Tatort: Romeo und Julia

Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort From Wikipedia, the free encyclopedia

Romeo und Julia ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom SWR produzierte Beitrag ist die 521. Episode der Reihe und wurde am 5. Januar 2003 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Lena Odenthal ermittelt in ihrem 27. Fall als Tatortkommissarin einen Mord an einem jungen Mann aus dem rechtsradikalen Milieu.

TitelRomeo und Julia[1]
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Länge89 Minuten
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Folge 521 der Reihe Tatort
Titel Romeo und Julia[1]
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Produktions­unternehmen SWR
Regie Nicole Weegmann
Drehbuch Harald Göckeritz
Produktion Ulrich Herrmann
Musik Oliver Biehler
Kamera Thomas Makosch
Schnitt Carola Hülsebus
Premiere 5. Jan. 2003 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste
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Handlung

Lena Odenthal und Mario Kopper weilen gerade in Italien, weil Kopper zu einer Hochzeit eingeladen war. Dort lernt Kopper den jungen Marcello kennen, der ihm von seinem Aufenthalt in Ludwigshafen und seiner dortigen Freundin erzählt. Dabei fällt Kopper Marcellos Halskette mit den beiden Elefanten auf.

Marcellos Vater besteht darauf, dass Marcello zunächst in Italien seine Ausbildung abschließt. Bei einem Telefonat mit seiner Freundin Julia gewinnt Marcello den Eindruck, dass sie in Schwierigkeiten steckt, und macht sich große Sorgen um sie.

Vor dem Restaurant kauft Kopper von Roberto, Marcellos Freund einen Fiat 500. Marcello geht an Kopper vorbei und schaut gedankenverloren aufs Meer. Kopper erkennt seine Sorgen und bietet seine Hilfe an. Marcello bittet deshalb Kopper, ihn auf der Rückfahrt nach Ludwigshafen mitzunehmen.

Julias Bruder Robbi lehnt Marcello als Italiener ab. Nachdem Marcello Julia gegen Robbis Willen aus der Wohnung abgeholt hat, stellt dieser die beiden auf der Straße und bedroht Marcello mit einem Messer, um ihn von seiner Schwester fernzuhalten. Marcello verteidigt sich mit einer Eisenstange und trifft Robbi dabei so unglücklich am Kopf, dass dieser zu Boden geht und reglos liegen bleibt. Erschrocken fliehen Julia und der leicht verletzte Marcello und verstecken sich in einem alten Abbruchgebäude.

Odenthal und Kopper werden zum Fundort der Leiche von Robbi gerufen. Im Zuge ihrer Ermittlungen erfahren sie, dass er einer Neonazi-Clique angehörte. Bei der Befragung von Julias Mutter fallen ihnen Verletzungen in ihrem Gesicht auf, die diese mit einem Sturz erklärt. Zudem gibt sie an, ihre Tochter besuche seit einigen Tagen eine Freundin in Frankreich.

Julia und der verletzte Marcello versuchen, Verbandsmaterial und Schmerzmittel zu beschaffen. Da die nächstgelegene Apotheke bereits geschlossen hat und Marcello ein Krankenhaus ablehnt, bricht Julia in die Apotheke ein und entwendet die benötigten Medikamente und Verbandsmaterialien.

Odenthal und Kopper werden zu dem Einbruch in die Apotheke hinzugezogen. Aufgrund der entwendeten Schmerzmittel vermuten sie einen Zusammenhang mit dem Fall Robbi. Die am Tatort gefundenen Blutspuren erhärten diesen Verdacht.

Beim Versorgen seiner Verletzungen in ihrem Versteck bemerken Julia und Marcello, dass dessen Halskette fehlt. Da sie vermuten, dass diese bei der Auseinandersetzung mit Robbi verloren ging, sucht Julia die Strecke zwischen dem Tatort und ihrer Wohnung nach dem Schmuckstück ab, bleibt jedoch erfolglos. Als sie schließlich vor ihrer Wohnung in Tränen ausbricht, wird sie von Odenthal angesprochen, die sich im Rahmen ihrer Ermittlungen in der Nähe aufhält. Dabei fällt der Ermittlerin Julias Halskette mit den beiden Elefanten auf.

In einer Kneipe befragen Odenthal und Kopper Mitglieder von Robbis Clique. Dabei erfahren sie, dass Robbi wiederholt gewalttätig gegenüber seiner Schwester Julia war. Zudem halten die Ermittler es für möglich, dass auch die Verletzungen von Julias Mutter auf Übergriffe ihres Sohnes statt auf einen Sturz zurückzuführen sind.

