Taky Kimura
US-amerikanischer Schauspieler
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Takauki „Taky“ Kimura (木村 武之; * 12. März 1924 in Clallam Bay, Washington; † 7. Januar 2021 in Woodinville, Washington) war ein US-amerikanischer Schauspieler japanischer Herkunft, der durch Martial-Arts-Filme an der Seite von Bruce Lee bekannt wurde. Kimura galt als einer von Lees bedeutendsten Schülern und engsten Freunden und war zertifizierter Lehrer des Jeet Kune Do und von Lees Jun Jan Jung Ju, einer Variante des Kung-Fu-Stils Wing Chun. Kimura ist nicht zu verwechseln mit dem japanischen Schauspieler und Sänger Takuya Kimura sowie Taku und Taihi Kimura.[1][2][3]

Leben
Kimura wurde 1924 in Clallam Bay im US-Bundesstaat Washington geboren und war der Sohn von Haruyo und Surejiro „Sam“ Kimura. Er hatte zwei ältere Geschwister, Minoru und Eiji.[1][4][5]
Er und seine Familie wurden während des Zweiten Weltkriegs nach der Unterzeichnung der Executive Order 9066, die die Internierung japanischstämmiger Amerikaner in Internierungslagern vorsah, zunächst in Tule Lake inj Nordkalifornien und später im Minidoka War Relocation Center in Idaho untergebracht – einen Tag vor seinem Abschluss an der High School. Im Lager lernte er Judo von einem Mitgefangenen.[4]
Nach dem Ende des Krieges verließ Kimura nach eigenen Aussagen das Lager niedergeschlagen und innerlich gebrochen. Da er die High School nicht abschließen konnte und seine Familie kein Geld für ein Studium an einem College hatte, arbeitete er zunächst im Lebensmittelgeschäft der Familie in Seattle; es bestand bis 2001 unter dem Namen First Hill Food Center. Im Keller war Kimuras Kampfsportschule.[1][4]
Als enger Freund und Vertrauter von Bruce Lee war Kimura Trauzeuge bei dessen Hochzeit mit Linda Claire Emery (später Lee Cadwell) am 17. August 1963.[1] Nach Lees Tod am 20. Juli 1973 war er zudem einer der sechs Sargträger auf dessen Beerdigung, neben Dan Inosanto, Steve McQueen, James Coburn, Peter Chin und Lees eigenem Bruder Robert.[4]
1970 heirate Kimura Peggy Jean Comin, mit der er einen Sohn hatte.[5]
Im Jahr 2009 erhielt Kimura sein Abschlusszeugnis – im Alter von 85 Jahren – an der Clallam Bay High School, gut 67 Jahre nach dem ursprünglich vorgesehenen Datum. Er erzielte laut USA Dojo das zweitbeste Abschlusszeugnis der gesamten Jahrgangsstufe und wurde als „Salutatorian“ ausgezeichnet: dabei handelt es sich um die zweithöchste Auszeichnung im Bildungssystem in den Vereinigten Staaten.[4]
Seinen 90. Geburtstag feierte Kimura im Jahr 2014. Er starb am 7. Januar 2021 im Alter von 96 Jahren in Woodinville und wurde von seinem Sohn Andrew „Andy“ Kimura, seiner Schwiegertochter Monica, seinen Enkeln Brodie und Adam sowie zahlreichen Schülern überlebt. Einige Quellen nennen als Sterbeort auch Winchester, Washington, und als Todesdatum den 8. Januar 2021.[1][4][5]
Karriere
Im Jahr 1959, als Kimura 36 Jahre alt war, lernte er den damals 18‑jährigen Bruce Lee kennen. Noch bevor dieser 1960 seinen ersten Kung‑Fu‑Klub in den Vereinigten Staaten eröffnete, gehörte Kimura zusammen mit Jesse R. Glover, James DeMile, Ed Hart, Skipp Ellsworth und LeRoy Garcia zu seinen ersten Schülern.[4][5]
