Tatort: Morde ohne Leichen
Fernsehfilm der Krimireihe Tatort
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Morde ohne Leichen ist ein österreichischer Fernsehkrimi aus dem Jahr 1997. Das Drehbuch schrieb Wolfgang Murnberger, der auch Regie führte. Es war die insgesamt 360. Tatort-Folge und der zweite und letzte Fall von Oberinspektor Kant (Wolfgang Hübsch) als Hauptermittler. Der zum Chefinspektor beförderte Fichtl und sein Team haben es mit einer Reihe von spurlos verschwundenen Menschen zu tun, die offensichtlich einem raffinierten Auftragsmörder zum Opfer fielen.
| Folge 360 der Reihe Tatort | |
| Titel | Morde ohne Leichen |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 89 Minuten |
| Produktionsunternehmen | ORF |
| Regie | Wolfgang Murnberger |
| Drehbuch | Wolfgang Murnberger |
| Produktion | Heinz Ambrosch |
| Musik | Roland Josef Leopold Neuwirth |
| Kamera | Wolfgang Koch |
| Schnitt | Gerda Ghanim |
| Premiere | 19. Mai 1997 auf ORF |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Handlung
Der Bruder der jungen Ungarin Ilona Fekete hat seine Schwester als vermisst gemeldet. Als die Polizei ihre Wohnung aufbricht, findet sie dort niemanden vor. Oberinspektor Kant und Inspektor Varanasi stehen vor einem Rätsel, Chefinspektor Fichtl weist die beiden darauf hin, dass es in letzter Zeit eine ganze Reihe von Vermisstenfällen in Wien gibt. Kant und Varanasi finden in der Wohnung Indizien, dass die junge Frau Erpressung betrieben hatte, sie war offensichtlich als Prostituierte tätig.
Über Kants Freundin, die Barbesitzerin Maria, meldet sich eine Freundin der Vermissten bei ihm. Sie sagt aus, dass Fekete Rechtsanwälte und Ärzte verführt und sie anschließend erpresst hat. Kant und Varanasi suchen Professor Ellinger auf, der mutmaßlich Kunde der Vermissten war. Er bestreitet, jemals bei einer Prostituierten gewesen zu sein. Die gut situierte Herrenausstatterin Therese Hohenberg beauftragt unterdessen den Killer Mag. (= Magister) Ritte, ihren untreuen Ehemann Franz zu beseitigen. Ellinger wird mittlerweile durch ein von Varanasi gesichertes Schamhaar als Freier der Vermissten identifiziert. Er gibt schließlich zu, bei ihr gewesen zu sein, bestreitet allerdings, erpresst worden zu sein.
Mag. Ritte trifft sich mit Frau Hohenberg in einem Beichtstuhl und lässt sich den Schlüssel ihrer Villa aushändigen. Er garantiert, dass keine Spuren zurückbleiben würden und empfiehlt ihr, zur Tatzeit für mindestens vier Wochen zu verreisen. Am Urlaubsort solle sie sich ihr Alibi sichern. Kant und sein Team stellen fest, dass Ellinger während der Tatzeit im Urlaub war, auch bei den vorherigen Vermisstenfällen waren die Hauptverdächtigen jeweils zur Tatzeit längerfristig verreist. Kant und Varanasi vermuten Auftragsmorde, fragen sich aber, wo die Leichen sind. Mag. Ritte passt Hohenberg in der Villa seiner Frau ab und schießt ihm eine vergiftete Spritze in den Rücken. Ritte erklärt seinem Opfer betont höflich, er bliebe nur noch wenige Minuten am Leben und solle es bewusst abschließen. Er bietet dem Sterbenden eine letzte Zigarette an und macht deutlich, dass Franz unmoralisch, wie ein Schwein, gelebt und daher den Tod verdient habe.
Nachdem sein Opfer gestorben ist, steckt Mag. Ritte ihm ein Geldbündel in den Mund, dann verlässt er die Villa. Anschließend ruft er seine Handlanger an, die die Leiche abholen sollen. Allerdings hält sich ein Obdachloser neben dem Grundstück der Hohenbergs in einem Gartenhaus auf. Er hat Ritte durchs Fenster beobachtet und findet die Leiche von Franz Hohenberg. Das Geldbündel nimmt er an sich, ebenso dessen Schuhe. Der Sandler beobachtet aus einem Versteck, wie die Handlanger Hohenbergs Leiche in einem Citroën DS abtransportieren. Sie bemängeln kurz darauf, dass kein Geld bei der Leiche gewesen sei. Ritte trifft sich mit dem von ihm beauftragten Bestatter Jordan und einem weiteren Komplizen (dem Anwalt Hildebrandt) und beruhigt sie: er habe das Geld lediglich vergessen.
Der Obdachlose, der das Geld an sich genommen hatte, fällt einem Würstelstandler wegen der Bezahlung mit einer hohen Banknote auf. Nach einer Schlägerei festgenommen, erzählt er der Polizei von seinen Beobachtungen bei der Villa Hohenberg. Die Polizisten fahren mit ihm zum Tatort. Mag. Ritte, der ebenfalls in die Villa zurückgekehrt ist, um den Verbleib des von ihm zurückgelassenen Honorars zu klären, kann sich gerade noch im Gartenhaus verstecken. Der Zeuge beschreibt auch den Abtransport der Leiche durch die vermutlich ausländischen Bestatter. Kant und Varanasi finden heraus, dass Therese Hohenberg verreist ist, wie auch die potentiellen Auftraggeber in den vorherigen Fällen, und dass der Vermisste nicht erreichbar ist. Der Sandler sagt aus, dass beim Citroën die Schlaufe eines Trauerkranzes aus dem Kofferraum geragt habe. Dadurch kommen Kant und Varanasi darauf, dass es sich um Leute aus der Bestatterbranche handeln muss.
