Tatort: Im Fadenkreuz

Fernsehfilm der Krimireihe Tatort From Wikipedia, the free encyclopedia

Im Fadenkreuz ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag wurde am 15. November 1981 im Ersten Programm der ARD erstgesendet. Er ist der erste Einsatz von Kommissar Lenz, gespielt von Helmut Fischer.

TitelIm Fadenkreuz
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Länge87 Minuten
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Folge 130 der Reihe Tatort
Titel Im Fadenkreuz
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 87 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Bayerischer Rundfunk
Regie Thomas Engel
Drehbuch Peter Hemmer
Musik Klaus Doldinger
Kamera Peter Barthel
Schnitt
  • Christa Wernicke
Premiere 15. Nov. 1981 auf ARD
Besetzung
Episodenliste
Schließen

Handlung

Bei einer Routinekontrolle auf dem Hauptbahnhof München trifft ein junger Mann im Restaurant auf eine Streife der Bahnpolizei. Er läuft weg und lässt unbemerkt einen Schließfach-Schlüssel unter einem Passbild-Automaten verschwinden. Um zu entkommen, steigt er in ein Taxi und bedroht den Fahrer mit einer Pistole. Andere Taxis folgen dem Wagen. Als sie ihn in Westend stellen, bedroht der Mann die Taxifahrer mit seiner Waffe. Er versucht zu fliehen, wird aber von einem Polizeibeamten der mittlerweile eingetroffenen Streife angeschossen. Da in solchen Fällen die Mordkommission auch gegen die eigenen Beamten ermitteln muss, wird Kommissar Ludwig Lenz verständigt. Bei der Überprüfung der Personalien des Angeschossenen stellt sich heraus, dass es sich um Theo Scholz handelt, der bei der Polizei kein Unbekannter ist. Einer zu verbüßenden Haftstrafe hatte er sich durch Flucht entzogen.

Am nächsten Morgen beantragt Rechtsanwalt Overdiek, der Anwalt von Scholz, beim Staatsanwalt Akteneinsicht und Besuchserlaubnis. Luigi Spagnola findet im Bahnhof den Schließfach-Schlüssel und öffnet das Fach. Darin befindet sich ein mit 1000-Mark-Scheinen gefüllter Aktenkoffer, den Spagnola in einem anderen Schließfach unterbringt. Den ursprünglich gefundenen Schlüssel legt er zurück, wo er ihn gefunden hatte.

Bei einer Kiesgrube wird der Fahrer des Taxis, das Scholz gekapert hatte, tot in seinem Wagen aufgefunden. Lenz hat den Eindruck, dass es nach Raubmord aussehen soll, aber er vermutet einen Zusammenhang mit den Ereignissen am Vortag. Da Scholz noch nicht vernehmungsfähig ist, befragt Lenz Overdiek, da dieser als einziger Außenstehender Zugang zu den Ermittlungsakten hatte und nur dort der Name des Taxifahrers als Zeuge genannt wurde. Overdiek gibt sich Lenz gegenüber unwissend. Er werde aber von einem Unbekannten bedroht, der ihn beauftragt hat, mit Scholz Kontakt aufzunehmen. Scholz habe ihm gesagt, dass er etwas in einem Schließfach auf dem Bahnhof versteckt habe. Den Schlüssel habe er auf der Flucht bei einem Automaten versteckt.

Kriminalpolizist Faltermeier findet den Schlüssel beim Passbild-Automaten. Die Polizei sperrt den Schließfachraum und öffnet das Gepäckfach – es ist leer. Spagnola hat inzwischen dem gefundenen Koffer einen 1000-Mark-Schein entnommen und will damit für Freunde eine Kneipenrechnung bezahlen. Die vom Wirt zuvor herbeigerufene Funkstreife schöpft Verdacht und nimmt Spagnola fest. Dadurch kommen die Ermittler an den Schlüssel zum gesuchten Schließfach und beschlagnahmen den Koffer mit dem Geld. Es stammt offensichtlich aus einem Überfall. Offenbar sollte Scholz das Geld in die Schweiz bringen, doch dann geriet er am Hauptbahnhof in die Polizeikontrolle.

Damit kommt die Suche auf die Hintermänner des Überfalls in Gang. Der vermeintliche Mitwisser Rechtsanwalt Overdiek wird von der Bande durch Drohanrufe unter Druck gesetzt. Overdiek hat Angst um die Sicherheit seiner Familie. Die Polizei baut nun ein Täuschungsmanöver auf: Kommissar Lenz gibt sich als Taxifahrer aus, der den Geldkoffer hat und im Safe einer Bank deponiert hat. Bei dem Versuch, die Beute zurückzubekommen, gehen die Ganoven sehr geschickt vor. Trotzdem können sie am Ende festgenommen werden.

Hintergrund

Der Film wurde von Mai bis Juni 1981 in München und Umgebung gedreht.[2]

Kommissar Ludwig Lenz übernimmt in dieser Folge die Kommissarenstelle von Hauptkommissar Veigl (Gustl Bayrhammer), der sich im April 1981 mit dem München-Tatort Usambaraveilchen in den Ruhestand verabschiedet hatte. Bisher war er der Assistent, der dem Kriminalrat Schubert nun beweisen möchte, dass er der neuen Aufgabe gewachsen ist. Lenz ermittelte in den Jahren 1981 bis 1987 in insgesamt sieben Fällen.[3]

Ludwig Lenz hat in dieser Folge plötzlich den Dienstrang eines Kriminalhauptkommissar, dem zweithöchsten Rang im gehobenen Dienst, während er in der vorherigen Folge noch Kriminalhauptmeister gewesen war, der höchsten Rangstufe im mittleren Dienst. Mit dem Weggang des Kriminalhauptkommissars Veigl hat Lenz also nicht nur die Laufbahngruppe gewechselt, sondern sogleich auch noch zwei Dienstgrade übersprungen.

Rezeption

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Im Fadenkreuz am 15. November 1981 wurde in Deutschland von 22,22 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 57,0 Prozent für Das Erste.[2]

Kritik

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm loben diesen Film: „Mit Schmäh und Charme löst Fischer seinen ersten Fall als Hauptkommissar.“ Fazit: „Routinekrimi mit bayrischer Urwüchsigkeit.“[4]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI