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Talheim (Landkreis Tuttlingen)

Gemeinde in Deutschland, Landkreis Tuttlingen From Wikipedia, the free encyclopedia

Talheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg mit rund 1300 Einwohnern.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Talheim (Landkreis Tuttlingen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Talheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 1′ N, 8° 40′ O
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 755 m ü. NHN
Fläche: 13,12 km²
Einwohner: 1331 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78607
Vorwahl: 07464
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 048
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchbrunnen 6
78607 Talheim
Website: www.gemeinde-talheim.de
Bürgermeister: Andreas Zuhl
Lage der Gemeinde Talheim im Landkreis Tuttlingen
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Geographie

Geographische Lage

Talheim liegt am östlichen Rand der Baarhochebene am Fuße des 975,5 m ü. NHN hohen Lupfen, dem höchsten Punkt der Gemarkung und westlichsten Ausläufer der Schwäbischen Alb. Auf der anderen Seite (südlich) ist der 940 Meter hohe Himmelberg, der aber schon zum Bad Dürrheimer Stadtteil Öfingen gehört. Direkt nördlich hinter dem Lupfen liegt Seitingen-Oberflacht.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Durchhausen, im Osten an den Ortsteil Oberflacht der Gemeinde Seitingen-Oberflacht, im Südosten an den Stadtteil Eßlingen der Kreisstadt Tuttlingen, im Süden an den Immendinger Ortsteil Ippingen sowie im Westen an den Stadtteil Öfingen der Kurstadt Bad Dürrheim und an Tuningen, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Talheim gehören das Dorf Talheim und die Höfe Götzenlocher Hof, Obere Mühle und Untere Mühle. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Asp und Ötishofen und die abgegangenen Burgen Burg Klingenberg, Lupfen und Reifenberg.[2]

Schutzgebiete

Bei Talheim liegen das Landschaftsschutzgebiet Lupfen und seit Februar 2024 das Naturschutzgebiet Lupfen.[3] Im Süden hat die Gemeinde Anteil am FFH-Gebiet Nördliche Baaralb und Donau bei Immendingen, im Westen am Vogelschutzgebiet Baar.[4]

Geschichte

Überblick

Talheim wurde im Jahre 973 als Talhan erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte den Grafen von Lupfen. In Auseinandersetzungen mit dem Kaiser verloren die Grafen ihre Rechte und das Dorf kam über die Freie Reichsstadt Rottweil an die Herren von Friedingen, die es 1444 an Württemberg verkauften. Seitdem ist Talheim ununterbrochen württembergisch. Sowohl im Dreißigjährigen Krieg als auch im Spanischen Erbfolgekrieg hatte das Dorf furchtbare Drangsale durch marodierende Truppen zu erdulden. 1704 brannten die Franzosen das Dorf nieder.

Seit dem 16. Jahrhundert gehörte Talheim zum württembergischen Amt Tuttlingen, das nach den Umwälzungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Württemberg als Oberamt Tuttlingen fortbestand. Durch einen Dorfbrand wurde im Jahre 1848 ein erheblicher Teil Talheims verwüstet und es gingen 42 Häuser verloren. Mit der Gebietsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Talheim 1938 zum Landkreis Tuttlingen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Talheim 1945 Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Talheim wurde durch ein Landesgesetz zum 1. Januar 1975 in die Stadt Trossingen eingemeindet. Die Gemeinde klagte gegen dieses Gesetz vor dem baden-württembergischen Staatsgerichtshof, der das Gesetz durch Urteil vom 2. April 1976 für ungültig erklärte.[5] Talheim war damit wieder selbständig und ging in der Folge freiwillig eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Trossingen ein.

Religion

Eine Kirche St. Ägidius, später St. Brigitta wurde in Talheim 1275 erstmals erwähnt. Das Patronatsrecht hatte das Domkapitel Konstanz, wohl als Nachfolger des Klosters Reichenau. Im 16. Jahrhundert wurde Talheim als Bestandteil Württembergs der Reformation unterzogen und ist seither evangelisch geprägt. Die Kirche wurde 1811 vergrößert und umgebaut. Dabei wurde der Turm des bisherigen Baus beibehalten. Die Kirchengemeinde Talheim gehört zum Kirchenbezirk Rottweil der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Talheim besteht aus den zehn gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.[6] Die Wahlbeteiligung betrug 70,21 %.

Liste / ParteiStimmenSitze
Freie Wähler54,26 %5
Unabhängige Wähler45,74 %5

Vogte

(Quelle: [7])

Weitere Informationen Amtszeit, Name ...
Amtszeit Name
1559–1564Conrat Leubering
1564–1578Conrad Bernhardt
1578–1584Hannß Leybering
1584–1608Marte Hölderlin
ab 1608Hans Manger
1650–1689Jakob Held
1690–1707 Jakob Kohler
1707–1737 Michael Glaser
1737–1739 Martin Kohler
1739–1764 Johannes Kohler
1765–1797 Johannes Held
1797–1801 Martin Kohler
1801–1825 Johannes Kohler
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Schultheiße

(Quelle: [8])

Weitere Informationen Amtszeit, Name ...
Amtszeit Name
1825–1840Jakob Irion
1840–1848Philipp David Wolf
1848–1852Johann Andreas Otto
1852–1870Philipp David Wolf
1870–1871Johann Jakob Neher
1872–1905Johann Martin Voßeler
1905–1915 Robert Neher
1915–1919 Otto Wieland
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Bürgermeister

Am 27. September 2020 wurde Andreas Zuhl mit 88,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang, bei einer Wahlbeteiligung von 73,1 Prozent, zum Bürgermeister von Talheim gewählt. Zuhl trat die Amtsnachfolge von Martin Hall an. Er hatte das Amt seit 2004 inne.[9]

Weitere Informationen Amtszeit, Name ...
Amtszeit Name
1919–1945Martin Kohler (WBWB, NSDAP)
1945–1965Wilhelm Ulrich
1966–2001Helmut Fröhlich (SPD)
2001–2004Manfred Härle (CDU)
2004–2020Martin Hall
seit 2020Andreas Zuhl
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Wappen

Blasonierung: „In Gold (Gelb) eine bewurzelte grüne Tanne, deren Stamm von einem stehenden roten Rind überdeckt ist.“
Wappenbegründung: Das am 3. November 1964 zuletzt vom Innenministerium genehmigte Wappen ist abgeleitet von einem Schultheißenamtssiegel aus dem Jahre 1930, welches das Rind und die Tanne im ovalen Siegelfeld zeigten. Die Motive erinnern auf den bis heute landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde.
00Banner: „Das Banner ist gelb-rot längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
00Hissflagge: „Die Flagge ist gelb-rot quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen. Talheim hat einen Badesee, ein Heimatmuseum, einen Fischerteich und Schrebergärten.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Thalheim. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Tuttlingen (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 58). H. Lindemann, Stuttgart 1879, S. 443–458 (Volltext [Wikisource]).
Commons: Talheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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