Tatort: Playback oder die Show geht weiter
Fernsehfilm der Krimireihe Tatort
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Playback oder die Show geht weiter ist eine Folge der ARD-Krimireihe Tatort. Die vom Südwestfunk (SWF) produzierte Episode wurde erstmals am 17. März 1974 in der ARD ausgestrahlt und erreichte einen Marktanteil von 60,0 %.[1] Es ist der zweite Fall mit Kommissar Gerber.
| Folge 38 der Reihe Tatort | |
| Titel | Playback oder die Show geht weiter |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 88 Minuten |
| Produktionsunternehmen | SWF |
| Regie | Rolf von Sydow |
| Drehbuch | Henner Höhs |
| Produktion |
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| Musik | Rolf-Hans Müller |
| Kamera |
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| Schnitt | Renate Struve |
| Premiere | 17. März 1974 auf Deutsches Fernsehen |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Handlung
Die international erfolgreiche Sängerin Heidi Brühl landet mit Band am Stuttgarter Flughafen. Im Terminal fällt ein Koffer über eine Brüstung herab und verletzt einen Begleiter schwer. Der Verursacher ist verschwunden. Der Stuttgarter Kommissar Lutz und sein Assistent Glöckle halten dies zunächst für einen Unfall. Harry May, Heidi Brühls Manager, vermutet dagegen einen versuchten Anschlag auf seinen Star. Lutz kontaktiert seinen Kollegen Gerber in Baden-Baden, wohin Heidi Brühl zum Auftritt bei ihrer Südwestfunk-Fernsehshow weiterreist. Gerber stellt seinen Assistenten Ihle für ihren Aufenthalt ab. Unter den Ensemble-Mitgliedern werden bei der Probe Eifersüchteleien deutlich. Heidi Brühl ist mit einem vorgesehenen Lied unzufrieden und fordert eine neue Komposition. Die Zeit drängt, da das Playback für die Show aufgezeichnet werden muss. Kommissar Gerber ist zwar bereit, ihren Auftritt bewachen zu lassen, er macht den Verantwortlichen aber auch klar, dass er nicht mehr tun kann, solange nichts Weiteres passiert ist. Heidi Brühls Manager besteht auf Personenschutz, den Gerber dann auch gewährt.
Bei der Probe am nächsten Morgen wird die Orgel fehlgeschaltet, so dass Heidi Brühl einen Stromschlag erhält und nur mit Glück schweren Verletzungen entgeht. Der Manager gibt Gerber die Schuld an dem Anschlag. Gerber untersucht einen vorangegangenen Streit zwischen Harry May und dem Pianisten Bert Schlesinger. Schlesinger ist wütend auf May, weil dieser seiner Freundin Lill nachstellt, einer von Heidi Brühls Backgroundsängerinnen. Gerber vermutet, dass der Anschlag Schlesinger galt, da dieser normalerweise an der Orgel hätte sitzen sollen. Dieser lehnt den angebotenen Personenschutz ab.
Während der Pressekonferenz zu Brühls Show erhält May einen Drohanruf von einem Unbekannten. Dieser sagt, er wolle, dass Heidi Brühl mit ihrer „entarteten“, „undeutschen“ „Nestbeschmutzung“ aufhöre und verschwinde. „Beim nächstem Mal klappt’s“. May macht den Anruf umgehend öffentlich und behauptet, es seien 100.000 DM gefordert worden, damit kein weiterer Anschlag passiert. Gerber missfällt dieser Gang in die Öffentlichkeit.
Bei einem gemeinsamen Abend der Ensemble-Mitglieder, bei dem auch Gerber anwesend ist, werden erneut Differenzen deutlich. Show-Regisseur Rosendahl wirft Manager May vor, ihn wegen dessen Amerika-Ambitionen aus dem Geschäft gedrängt zu haben. Während am nächsten Tag in den SWF-Studios unter Ihles Schutz die Showproben laufen, erwartet Kommissar Gerber mit May im Hotel einen neuen Erpresseranruf, der schließlich kommt. May bekommt die Anweisung, einen Koffer mit 100.000 DM in gebrauchten Scheinen im Bahnhof Baden-Baden abzustellen. Gerber legt sich dort mit Kollegen auf die Lauer. Der Koffer bleibt allerdings stehen, so dass die Beamten den Einsatz abbrechen. Gerber fällt später ein, dass es sich bei einem Mann auf dem Bahnsteig um den Barkeeper des Hotels handelt, Herrn Scheible, den er daraufhin an der Hotelbar befragt. In einem Behälter entdecken Gerber und Ihle dort Werkzeug, das zum Anschlag auf Heidi Brühl verwendet worden sein könnte. Der Barkeeper streitet ab, mit diesen Gegenständen irgendetwas zu tun zu haben. Gerber nimmt ihn vorläufig fest.