Gemeinsam übten, kämpften und trainierten sie und gründeten schließlich das Lee Jun Fan Gung Fu Institute in einem kleinen Kellerraum mit halbhohem Eingang in der 8th Street in Seattles Chinatown – unter dem Lebensmittelgeschäft der Kimuras. Dort unterrichtete Lee „Jun Fan Gung Fu“, wörtlich „Bruce Lees Kung Fu“ – seine Auslegung des Wing Chun. Kimura wurde Lees erster Assistenzlehrer und gehörte zu den drei Personen, die von Lee persönlich autorisiert wurden, seine Kampfkünste zu unterrichten; die beiden anderen waren Dan Inosanto und James Yimm Lee (nicht verwandt mit Bruce Lee).[4]
Kimura besaß den 7. Rang im Jun Fan Gung Fu und unterrichtete kleine Klassen gemäß dem Leitsatz: „Halte die Zahl gering, aber die Qualität hoch.“ Bekannte Personen, die von Kimura selbst im Jeet Kune Do unterrichtet und als Lehrer zertifiziert wurden, sind sein eigener Sohn Andy Kimura sowie dessen Schüler Scott Lindenmuth, Abe Santos, Mike Hilow und Tsuyoshi Abe. Nach Kimuras Tod unterrichteten sein Sohn sowie Santos und Hilow weiterhin Jeet Kune Do im Großraum Seattle.[6]
Kimura war in zahlreichen Dokumentarfilmen zu sehen, darunter Bruce Lee: The Man and the Legend aus dem Jahr 1973 und Bruce Lee: The Legend von 1977. In den 1990er-Jahren folgten The Curse of the Dragon (1993), The Life of Bruce Lee (1994) sowie der Kurzfilm The Path of the Dragon (1998). Im Jahr 2000 war Kimura in gleich mehreren Produktionen zu sehen, darunter Bruce Lee: A Warrior’s Journey, Bruce Lee in G.O.D.: Shibôteki yûgi und Taky Kimura: The Dragon’s Legacy von Mellissa Tong, der von Quentin Lee produziert wurde. 2009 trat er in How Bruce Lee Changed the World auf.[1] Lee hatte auch eine kleine Statistenrolle in Lees letztem unvollendeten Film, Game of Death; seine Szene als „Wächter der zweiten Etage“ wurde jedoch in der endgültigen Schnittfassung entfernt.[4]
Zu seinen Fernsehauftritten zählen eine Folge der Reihe Biography aus dem Jahr 1994 mit dem Titel Bruce Lee: The Immortal Dragon sowie eine Folge der Fernsehserie Famous Families aus dem Jahr 1999 mit dem Titel The Lees: Action Speaks Louder.Zusammen mit David Tadman schrieb Kimura das Buch Regards from the Dragon-Seattle.[1][4]
Literatur
- David Tadman, Taky Kimura: Regards from the Dragon-Seattle. (englisch).
Filmografie (Auswahl)
- 1972: Bruce Lee: The Game of Death (死亡的遊戲; unvollendet)
- 1973: Bruce Lee: The Man and the Legend
- 1977/1984: Bruce Lee – Die Legende
- 1993: Bruce Lee – Der Fluch des Drachens
- 1994: Biography (Fernsehserie)
- 1994: The Life of Bruce Lee (Fernsehfilm)
- 1995: Bruce Lee’s Jeet Kune Do
- 1998: The Path of the Dragon (Video)
- 1998: Bruce Lee: In His Own Words (Video)
- 1998: Bruce Lee: The Greatest
- 1999: Bruce Lee: The Legend Lives On (Fernsehfilm)
- 1999: Bruce Lee – Die unschlagbare Faust (Video)
- 1999: The Tale of the Dragon: The Story of Bruce Lee (Fernsehspezial)
- 1999: Famous Families (Fernsehserie)
- 2000: Bruce Lee – Der Weg eines Kämpfers (Video)
- 2000: Bruce Lee in G.O.D.: Shibôteki yûgi
- 2001: Bruce Lee: Legacy of the Dragon (Video)
- 2001: The Story (Video)
- 2004: Bruce Lee: Martial Arts Superstar
- 2009: How Bruce Lee Changed the World – Das Leben und Wirken einer Ikone (Fernsehfilm)
- 2022: Bruce Lee: The Way of the Warrior (Archivmaterial)
Weblinks
- Taky Kimura bei IMDb
- Taky Kimura in The Movie Database (englisch)