Taubenheim/Spree

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Taubenheim/Spree (obersorbisch Hołbin) ist ein Dorf in der Oberlausitz, das zusammen mit den Dörfern Wehrsdorf und Sohland die Einheitsgemeinde Sohland an der Spree bildet. Es befindet sich im Süden des sächsischen Landkreises Bautzen. Bis 1994 war der Ort eigenständig.

Schnelle Fakten Gemeinde Sohland an der Spree ...
Taubenheim
Koordinaten: 51° 3′ N, 14° 29′ O
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 7,64 km²[1]
Einwohner: 1514 (9. Mai 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Postleitzahl: 02689
Vorwahl: 035936
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Blick nach Taubenheim

Geographische Lage

Taubenheim/Spree befindet sich im Oberlausitzer Bergland, an der Grenze zu Nordböhmen (Tschechien). Das Dorf erstreckt sich im Tal der Spree, in die hier der Alte Graben und die Weißbach einmünden.

Flusslauf der Spree durch Taubenheim/Spree

Geschichte

Schloss Obertaubenheim

Taubenheim wurde als Waldhufendorf angelegt und 1345 erstmals urkundlich erwähnt.

1392 wurde die Familie von Raussendorf vom böhmischen König Wenzel IV. – die Oberlausitz gehörte damals als Nebenland zur böhmischen Krone – unter anderem mit den Dörfern Spremberg, Friedersdorf, Taubenheim und Sohland im Gerichtsbezirk von Bautzen belehnt. Am 30. August 1408 wurde der Verkauf des Besitztums an Heinrich von Raussendorf durch König Wenzel bestätigt.

Nachdem Taubenheim im 15./16. Jahrhundert verschiedene Grundherren hatte, bildeten sich vorübergehend im Ort zwei Rittergüter aus, die durch Maria Sidonia von Warnsdorf 1693 wieder vereinigt wurden und von 1730 bis 1846 der Familie von Zezschwitz gehörten.

Zu Taubenheim gehörten die Ortsteile Grünhut, Hinterecke, Neutaubenheim, Schafberg und Wassergrund sowie die Einschichten Neue Schenke und Zimmerbeil.

1994 erfolgte der Zusammenschluss mit Wehrsdorf und Sohland an der Spree zu Sohland an der Spree.

Ortsnamenformen

1345: Jutta de Tubinheym, 1397: Tubenheym, 1419: Tawbenheym, 1443: Tawbenheim, 1549: Taubenhain, 1791: Taubenhein, 1875: Taubenheim b. Neusalza

Bevölkerungsentwicklung

Beim Zensus vom 9. Mai 2011 bestand Taubenheim/Spree aus 504 Wohngebäuden, in denen 1514 Personen lebten. Das Durchschnittsalter lag bei 48,9 Jahren.[3]

Jahr Einwohner[4]
1777 9 besessene Mann,
55 Gärtner, 97 Häusler
1834 1614
1871 2214
1890 2416
1910 2523
1925 2452
1939 2446
1946 2999
1950 3225
1964 2692
1990 1982
2011 1514
2012 1498
2013 1409
Schloss Niedertaubenheim

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Taubenheim ist ähnlich wie das Wappen der Gemeinde Sohland erst spät entstanden und stellt somit ein typisches Künstlerwappen dar. Hier gruppieren sich um ein „T“, welches in Manier eines Pfeilers eines Umgebindehauses gestaltet ist, zwei Turteltauben. Die Turteltauben stehen für den Namen des Dorfes.

Sehenswürdigkeiten

Umgebindehaus mit Sonnenuhr

Der Ort Taubenheim ist bekannt für seine Umgebindehäuser sowie für seine über 45 Sonnenuhren.[5] Die lutherische Kirche Obertaubenheim ist recht schlicht gehalten, trotzdem hat die Ortschaft eine besondere Bedeutung für das Luthertum der Region, war Taubenheim doch einer der ersten Orte, in denen die Reformation Einzug hielt. Bemerkenswert ist hierbei, dass die Kirche, von der nicht bekannt ist wann sie erbaut wurde, bereits seit den Anfangsjahren als lutherische Kirche genutzt worden sein soll. Eher unwahrscheinlich ist, dass sie bereits in dieser Funktion erbaut wurde, gilt doch die 1544 geweihte Schlosskapelle zu Torgau als ältester lutherischer Kirchenneubau.

Sonnenuhren

Weitere Informationen Granitsteinuhr, 1983–1984 ...
Liste aller Sonnenuhren des Dorfes
Name der Sonnenuhr Nummer laut Sonnenuhrenwanderungskatalog Baujahr Standort Entwurf Bemerkung
Granitsteinuhr 1 1983–1984 Sohlander Straße 31 Martin Hölzel / Gerald Noack Symbol des Sonnenuhrendorfes
Bei Neisser 2 2001 Sohlander Straße 42 Ulli Neisser Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Sonnenuhrenvater Hölzel 3 1977 und 1985 Sohlander Straße 44 Martin Hölzel Erste Sonnenuhr des ,,Sonnenuhrenvaters" Martin Hölzel
Niedermühlenuhr 4 1984 Sohlander Straße 49 Martin Hölzel
Bei Schenksliebs 5 1984 Sohlander Straße 50 Martin Hölzel
Beim Schiertzdukter 6 1798 Sohlander Straße 62 C. G. Herbrig Zweitälteste Sonnenuhr
Bei Schmieds-

