Tavares Strachan

bahamischer Konzeptkünstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Tavares Henderson Strachan (* 1979 in Nassau, Bahamas) ist ein bahamaischer Konzeptkünstler. Seine interdisziplinäre Praxis verbindet Kunst, Wissenschaft, Technik und Geschichte. Wiederkehrende Themen seiner Arbeiten sind Sichtbarkeit, kulturelles Gedächtnis und Kanonbildung. International bekannt wurde er unter anderem durch die Encyclopedia of Invisibility und ENOCH, einen 2018 gestarteten 3U‑Satelliten in Zusammenarbeit mit dem Los Angeles County Museum of Art. 2013 vertrat Strachan die Bahamas mit Polar Eclipse auf der 55. Kunstbiennale in Venedig. 2022 erhielt er ein MacArthur Fellowship. 2025 zeigte die Kunsthalle Mannheim die Ausstellung Supernovas.[1][2][3][4]

Tavares Strachan (2017)

Leben und Ausbildung

Strachan wurde 1979 in Nassau auf den Bahamas geboren. Er erwarb 2003 den BFA an der Rhode Island School of Design und 2006 den MFA in Bildhauerei an der Yale University. Er arbeitet zwischen New York City und Nassau.[4]

Werk

Strachans Werk verknüpft künstlerische und wissenschaftliche Verfahren und thematisiert, welche Personen und Narrative in historischen Kanons sichtbar werden. Früh bekannt wurde The Distance Between What We Have and What We Want (2006), ein Projekt mit einem 2,5‑Tonnen‑Eisblock aus Alaska, das Fragen von Ort, Erinnerung und Technik verhandelt.[5] Zu den Langzeitprojekten zählt die Encyclopedia of Invisibility, eine mehrbändige, über 3.000 Seiten umfassende Kompilation zu marginalisierten Personen, Ereignissen und Konzepten.[4] Mit ENOCH entwickelte Strachan im Rahmen des Art+Technology Lab des LACMA einen 3U‑Satelliten, der am 3. Dezember 2018 auf einer Falcon‑9‑Mission gestartet, am 5. Dezember 2018 und 4. Januar 2019 erfolgreich kontaktiert und am 21. Dezember 2021 wieder in die Erdatmosphäre eintrat.[3] Strachan bezieht sich in mehreren Arbeiten auf historische Figuren wie den Polarforscher Matthew Henson und den Astronauten Robert Henry Lawrence Jr., deren Leistungen in gängigen Narrativen lange unterrepräsentiert waren.[6]

Ausstellungen (Auswahl)

Rezeption

Zur Mannheimer Ausstellung erschienen deutschsprachige Rezensionen unter anderem in taz und Die Welt, die Strachans Fokus auf marginalisierte Historiografien sowie die Verbindung von Technik, Forschung und politischer Erinnerung hervorheben.[9][10]

Auszeichnungen

  • 2008: Louis Comfort Tiffany Foundation Grant.[11]
  • 2014: LACMA Art + Technology Lab Artist Grant.[12]

Literatur

  • Kunsthalle Mannheim (Hrsg.): Tavares Strachan: Supernovas. Ausstellungskatalog. Mannheim 2025, ISBN 978-3-7533-0822-7.

Einzelnachweise

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