Tanya Hamilton

US-amerikanische Regisseurin und Filmproduzentin From Wikipedia, the free encyclopedia

Tanya Hamilton (geboren in Spanish Town, Jamaika) ist eine US-amerikanische Regisseurin und Filmproduzentin. Sie ist bekannt für ihr Kinodebüt Night Catches Us (2010) sowie Episodenregie in Serien wie The Chi, Snowfall und Winning Time: Aufstieg der Lakers-Dynastie.

Leben

Tanya Hamilton wuchs in Spanish Town bei ihrer Mutter und Großmutter mit einem jüngeren Bruder auf; ihren Vater, einen Polizisten, lernte sie nie kennen. Mit sieben Jahren blieb sie mit dem Bruder zurück, als die Mutter in die USA zog. Ein Jahr später holte diese die Kinder nach Maryland, nachdem sie sich dort etabliert hatte. Zunächst begeisterte sich Hamilton für Malerei, bevor sie sich dem Film zuwandte.[1] Sie besuchte die Duke Ellington School of the Arts, die Cooper Union for the Advancement of Science and Art, und die Columbia University, an der sie im Jahr 2000 ihren Abschluss Master of Fine Arts in Film machte.[2]

Werdegang und Filmprojekte

Ihr erstes Filmprojekt, der Kurzfilm The Killers (1995), der von einem jungen Mädchen handelt, das von ihrer Mutter bei den Großeltern zurückgelassen wird und sich nach ihrer Rückkehr sehnt, wurde 1996 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt und gewann dort den Panorama Award of the New York Film Academy und den New Line Cinema Preis.[3][4] Tanya Hamilton gab, nach einer Episode von Split Screen in 1999, ihr Spielfilmdebüt mit dem mehrfach ausgezeichneten Night Catches Us, 2010 mit Kerry Washington und Anthony Mackie in den Hauptrollen, in dem ein ehemaliger Black Panther (Anthony Mackie) 1976 nach Philadelphia zurückkehrt, von Mitstreitern des Verrats verdächtigt wird und Trost bei der Witwe (Kerry Washington) seines Freundes findet.[5] Das Projekt war inspiriert von Carol Lawson-Green, einer Aktivistin aus der Bronx, die 1964 in Selma, Alabama, an einem Alphabetisierungsprojekt mitgearbeitet hatte, bei den politischen Märschen aus Selma dabei war und Sitzstreiks in New York organisiert hatte.[6] Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verabschiedete das Parlament von Alabama eine neue Verfassung, die die meisten Schwarzen und viele arme Weiße faktisch vom Wahlrecht ausschloss. Grund dafür waren die Pflicht zur Zahlung einer Kopfsteuer sowie das Bestehen eines Lese- und Schreibtests und der Nachweis des Verfassungsverständnisses. Die subjektive Auslegung der Gesetze führte dazu, dass die meisten Schwarzen praktisch von der Politik ausgeschlossen wurden. Sie war eines von vier SNCC-Mitgliedern, die am 4. Juli 1964 in einem Autokino in Selma verprügelt wurden. Das diente als Inspiration für Night Catches Us, zunächst Stringbean and Marcus betitelt. Der Film wurde von Magnolia Pictures übernommen und erhielt Nominierungen für den Sundance Grand Jury Prize, Independent Spirit Award sowie Gotham Awards. Sie spezialisierte sich auf Episodenregie für Dramaserien mit afroamerikanischem Fokus. 2012 inszenierte, schrieb und koproduzierte sie Good Country People als Teil der ITVS-Initiative „Women and Girls Lead“, der erneut in Jamaika gedreht wurde. Mit Molly porträtierte sie 2014 die Geschichte einer jungen Frau in einer Charakterstudie. In den Serien Queen Sugar aus 2016 zeigte sie das Leben einer afroamerikanischen Familie im Süden der USA,[7] während The Deuce, zwischen 2018 und 2019 gefertigt, die Welt der Pornografie und Kriminalität in New York beleuchtete[8] und The Chi gedreht vor 2018–2019, das Alltagsleben im Chicagoer South Side einfing. 2020 übernahm sie als Produzentin und Regisseurin Cherish the Day während 8 Episoden. Winning Time: Aufstieg der Lakers-Dynastie (2022–2023, 4 Episoden) ist eine Biografische Serie über den NBA-Aufstieg der Los Angeles Lakers in den 1980er Jahren mit John C. Reilly als Basketballfunktionär Jerry Buss.[9] Seit 2024 inszenierte sie Episoden von Get Millie Black und Fight Night: The Million Dollar Heist (je 2 Episoden), gefolgt von Dope Thief in 2025. Get Millie Black ist eine britisch-jamaikanische Krimiserie (HBO/Channel 4), in der Tanya Hamilton mindestens zwei Episoden inszenierte, darunter die Pilotfolge Millie.[10] Die Serie folgt der Ex-Scotland-Yard-Ermittlerin Millie Black (Tamara Lawrance), die nach dem Tod ihrer Mutter nach Kingston zurückkehrt und einen Vermisstenfall aufnimmt, der sie in Menschenhandel und einflussreiche Kreise führt. Fight Night: The Million Dollar Heist ist eine US-amerikanische Miniserie, bei der Hamilton zwei Episoden leitete. Der Stoff basiert auf einem realen Raubüberfall während des Muhammad-Ali-Fights gegen Jerry Quarry im Jahr 1970 in Atlanta und verwebt Kriminalgeschichte mit afroamerikanischen Biografien der 1970er Jahre.[11]