lobl’n

7 1984 Sohlander Straße 82 Martin Hölzel
Beim Hohlfeldtischler 8 1987 Spreeweg 11 Martin Hölzel / Gerhard Hohlfeld
Karasekhaus 9 1984 Spreeweg 3 Martin Hölzel
Bei Reitz´l 10 1987 Am Viebig 7 Wolfgang Knobel und 9. Klasse POS Taubenheim
Bei Domschkes 11 2010 Am Viebig 27 Peter Domscke
Bei Harnisch 12 1982–1984 Albert Schweizer Straße 30 Martin Hölzel/Peter Harnisch
Bahnerhäusel 13 2005 Am Bahndamm 1 Peter Domschke Geburtshaus von Martin Hölzel
Bei Kretschmars 14 2005 Böhmische Straße 47 Peter Domschke
Obermühle 15 2008 Zumpeweg 3 Carsten Knobel und Helmut Schmitt
Schmitt-Schmiede 16 1986 Oberdorfstraße Helmut Schmitt/Udo Großmann
Beim Güttlermaler 17 1930 Zumpeweg 4 Herrmann Güttler/Peter Domschke (2009) Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Beim Höhnetischler 18 2004 Oberdorfstraße 24 Robert Höhne und Frank Höhne
Bei Schulzes 19 1994 Oberdorfstraße 42 Baumarkt Nicht nach den Gnomonischen Gesetzen
Bei Bienenkratschmars 20 2005 Oppacher Weg 19 Bernd Rodig Einzige horizontale Sonnenuhr
Bei Donaths 21 2009 Oppacher Weg 8 Jürgen Donath / Klaus Wodarczyk
A dr Bleeche 22 1984 Oppacher Weg 7 Martin Hölzel
De Guldschmiede 23 1795 ehem. Straße der Jugend 1 C. G. Herbrig Älteste Sonnenuhr
Trauerfeierhalle Friedhof 24 1989 Sohlander Straße 1 Martin Hölzel
Bei Wemmen 25 1979 Wassergrundring 48 Kurt Wemme Nicht nach den gnomonisches Gesetzen
Kinderlachen 26 2013 Sohlander Straße 4 Peter Domschke
Bei Nockes 27 1995 Bergstraße 6 Baumarkt Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Bei Schumanns 28 1995 Bergstraße 7 Peter Domscke Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Bei Gänsebarger 29 2011 Böhmische Straße 33 Baumarkt Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Bei Böhmes 30 2003 Am Teich 2 Baumarkt Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Bei Hartig 31 2013 Am Bahndamm 7 Wolfgang Knobel/Holm Döcke
Bei Edelstahl-Schmitt 32 2013 Zumpeweg 7 Holm Döcke / Normann Schmitt
Bei Pantke 33 2013 Am Viebig 13 Peter Domschke
Zum Adlerhorst 34 2014 Am Volksbad 15 Unbekannt Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
80. Geburtstag 35 2014 Oberdorfstraße 42 Baumarkt Nicht nach den gnomonischen Gesetzen
Das blaue Wunder von Loschwitzhang 36 2016 Am Viebig 27 Peter Domschke
Bei Pohls 37 2016 Straße der Jugend 2 Volker Pohl
Bei Wagner 38 2017 Am Viebig 9 Peter Domschke
Bei Matze 39 2017 Wassergrundring 3
Bei Tempels 40 2017 Am Schafberg 21a Fam.Tempel
Bei Hodosi 41 1987 Wassergrundring 25 Martin Hölzel/Christian Pech
De Fugsche 42 2019 Am Viebig 18 Rudolf Lehmann
Beim Hörholddukter 43 2019 Am Bahnhof 1 Peter Domscke/Dr. Hörhold
Bei Seidel 44 2020 Neutaubenheimer Straße 15 Peter Domschke/Familie Seidel
Bei Strietzel 45 2020 Bahnhofsweg 1 Peter Domschke/Familie Strietzel
Musik 46 2020 Am Viebig 5 Peter Domscke/Familie Burkert
Taubennest 47 2021 Bahnhofsweg 3 Familie Seidel
Radelmann 48 2022 Oberdorfstraße 6 Familie Schmitt
Rullehäus´l 49 2022 An der Kleinbahn 12 Peter Domschke/Taubenheimer Dorfclub e. V.
Dr Klimperch 50 2022 An der Kleinbahn 12 Peter Domschke/Familie Knöthig
Bei Dr. Hantke 51 2023 Wassergrundrin 15 Peter Domscke/Dr. Hantke
Bei Panitz 52 2023 Hauptstraße 17 Peter Domschke
Bei Hille 53 2023 Bergweg 10 Familie Hille
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Verkehr

Evangelisch-Lutherische Dorfkirche

Die Ortschaft liegt verkehrsinfrastrukturell etwas peripher, da weder die Bundesstraße 96 direkt durch den Ort führt, noch ein Grenzübergang zur Tschechischen Republik vorhanden ist. Jedoch führt die Eisenbahnlinie Dresden–Zittau durch Taubenheim und hat dort einen Haltepunkt. Zwischen den Stationen Taubenheim (Spree) und Neusalza-Spremberg führt die Bahnstrecke auf einer Länge von etwa 900 m durch Tschechien. Aufgrund der Lage des Dorfes konnten hier noch keine größeren industriellen Neuansiedlungen verzeichnet werden.

Von 1892 bis 1945 führte die Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf über Oppach und Schönbach nach Dürrhennersdorf.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Um Bautzen und Schirgiswalde (= Werte der Deutschen Heimat. Band 12). Akademie-Verlag, Berlin 1967.
  • Cornelius Gurlitt: Taubenheim. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau. C. C. Meinhold, Dresden 1910, S. 559.

Einzelnachweise

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