischen 25 und 100 Individuen geschätzt, wobei die Population durch Schutzmaßnahmen zuletzt tendenziell zunimmt.[1]

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Tahitimonarch

Tahitimonarch (Pomarea nigra) aus der Iconographia Zoologica

Systematik
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Teilordnung: Corvides
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Monarchen (Monarchidae)
Gattung: Pomarea
Art: Tahitimonarch
Wissenschaftlicher Name
Pomarea nigra
Sparrman, 1786
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Taxonomie und Systematik

Der Tahitimonarch wurde 1786 erstmals vom schwedischen Ornithologen Anders Sparrman (1748–1820, Sparrm.) beschrieben, zunächst wurde er als Muscicapa nigra der Gattung Muscicapa zugeordnet. Der ausgestorbene tahitianische Maupiti-Monarch wurde lange als Unterart des Tahitimonarchen angesehen, bis er 2012 als separate Art definiert wurde.[2] Das Gattungsepitheton verweist auf König Pomaré II.[3] Der Artzusatz leitet sich vom lateinischen Wort niger [schwarz] ab.

Beschreibung und Verhalten

Der Tahitimonarch ist 15 Zentimeter lang; ausgewachsene Exemplare zeichnen sich durch ein auffälliges schwarzes Gefieder mit hellblauen Pfoten und Schnabel aus. Jungvögel sind rötlich-braun. Der Tahitimonarch verhält sich sehr territorial, er sucht seine Insektennahrung in geschützter Umgebung und hält sich nur selten in offenen Gebieten auf. Sein Flug ist durch langsame, geradlinige Bewegungen gekennzeichnet. Sein Gesang hat einen flötenartigen Klang. Besonders auffällig ist sein Alarmruf, der sich durch ein scharfes, stakkatoartiges Ticken auszeichnet.[4][1][5]

Verbreitung und Lebensraum

Der Tahitimonarch lebt in den Baumkronen und im Unterholz von Wäldern aus Neonauclea forsteri, dem letzten einheimischen Baum der Insel und hier unter dem Namen Mara bekannt. Der Tahitimonarch bewohnt dichte Wälder, typischerweise in Höhenlagen zwischen 80 und 4000 Metern, vorwiegend in Talsohlen in Flussnähe.[1]

Der auf Tahiti endemische Tahitimonarch wurde zwischen 1986 und 1991 lediglich in vier von 39 Tälern Tahitis nachgewiesen. 1998 verschwand der Vogel aus zwei dieser zuvor erfassten Täler, tauchte aber in zwei neuen Tälern wieder auf. Dadurch etablierte er sich in den Tälern von Papehua, Orofero, Tiapa und Maruapo. Bis 2010 verschwand die Population im Orofero-Tal.[5] Laut dem Factsheet der Birdlife International Data Zone aus dem Jahr 2019 wird die Population auf 25–100 erwachsene Individuen geschätzt.[1] Eine weitere Studie aus demselben Jahr schätzte die Gesamtzahl auf 91 Erwachsene.[5]

Paarung und Nestbau

Der Tahitimonarch lebt monogam, wobei die Balzzeiten unterschiedlich lang sind. Die Paare teilen sich die Verantwortung für Nestbau, Brüten und Aufzucht der Jungen. Zu ihren Interaktionen gehören Schnabelkontakt und Balzrituale, bei denen das Männchen mit den Flügeln schlägt und einen charakteristischen Laut von sich unterscheidenden Rufen ausstößt.[6]

Die Eiablage findet ganzjährig statt, wobei die Aktivität zwischen August und Januar am höchsten ist. Die Nester befinden sich in Astgabeln, sind schalenförmig geöffnet und durch eine schützende Laubschicht vor Regen und Sonnenlicht geschützt. Das Nestinnere ist mit den Blütenständen kleiner Farne der Arten Adiantum trapeziforme oder A. raddianum ausgekleidet. Im Inneren befindet sich eine ausgewürgte Mischung aus winzigen Hölzern und Blättern. Außen findet sich gelegentlich ein Hauch von weißem Spinnwebgewebe, begleitet von kleinen Blättern. Dies dient vermutlich der Tarnung und Stabilität des Nestes. Der Nestbau kann je nach vorhandenen Strukturen zwischen 4 und 22 Tagen dauern. Bei einem misslungenen Nestbau unternimmt diese Monarchenart bis zu sieben Ersatzversuche pro Brutsaison.[6]

Bedrohungen und Schutz

Der Tahitimonarch ist durch die von den Europäern eingeschleppte Hausratte stark gefährdet.[7] Durch ein 1998 initiiertes Programm, das die Nagetiere durch Giftköder und systematische Baumringmarkierung bekämpfte, konnte eine deutliche Reduzierung des Prädationsrisikos erreichen. Auch Katzen stellen eine Gefahr dar. Fraßschäden durch Ziegen bedrohen den Lebensraum des Tahitimonarchen ebenfalls.[1][4]

Als weitere bedeutende und anhaltende Bedrohung wurde die hohe Präsenz der eingeführten Hirtenmaina (Acridotheres tristis) und des Rotsteißbülbüls (Pyncnonotus cafer) in Gebieten beobachtet, in denen es zu Brutausfällen und frühen Todesfällen von Jungvögeln kommt.[1][8] Die Hirtenmaina ist dafür bekannt, Eier und Küken zu räubern. Der Rotsteißbülbül stört regelmäßig die Fortpflanzung und konkurriert mit anderen um Ressourcen.[1] Nach der Umsetzung umfassender Bekämpfungsmaßnahmen, darunter Abschuss-, Vergiftungs- und Fangaktionen, zeigte sich, dass die Hirtenmaina im Lebensraum des Tahitimonarchen nahezu verschwunden war und die Population des Rotsteißbülbüls zurückging. Diese Bemühungen zur Eindämmung invasiver Vögel trugen nachweislich zur Steigerung des Bruterfolgs des Tahitimonarchen bei.[1][6] Einen weiteren Konkurrent in seinem Lebensraum stellt der Tahitiliest (Todiramphus veneratus) dar.

Daneben ist die Art durch die Zerstörung ihres Waldlebensraums durch die Ausbreitung invasiver Pflanzenarten, darunter der zu den Schwarzmundgewächsen zählende Miconia calvescens und des Afrikanischen Tulpenbaums (Spathodea campanulata) gefährdet.[1]

In der Roten Liste der IUCN wird Pomarea nigra gemäß der letzten Evaluation von 2021 in der Kategorie "Critically endangered" geführt.[9]

Einzelnachweise

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