Während am nächsten Morgen die Polizei alle Bestatter Wiens durchgeht, beschattet Mag. Ritte den Obdachlosen. Durch die Überprüfung kann Varanasi den Wagen ausfindig machen, mit dem die Leiche von Franz Hohenberg abtransportiert wurde, auch die beiden serbischen Handlanger kann er ausfindig machen. Mag. Ritte stellt den Zeugen und erschießt zunächst dessen Gefährten. Er schleppt ihn weg und wirft ihn nach einem Handgemenge in eine Betonverschalung. Dann schießt er auf ihn und wirft die Tatwaffe hinterher. Varanasi, der das Bestattungsunternehmen Jordan beschattet, beobachtet unterdessen, wie die Leiche von Franz Hohenberg in einer Friedhofskapelle in einen anderen Sarg dazugelegt wird. Kant geht zu Jordan, der das Begräbnis organisiert, dort erfährt er jedoch nichts Weiteres. Er unterrichtet Fichtl über die bisherigen Ergebnisse und schlägt vor, die Leiche heimlich zu exhumieren, um keinen Staub aufzuwirbeln. Fichtl organisiert die Exhumierung, während Kant seine Freundin Maria als Lockvogel einsetzt, die in der Unterwelt nach einem Auftragskiller suchen soll.
Über den Scheidungsanwalt Dr. Hildebrandt und eine Zeitungsannonce kommt Maria mit Mag. Ritte in Kontakt. Die Obduktion von Franz Hohenberg ergibt, dass er an einer Vergiftung gestorben ist. Maria befolgt Mag. Rittes umfangreiche und diffizile Anweisungen zur Kontaktaufnahme. Die polizeiliche Observierung wird nach einer gewissen Zeit abgebrochen, da Maria sonst aufgeflogen wäre. Kant wird, unter Maskerade, als ihr Ehemann und angebliches Mordopfer präsentiert. Aufmerksam beobachten die Beamten die von Mag. Ritte raffiniert geplante Übergabe des von Maria zu zahlenden Vorschusses. Maria musste das Geld in ein Schließfach am Wiener Westbahnhof deponieren, dort holt es ein Bote ab, der erst die Leerung des Briefkastens abwartet, bevor er den Umschlag einwirft.
Da sich die Beamten keinen Reim darauf machen können, ordnet Fichtl die Festnahme des Boten an. Dieser gibt an, dass er seine Auftraggeber nicht kenne. Er habe den Umschlag an einen Mag. Ritte im Innenministerium adressiert. Kant erkennt darin den Namen des belgischen Malers René Magritte. Die Beamten entdecken, dass das Geld über den Keller des Hauses, an dem der Briefkasten angebracht ist, aus diesem entnommen wurde. Mag. Ritte beobachtet die Ermittlungen der Polizei vor Ort; da er gekleidet ist wie der Maler, spricht Kant ihn an und lässt ihn festnehmen. Doch der Verdächtige streitet jedwede Tatbeteiligung ab. Er gibt lediglich an, den belgischen Maler Magritte zu lieben.
Mag. Ritte lebt bei seiner Mutter, diese gibt an, dass ihr Mann irgendwann verschwunden sei und für tot erklärt wurde. Da die Familie gut situiert ist, scheidet ein finanzielles Motiv für die Morde aus. Kant und Varanasi mutmaßen, dass sowohl Mord wie auch das Kopieren von Magritte-Bildern seine Kunst sei. Bei einer umfangreichen Exhumierung der vom Bestatter Jordan beerdigten Leichen auf diversen Friedhöfen Wiens finden die Beamten zahlreiche Särge mit zwei Leichen. Varanasi nimmt nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub Frau Hohenberg fest, auch zahlreiche andere Beteiligte werden festgenommen. Da allerdings keiner der Festgenommenen gesteht, kommen lediglich Anklagen wegen kleinerer Delikte wie Störung der Totenruhe oder das unrechtmäßige Führen von Titeln in Betracht. Als die Beamten fast schon resignieren, wird die Leiche des Sandlers auf der Baustelle gefunden. Anhand eines Haares, das beim Toten gefunden wird, kann Mag. Ritte so doch noch des Mordes überführt werden.
Einschaltquoten und Hintergrund
Der Tatort Morde ohne Leichen erreichte bei seiner Erstausstrahlung in der ARD 5,85 Mio. Zuschauer, was einer Quote von 18,01 % entsprach.[1]
Kritik
TV Spielfilm bewertete den Film mittelmäßig, fand, „die originelle, wenn auch etwas makabre Geschichte wurde leider ziemlich lahm und nicht sehr glaubwürdig in Szene gesetzt“. Das gnädige Fazit lautete: „Routiniert, aber auch schön skurril“.[2] Die Tatort-Fans auf tatort-fundus.de bewerten diese Folge hingegen fast fortwährend als eine der besten zehn Tatort-Folgen aller Zeiten.[3]
Weblinks
- Tatort: Morde ohne Leichen bei IMDb
- Morde ohne Leichen auf den Internetseiten der ARD
- Morde ohne Leichen bei Tatort-Fans.de