Filmografie

  • 1995: The Killers (Kurzfilm, Regie und Drehbuch)
  • 1999: Split Screen (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2010: Night Catches Us (Debütspielfilm, Regie und Drehbuch)
  • 2016: Queen Sugar (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2016: The Vampire Diaries (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2017: American Crime (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2017: Famous In Love (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2017: Greenleaf (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)
  • 2018: Seven Seconds (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2018: Black Lightning (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2018: Love Is_ (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2018–2019: The Deuce (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)
  • 2019: Berlin Station (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)
  • 2018: Skylarking (Filmprojekt)[12]
  • 2019: The Chi (Fernsehserie, Regie bei 3 Folgen)
  • 2019: Scream (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)
  • 2019: Snowfall (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2019: Godfather of Harlem (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)
  • 2020: Cherish the Day (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)
  • 2022: Big Sky (Fernsehserie, Regie bei 1 Folge)
  • 2022: Get Millie Black (Fernsehserie, Regie bei 2 Folgen)

Auszeichnungen

  • 1996: Berlinale Teddy Award / Hauptpreis Kurzfilm, Directors Guild of America Best Female Director (The Killers).
  • 2010: Sundance Grand Jury Prize-Nominierung, Fipresci Prize Seattle, Humanitas Prize Finalist (Night Catches Us).
  • 2010: African-American Film Critics Association Bestes Drehbuch, Independent Spirit Award-Nominierung Bestes Debüt (Night Catches Us).
  • 2010: NAACP Image Award-Nominierungen Beste Hauptdarstellerinnen, Bester Independent-Film, Beste Regie; Gotham Award-Nominierung Beste Nachwuchsregisseurin* (Night Catches Us).
  • 2011: Athena Film Festival Award, Black Reel Award-Nominierung Best Director, Independent Spirit Award-Nominierung Best First Feature, Gotham Award-Nominierung Breakthrough Director (Night Catches Us).[13]
  • 2011: Athena Film Festival Award Beste Regie.
  • 2010: Fipresci Prize Seattle, Humanitas Prize Finalist (Night Catches Us)
  • Sundance Institute Stipendiatin Drehbuch/Regie, Pew Fellowship in the Arts.[14]

Einzelnachweise

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