Unterdessen entdeckt Lill im Zimmer ihres Freundes Bert Notenskizzen zum neu für die Show komponierten Lied. Sie sucht May im Spielcasino auf und fragt ihn, ob wirklich der Bandleader Rob oder nicht doch Bert der Komponist ist. May tut die Frage als Unsinn ab und beschwört Lill, keine weitere Unruhe bei der teuren Produktion zu verbreiten. Lill spricht Bert darauf an, ob er der Komponist ist, was dieser nach einigem Zögern zugibt. Er gesteht, morphiumsüchtig gewesen zu sein und Rezepte gestohlen und damit gehandelt zu haben. Er sei von der Polizei erwischt worden und Rob habe ihm mit Bestechungen und einer Entziehungskur geholfen. Als er zurückkehrte, sei die Kompositionsfirma pleite gewesen, Bert habe sich daraufhin Rob gegenüber verpflichtet, unter dessen Namen zu komponieren. Lill beschwört ihn, einen größeren Anteil an den Tantiemen zu verlangen, da seine Schuld längst beglichen sei. Lill sagt Bert ihre Hilfe zu, seinen verdienten Ruhm und sein Geld zu erhalten. Am nächsten Tag bei der Probe wirkt Bert euphorisiert und verkündet triumphierend, er brauche das Stück nicht zu proben, schließlich sei es ja von ihm. Heidi Brühl und das Produktionsteam sind überrascht. Er eröffnet dem versammelten Ensemble, dass auch alle Kompositionen Robs der letzten neun Jahre von ihm seien. Rob droht ihm mit einem Anwalt.
Lill stellt ihn zur Rede, sie macht ihm Vorwürfe, es sei der falsche Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Wahrheit gewesen. Als Bert wütend reagiert, beendet sie die Beziehung zu ihm. Ihle informiert Gerber über den Urheberrechtsstreit, da dieser im Zusammenhang mit den Anschlägen und der Erpressung stehen könnte. Bei Außenaufnahmen im Park wird Lill von einem Unbekannten angeschossen. Gerber vermutet, dass der Schuss nicht Lill, sondern Heidi Brühl galt. Auf der Magnetaufzeichnung ist ein unbekannter Mann undeutlich im Bild zu sehen, den keiner aus dem Ensemble erkennt. Anhand einer Handbewegung zum Kopf identifiziert Gerber Schlesinger als Schützen, der kurzsichtig sei und sich vor dem Schuss die Brille aufgesetzt habe. Schlesinger bestreitet, doch Gerber nimmt ihn mit und sagt den Produzenten, dass die Show ohne ihn auskommen muss. Gerber konfrontiert Schlesinger damit, dass er seinen Sportwagen vor vier Tagen in der Inspektion hatte, seitdem aber 300 Kilometer gefahren sei. Dies reichte aus, um nach Stuttgart zu fahren und dort den Anschlag am Flughafen zu begehen. Gerber sagt ihm auf den Kopf zu, dass er am Flughafen und mit der Manipulation der Orgel jeweils Rob hätte töten wollen und bei der Außenaufnahme seine Freundin erschießen wollte, weil sie mit ihm Schluss gemacht hatte. Bert Schlesinger bestreitet, Rob töten zu wollen. Er habe Rob nur verletzen wollen, um die Show selbst einmal übernehmen zu können. Zudem sei nicht Rob, sondern Lill die treibende Kraft gewesen bei der Affäre mit Rob. Den Schuss auf sie habe er aus „Selbstachtung“ abgefeuert. Den Schmähanruf habe er nur getätigt, um von den Geschehnissen abzulenken. Als May wegen der Publicity eine Erpressung daraus machte, sei er darauf eingestiegen. Das Werkzeug des Anschlags mit der Orgel habe er dem Barkeeper untergeschoben. Gerber teilt mit, dass er den Barkeeper längst wieder auf freien Fuß gesetzt habe und nimmt Schlesinger fest. Die Fernsehshow beginnt, ohne Schlesinger, mit dessen neu komponiertem Lied.
Hintergrund
Heidi Brühl spielt sich selbst als internationaler Gesangsstar. Der Tagesschau-Sprecher Karl-Heinz Köpcke ist im Fernsehen beim Verlesen der Nachrichten zu sehen, seine spätere Nachfolgerin Dagmar Berghoff in ihrer damaligen Beschäftigung als SWF-Fernsehansagerin. Der langjährige SWF-Mitarbeiter Rolf-Hans Müller, wie die Filmfigur Bert Schlesinger in Dresden geboren, war für die Musik verantwortlich. Das Szenenbild erstellte Horst Scheel, die Kostüme stammen von Vera Mügge, und die Maske verantwortete Artur Bareither.
In dieser Folge spielt, 70er-Jahre-typisch, neben dem Hauptermittler, ein Kommissarskollege aus einer anderen Tatort-Stadt auf, nämlich Kommissar Lutz aus Stuttgart. Ungewöhnlich ist jedoch, dass dieser gleich zu Beginn der Folge als erstes „vertraues Gesicht“ auftaucht und die Hauptfigur Gerber erst später.
Als Drehort in Baden-Baden ist neben den Südwestfunk-Studios, dem damals noch aktiven Stadtbahnhof und dem Casino das Hotel Europäischer Hof zu sehen.
Weblinks
- Tatort: Playback oder die Show geht weiter bei IMDb
- Playback oder die Show geht weiter auf den Internetseiten der ARD