Durch die Auswertung von Telefonverbindungen und Fotos aus Robbis Fotoapparat erkennen Odenthal und Kopper, dass die angeblich verreiste Julia weiterhin in Ludwigshafen ist. Die Fotos zeigen eine Geburtstagsfeier, die am Tag vor Robbis Tod in dessen Wohnung stattfand und die Mutter mit noch unverletztem Gesicht. Bei einer erneuten Befragung bricht Julias Mutter schließlich zusammen und bestätigt, dass sie von ihrem Sohn misshandelt wurde.

Aufgrund von Julias auffälligem Verhalten in der Nähe ihrer Wohnung suchen Odenthal und Kopper die Umgebung ab und finden in einem Müllcontainer ein blutverschmiertes Klappmesser.

Am nächsten Morgen schlägt Marcello Julia vor, gemeinsam mit ihm nach Italien zu gehen und dort ein neues Leben zu beginnen. Da Roberto ihm eine Mitfahrgelegenheit angeboten hat, lässt Marcello Julia allein und sucht Roberto auf, als dieser den von Kopper gekauften Fiat ausliefert. Beim Ausladen von mitgebrachtem Wein platzt Marcellos notdürftig versorgte Wunde wieder auf. Kopper bemerkt, dass Marcello verletzt ist, deckt ihn jedoch vor Odenthal und erkennt, dass Marcellos Freundin die von den Ermittlern gesuchte Julia ist.

Julia verlässt ihr Versteck, um zu Hause Geld zu besorgen, und wird dabei von Marie aus Robbis Clique bedroht und zum Schweigen aufgefordert. Durch weitere Zeugenaussagen und die Entdeckung einer Halskette mit denselben beiden Elefanten wie bei Julia erkennen die Ermittler zunehmend die Verbindung zwischen Julia und dem Fall. Als Odenthal Julia aufspürt und sie mit den neuen Erkenntnissen konfrontiert, bestreitet diese, einen Freund zu haben. Schließlich behauptet sie, ihren Bruder selbst getötet zu haben. Danach gelingt ihr erneut die Flucht vor Odenthal.

Bei ihren weiteren Ermittlungen erfahren Odenthal und Kopper, dass Julias Freund ein Italiener ist. Odenthal erkennt daraufhin, dass Kopper Informationen zurückhält und Marcello deckt. Nachdem Kopper dies schließlich einräumt, folgen die Ermittler Julia und Marcello nach Italien.

Dort suchen Julia und Marcello Schutz bei Marcellos Familie. Als die Ermittler sie aufspüren, fliehen die beiden erneut. In ihrer Verzweiflung schwimmen sie aufs offene Meer hinaus. Odenthal entdeckt ein ankerndes Motorboot, mit dem sie und Kopper den beiden folgen. Nach kurzer Suche gelingt es den Ermittlern, Julia und Marcello zu retten.

Anschließend berichtet Julia den Ermittlern von der Auseinandersetzung mit Robbi und schildert, dass Marcello lediglich in Notwehr gehandelt habe. Zudem offenbart sie, dass ihr Bruder während Leos Geburtstagsfeier ihre Vergewaltigung durch seinen Freund Leo vorgeschlagen, unterstützt und ermöglicht habe.

Daraufhin gelangt Odenthal zu der Überzeugung, dass Marcello bei der Auseinandersetzung mit Robbi in Notwehr gehandelt habe, und lässt die beiden zusammen in Italien bleiben.

Rezeption

Kritik

„Gott, wie düster: eine deutsch-italienische Liebe ohne Chance, ein brutaler Bruder, überanstrengte Polizei […], und Ludwigshafen ähnelt Italien: alles Müll. Ein ‚Tatort‘ […] als Zuschauervergrämungsübung.“

Einschaltquote

Die Erstausstrahlung von Romeo und Julia am 5. Januar 2003 wurde in Deutschland von 6,64 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 19,9 % für Das Erste.[2]

Auszeichnung

Denis Moschitto erhielt den Günter-Strack-Fernsehpreis 2003 in der Kategorie Bester Schauspieler.[3]

„Denis Moschitto spielt Marcello, diesen sympathischen Underdog, mit geradezu verblüffender Intensität. Man glaubt ihm wahrhaftig seine Angst, seine Schuldgefühle, seine Verzweiflung und seine Panik genauso wie seine Zärtlichkeit und seine bedingungslose Liebe zu Julia, um die er mit allen Mitteln kämpft.“

Begründung der Jury[3]

Einzelnachweise

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